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Er spielte auch in Deutschland! Volleyball-Profi soll 150 Kinder missbraucht haben

Amsterdam – In den deutschen Städten Spergau und Rottenburg wurde er von den Fans gefeiert und galt als einer der emotionalen Führungsspieler seiner Teams in der Volleyball-Bundesliga. Doch hinter dieser Fassade verbarg sich ein schockierendes Ausmaß an Verbrechen, das nun ans Licht gekommen ist. Der Profisportler Ramon M.-G. (35) steht unter Verdacht, sexuelle Übergriffe an 150 Kindern begangen zu haben.

Nach Angaben des niederländischen Nachrichtenportals „AD.nl“ wurde der ehemalige Nationalspieler, der in der Saison 2015/16 für den CV Mitteldeutschland sowie 2019/20 für den TV Rottenburg aktiv war, am 9. Dezember des Vorjahres in seiner Heimat festgenommen. Er befindet sich dem Bericht zufolge weiterhin in Untersuchungshaft.

Die Ermittlungen begannen, nachdem die Eltern eines betroffenen Kindes Strafanzeige erstattet hatten. Ramon M.-G. soll im Jahr 2024 einen zehnjährigen Jungen in Groningen-Hoogkerk sexuell missbraucht haben. Nach seiner Verhaftung kamen immer mehr Opfer ans Licht – bislang sind wohl noch nicht alle Betroffenen identifiziert.

Bei der Durchsuchung wurden auf mehreren sichergestellten Mobiltelefonen rund 500 verdächtige Chatverläufe mit Minderjährigen entdeckt. Die betroffenen Kinder sollen zwischen acht und siebzehn Jahre alt sein.

Darüber hinaus fanden die Ermittler offenbar auf weiteren Speichermedien Missbrauchsmaterialien, von denen einige zwischen 2019 und 2024 offenbar vom Volleyballspieler selbst erstellt wurden. Ob auch Kinder aus Deutschland unter den Opfern sind, ist derzeit noch nicht geklärt.

Während seiner Laufbahn stand der heute 35-Jährige bei insgesamt 15 Vereinen in den Niederlanden, Belgien, Deutschland, Frankreich, Griechenland, China, den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie England unter Vertrag.

Die Staatsanwaltschaft hat noch nicht alle Chats ausgewertet und konzentriert sich vorerst auf die Gespräche mit Minderjährigen, in denen pornografische Inhalte ausgetauscht wurden. Diese sollen etwa 150 Betroffene umfassen.

Der Fall wurde Mitte März erstmals öffentlich bekannt, als ein erstes Gerichtstermin in Groningen stattfand. Die zweite Verhandlung ist für den 21. Mai angesetzt. Bis dahin soll sich der Angeklagte auch einer psychiatrischen Begutachtung unterziehen.

Sein Anwalt, Paul van Jaarsveld, erklärt, dass Ramon M.-G. mit den Ermittlungsbehörden kooperiere. Die Staatsanwaltschaft bezeichnet den Fall als „Riesenskandal“.

Es wird befürchtet, dass sich die Zahl der Opfer noch erhöhen könnte, wenn weitere Betroffene sich bei der Polizei melden.

Zuletzt war der Profi für Dynamo Apeldoorn aktiv. Neben seinen sportlichen Leistungen wurde er auch bekannt, weil er früh als erster niederländischer Volleyballer öffentlich zu seiner Homosexualität stand. 2012 hisste er anlässlich des Coming-out-Days die Regenbogenflagge vor dem Rathaus von Zwolle, 2019 war er für den französischen LGBTQ-Preis „Out d’or“ nominiert.

Niemand ahnte, welches dunkle Geheimnis sich hinter der Fassade des Profis verbarg, bei dem am 9. Dezember 2025 die Handschellen klickten. Der niederländische Volleyball-Verband verweigerte auf Anfrage einer Tageszeitung eine Stellungnahme, entfernte jedoch ein Interview mit Ramon M.-G. von seiner Homepage.