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Experte erklärt: Das steckt hinter dem Schweigen zum Gesundheitszustand von "Schumi"

Gland (Schweiz) – Seit mehr als zehn Jahren fragen sich viele: Wie steht es wirklich um Michael Schumacher? Eine klare Antwort darauf gibt es bis heute nicht. Nun erläutert ein Fachmann, was das Schweigen der Familie in dieser Angelegenheit bedeutet.

Am 29. Dezember 2013 verlor der heute 56-Jährige während einer Abfahrt in den Alpen die Kontrolle über seine Skier und stürzte mit dem Kopf gegen einen Felsen. "Schumi" zog sich ein schweres Schädel-Hirn-Trauma zu. Nur eine Notoperation konnte sein Leben retten.

Nachdem er das Krankenhaus verlassen hatte, lebt der Kerpener mit seiner Ehefrau Corinna (56) zurückgezogen auf ihrem Anwesen in der Schweiz, abgeschirmt von der Öffentlichkeit. Das Interesse an seiner Person ist weiterhin groß, bringt jedoch auch negative Auswirkungen mit sich.

Betrugsversuche, angebliche Insider-Informationen und falsche Versprechungen haben ihre Spuren hinterlassen. Corinna reagierte darauf und beschränkte den ohnehin schon kleinen Besucher- und Kontaktkreis zu ihrem Mann noch weiter.

Wie der Konflikt- und Führungsexperte Christoph Maria Michalski gegenüber Focus online jüngst erklärte, sollte diese strikte Abgrenzung nicht als Böswilligkeit verstanden werden, sondern vielmehr als "ein Ausdruck von Fürsorge". Es handele sich um eine ganz bewusste Entscheidung der Familie.

Obwohl das Verlangen der Fans nach Neuigkeiten zum Gesundheitszustand absolut verständlich sei, gelte die Maxime: "Nicht jede Entwicklung gehört an die Öffentlichkeit, sondern in den Kreis der Betroffenen."

Michalski betonte zudem: "Schweigen bedeutet in diesem Zusammenhang nicht, dass nichts passiert. Es heißt, dass das Wesentliche geschützt wird." Der Rückzug aus den Medien sei keine abweisende Geste, sondern ein Zeichen von Stärke.

Die Schumachers seien „eine Familie, die sich nicht durch Erklärungen definiert, sondern durch Nähe“, unterstrich der Experte. Die Öffentlichkeit könne vieles bewirken: Mitgefühl zeigen, Solidarität ausdrücken, Trost spenden. Doch sie sei nicht in der Lage, Heilungsprozesse zu steuern.

"Genesung erfordert Zeit, Wiederholung, Geduld – und vor allem Ruhe", ist Michalski überzeugt. Letztlich symbolisiere das Schicksal der Formel-1-Ikone eine moderne Parabel, die verdeutlicht, dass "nicht jede Krise und jedes Leid an die Öffentlichkeit gehören".