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Warnstreik legt Nahverkehr lahm: Keine Busse zum Bundesliga-Topspiel

Von Wolf-Dietrich von Dewitz

Düsseldorf – Aufgrund eines Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr fallen am Samstag in Nordrhein-Westfalen erneut zahlreiche Bus- und Bahnlinien aus.

Die Gewerkschaft ver.di schätzt, dass sich mehr als 7000 Beschäftigte im kommunalen Nahverkehr Nordrhein-Westfalens an dem Streik beteiligen. Die Streikbeteiligung sei damit ähnlich hoch wie bereits am Freitag, so eine Sprecherin.

Auch Fußballanhänger sind von den Beeinträchtigungen betroffen, denn viele wollten auf dem letzten Abschnitt zum Stadion mit Bussen oder U-Bahnen anreisen. So tritt Borussia Dortmund am Samstagabend gegen Bayern München an. „Ich bin selbst Dortmund-Fan“, erklärte der Branchenkoordinator von ver.di NRW, Lukas Frew.

Wahrscheinlich werden diesmal mehr Fans auf das Auto ausweichen. „Es wird deutlich mehr Verkehrsbehinderungen geben als bei einem regulären Wochenendspiel.“

Zwischen dem Dortmunder Hauptbahnhof und dem Stadion verkehren zwar S-Bahnen, die voraussichtlich jedoch stark überfüllt sein werden. Diese S-Bahnen sowie Regionalzüge sind vom Warnstreik nicht betroffen und verkehren planmäßig.

Sie gehören zur Deutschen Bahn sowie weiteren Bahnunternehmen, deren Mitarbeiter nicht nach dem momentan verhandelten Tarifvertrag bezahlt werden. Viele Fußballfans werden daher die letzten Kilometer bis zum Stadion wohl zu Fuß zurücklegen müssen.

„Die Strecke vom Stadion bis zum Hauptbahnhof beträgt etwa drei bis dreieinhalb Kilometer“, erklärte Frew. Borussia Dortmund bittet die Anhänger: „Kommt bitte frühzeitig zum Stadion und nutzt wenn möglich Fußwege oder das Fahrrad.“

Der zweitägige Streik von ver.di richtet sich gegen über 30 kommunale Verkehrsunternehmen. Die Liste der betroffenen Städte ist lang und umfasst unter anderem Bonn, Köln, Düsseldorf, Dortmund, Bochum, Münster und Bielefeld. Nur wenige Ausnahmen wie Aachen und Paderborn sind nicht betroffen.

ver.di verlangt eine spürbare Entlastung der Beschäftigten, während die Arbeitgeber die Forderungen als nicht finanzierbar ablehnen. Der Warnstreik soll in der Nacht zu Sonntag enden.

Auch Nachtbusse, die kurz nach Mitternacht am frühen Sonntag abfahren, fallen voraussichtlich aus, da ihre Fahrer noch zur Spätschicht am Samstag zählen.