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Tennis-Ikone fordert Fans zu gezielten Protesten gegen Alexander Zverev auf: „Beginnt damit, ihn auszubuhen“

Hamburg – Während Alexander Zverev (29) sich über seinen zweiten Grand-Slam-Titel freut und am Wochenende in Halle (Westfalen) für die deutsche Davis-Cup-Mannschaft auf dem Platz steht, sorgt eine Tennis-Legende mit scharfer Kritik am US-Open-Champion für Aufsehen.

Rennae Stubbs (55), ehemalige Doppel-Weltranglistenerste, appelliert in ihrem aktuellen Podcast dazu, Zverev bei seinen nächsten Auftritten bewusst unter Druck zu setzen.

Im Mittelpunkt steht dabei die Zeit, die Deutschlands Tennisstar zwischen den Ballwechseln vor seinem Aufschlag verstreichen lässt. Laut Regelwerk haben die Spieler 25 Sekunden Zeit, um den ersten Aufschlag auszuführen. Problematisch ist jedoch, dass die sogenannte „Shot Clock“ vom Schiedsrichter gestartet wird und somit dessen Einschätzung darüber entscheidet, ab wann die Zeit läuft. Für den zweiten Aufschlag existiert die Shot Clock gar nicht, sodass die Zeitspanne dort komplett im Ermessen des Schiedsrichters liegt.

In New York fiel Zverev dadurch auf, dass er den Ball vor seinem ersten Service teils mehr als 20 Mal auf den Boden tippte. Auch vor dem zweiten Aufschlag ließ er sich viel Zeit. Stubbs zeigte sich darüber empört: „Habt ihr den US-Open-Finalisten Ben Shelton gesehen? Er stand da, als würde er darauf warten, dass seine Freundin ihm einen Kaffee bringt. Was läuft hier eigentlich? Beim letzten Mal waren es 25 Aufpralle, diesmal zwölf? Ich finde, wir sollten endlich anfangen, ihn dafür an den Pranger zu stellen“, erklärte die Australierin im Gespräch mit der ehemaligen deutschen Profispielerin Andrea Petković (39).

Sie forderte sogar die Zuschauer dazu auf: „Fangt einfach an, ihn schon beim zehnten Auftippen auszubuhen.“

Im Finale erhielt Zverev während der vier Sätze und rund dreieinhalb Stunden Spielzeit nur eine Verwarnung von Schiedsrichterin Marijana Veljović (39).

Auch mit seinem Gegner Ben Shelton (23) kam es zu Diskussionen, weil dieser sich manchmal nicht rechtzeitig auf Zverevs Aufschlag vorbereitete. Shelton begründete dies damit, dass er nicht in der Return-Position verharren könne, wenn der Deutsche den Ball 20 bis 25 Mal auftippen lässt.

Zverev ist dabei jedoch nicht der einzige Spieler mit dieser Angewohnheit. Besonders bekannt ist dieses Verhalten von Novak Djokovic (39), der vor allem in entscheidenden Momenten gerne bis zu 25 Mal den Ball antippt, bevor er aufschlägt.

Doch auch Boris Becker (58), ehemaliger Trainer von Zverev und selbst eine Legende des Tennissports, äußert Kritik an diesem Vorgehen. „Mein einziger Kritikpunkt an Sascha Zverev ist dieses ständige Ball-Auf- und Abtippeln vor dem zweiten Aufschlag“, sagte er im gemeinsamen Podcast „Becker Petkovic“ mit Andrea Petković.

Becker wurde sogar noch deutlicher: „Es braucht dringend eine neue Regel, wie viel Zeit ein Spieler vor dem zweiten Aufschlag haben darf.“ Beim Kommentieren sei er regelrecht nervös geworden und habe sich gefragt: „Wann geht er denn endlich los?“

Bislang hat sich Zverev selbst zu dem Thema noch nicht geäußert. Es bleibt abzuwarten, wie häufig er am Davis-Cup-Wochenende den Ball vor dem Aufschlag erneut so oft auftippen wird und wie die Fans bei künftigen Turnieren darauf reagieren.