Nach dem schmerzhaften WM-Aus gegen Paraguay: Wie geht es weiter mit Bundestrainer Julian Nagelsmann?
Foxborough (Massachusetts/USA) – Kaum Minuten nach dem äußerst enttäuschenden Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der WM 2026 begann bereits die Debatte um Bundestrainer Julian Nagelsmann (38). Während seine Ehefrau Lena auf der Tribüne hinter einer dunklen Sonnenbrille Tränen vergoß, signalisierte der Coach seine Bereitschaft, weiterhin im Amt bleiben zu wollen. Doch stellt sich die Frage: Hat der Deutsche Fußball-Bund überhaupt noch Interesse an einer weiteren Zusammenarbeit?
In den Gesprächen nach dem dramatischen Elfmeterschießen gegen Paraguay rückte Sportdirektor Rudi Völler (66) Nagelsmann in Schutz. „Er ist ein erstklassiger Trainer. Ich bin weiterhin überzeugt, dass er vermutlich der geeignete Kandidat ist, um den Weg fortzusetzen. Allerdings entscheide ich nicht allein beim DFB“, erklärte Völler. Ob er selbst künftig noch maßgeblich mitbestimmen darf, bleibt unklar.
Nagelsmann selbst äußerte seinen Wunsch, im Amt zu bleiben: „Ich möchte gerne weitermachen. Ich bin bereit, falls man das möchte. Sollte das nicht der Fall sein, erwarte ich eine klare Ansage“, sagte er im Interview bei Magenta TV.
Die Sympathien für Julian Nagelsmann innerhalb der deutschen Öffentlichkeit sind seit längerem auf dem Rückzug. Besonders vor und während der WM wurde seine Art der Kommunikation sowohl nach außen als auch innerhalb des Teams immer wieder kritisiert. Fußballlegende und Experte Lothar Matthäus (65) rechnet sogar mit einem baldigen Ende seiner Amtszeit.
„Nach dieser Weltmeisterschaft denke ich, dass ein neuer Trainer her muss. Das war einfach zu viel. Es gibt wohl einiges aufzuarbeiten, sowohl auf dem Spielfeld als auch abseits davon“, äußerte Matthäus gegenüber der Bild-Zeitung.
Die taktischen Entscheidungen Nagelsmanns im Sechzehntelfinale stießen vielerorts auf Unverständnis. Dass er im K.o.-Spiel überraschend Edeljoker Deniz Undav (29) von Beginn an aufstellte und weiterhin auf Leroy Sané (30) setzte, überraschte viele. Noch verwunderlicher jedoch war die Entscheidung, Nick Woltemade (24), der bis dato keine einzige Spielminute bei dieser WM hatte, den entscheidenden Elfmeter ausführen zu lassen.
Diese Wahl sorgte selbst bei ZDF-Expertin Fritzy Kromp (41) für Entsetzen: „Man hat ihn gefühlt verheizt – und gerade heute braucht man ihn. Dass er dann versagt, macht mich sprachlos. Das ist auch undankbar gegenüber dem Spieler“, so die Trainerin von Werder Bremens Frauenmannschaft.
Im Anschluss an das Ausscheiden entfachte bei Magenta TV die Debatte um einen möglichen Nachfolger Julian Nagelsmanns: Jürgen Klopp (59) wurde ins Spiel gebracht.
Der „Head of Global Soccer“ bei Red Bull hatte bereits vor dem ersten Gruppenspiel für Aufsehen gesorgt, als ihm live im Fernsehen ein Satz herausrutschte: „Zum Glück stellt Julian Nagelsmann die Mannschaft auf, zumindest noch – noch!“
Obwohl Klopp sich später für diese Aussage beim Bundestrainer entschuldigte, sorgte der Satz bereits für Spekulationen, obwohl das Turnier für Deutschland zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht begonnen hatte.
Nach dem Ausscheiden brachte Moderator Johannes B. Kerner (61) Klopp als möglichen Nachfolger ins Gespräch: „Was müsste passieren, damit du dir den Bundestrainer-Posten vorstellen könntest?“
Der frühere Trainer von Borussia Dortmund und dem FC Liverpool antwortete: „Darüber habe ich noch nicht nachgedacht. Ich kenne die Situation, wenn große Träume platzen. Ich verstehe, dass mein Name fällt, wenn es um den Bundestrainer geht, aber jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt, darüber zu sprechen – vor allem nicht mit mir.“ Das klang nicht nach einem endgültigen Ausschluss.
Klopp ergänzte: „Ich habe einen Job, den ich sehr schätze. Und soweit ich weiß, ist der Bundestrainer-Posten kein Halbtagsjob. Fakt ist, Deutschland ist ausgeschieden, und das ist nicht der Moment, um über meine Person als Nachfolger zu sprechen.“
Fakt bleibt, dass die Verantwortlichen des DFB jetzt intensiv beraten und sorgfältig analysieren werden, wer der passende Kandidat ist, um die deutsche Nationalmannschaft für die Europameisterschaft 2028 im Vereinigten Königreich und Irland sowie für die WM 2030 in Spanien, Portugal und Marokko auf Kurs zu bringen.