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Tochter Zoey motiviert Papa Liebscher-Lucz für WM-Erfolg

Dresden/Posen – Zahlreiche Stunden im Fitnessstudio, unzählige Kilometer auf dem Wasser und oft getrennt von seiner Frau Dori sowie den Töchtern Zoey (3) und Kira (1) – all die Opfer zeigen für Tom Liebscher-Lucz (33) spätestens am Freitag bei der Weltmeisterschaft in Poznan ihren Wert.

Das Talent vom Dresdner Kanuclub strebt im Vierer über 500 Meter erneut an, "eine Medaille in den Händen zu halten". Dabei spielt die Farbe der Auszeichnung für das Team, das bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio und 2024 in Paris triumphierte, keine Rolle. Zuletzt gewann man 2023 WM-Gold.

"Wir haben es geschafft, dass sich die Nationen immer näher gekommen sind. Jeder will uns schlagen, sodass es jetzt auf den letzten Metern darauf ankommt: Wer kann noch alles geben, geistig frisch bleiben und seine Erfahrung ausspielen," erklärt der 33-Jährige. "Taktische Spielchen, wie in den Anfangsjahren, als 2017 die Vierer-Distanz von 1000 auf 500 Meter geändert wurde, sind nicht mehr möglich. Im Mittelteil muss die Geschwindigkeit konstant hoch sein."

Der Vorlauf beginnt heute Mittwoch um 9:37 Uhr – eine eher leichte Hürde. Die besten sechs Boote qualifizieren sich für das Halbfinale, das am Donnerstag gegen 15 Uhr stattfindet.

Der erste Wettkampf mit der Konkurrenz verspricht dennoch spannend zu werden. Liebscher-Lucz erläutert warum: "Eigentlich wollten wir das Trainingslager in München nutzen, um als Team wieder besser zusammenzufinden. Seit unserem Olympiasieg haben wir kaum gemeinsam trainiert. Leider hatten wir alle nacheinander mit einer Magen-Darm-Grippe zu kämpfen."

Außerdem kämpft der Dresdner am Sonntag im Einer über 500 Meter um eine Medaille. Sein letzter Weltmeistertitel liegt bereits 2019 zurück. Dieses Jahr ist er besonders motiviert und erhielt von seinem Bootsbauer Nelo sogar ein neues Rennboot.

"Die Tests verliefen vielversprechend, allerdings war das Modell 700 Gramm zu schwer," berichtet Liebscher-Lucz. "Daraufhin schickte man mir eine leichtere Version – direkt nach Dresden. Freunde brachten das Boot schließlich nach München."

Beim Auspacken war der Sportler sichtlich bewegt: "Meine Tochter Zoey hat das Boot mit Aufklebern versehen, um mich zu motivieren." Zusammen mit seinen Eltern begleitet die Älteste ihn auch bei den Wettkämpfen in Polen. Wenn das nicht doppelt Glück bringt!