Forderungen eines ZEIT-Artikels lösen bei FCM-Anhängern heftige Kritik aus
Magdeburg – Nur wenige Tage vor dem Auswärtsspiel des 1. FC Magdeburg gegen Hertha BSC sorgt ein Beitrag in der ZEIT für große Empörung unter den FCM-Fans. In der Kolumne wird die These aufgestellt, dass die „Alte Dame“ die Demokratie stärken könnte, wenn sie mehr Eintrittskarten an die Anhänger des FCM vergeben würde. Der Autor vermutet nämlich, dass sich unter den Magdeburger Fans zahlreiche potenzielle AfD-Wähler befinden.
„Die Magdeburger Fangemeinde wird als reiselustig, aber teilweise auch problematisch eingeschätzt. Es komme vor, dass Nazi-Spruchbanner gezeigt, rassistische Gesänge angestimmt und rechtsextreme Erlebniswelten gepflegt werden. Deshalb darf man unter den FCM-Anhängern mit einer gewissen Anzahl möglicher AfD-Wähler rechnen“, schreibt ZEIT-Autor Peter Dausend in seiner Kolumne.
Da das Spiel gegen Hertha am gleichen Tag wie die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt stattfindet, hofft der Verfasser, dass potenzielle AfD-Wähler aus Magdeburg nicht zur Wahlurne gehen, wenn sie zum Auswärtsspiel in Berlin unterwegs sind.
Er führt aus, dass „eine Briefwahl für die AfD-Wähler in Deutschland keine wirkliche Alternative darstellt“. Seine Forderung an Hertha lautet deshalb, den FCM-Fans noch mehr Tickets anzubieten, um so „die Demokratie zu bewahren“.
Der Artikel hat sowohl Empörung als auch Verwunderung ausgelöst, weshalb die ZEIT inzwischen eine kurze Stellungnahme in den Kommentaren veröffentlicht hat: „Der Beitrag ist Teil einer Kolumnenreihe ('Jetzt mal was anderes'), die mit einem Augenzwinkern zu verstehen ist. Der Autor vertritt nicht die Auffassung, dass alle Fans des 1. FC Magdeburg der extremen Rechten zuzuordnen sind“, heißt es dort.