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Fluch oder Chance? Die XXL-Länderspielpause bietet Union eine große Möglichkeit

Berlin – Nach 17 Gegentoren, dem schlechtesten Abwehrverhalten der Liga, lediglich einem Punkt und einer eher wackeligen Defensive statt einer stabilen Abwehrmauer dürfte man beim 1. FC Union Berlin froh sein, dass nun endlich die Länderspielpause eingetreten ist.

Anders als üblich stehen den Eisernen diesmal drei Wochen zur Verfügung, um die bittere 0:7-Niederlage gegen die Bayern mental zu verarbeiten.

Neuzugang und Trainer Mauro Lustrinelli (50) zeigte sich zumindest erleichtert, dass der Spielbetrieb vorerst ruht.

„Es ist sehr wichtig, dass die Spieler jetzt den Kopf frei bekommen, ein paar Tage für sich haben und wieder neue Energie tanken können. Danach kehren wir zurück und machen weiter“, erklärte der Schweizer.

Diese Pause gleicht fast einer kurzen Vorbereitung. Der 50-Jährige kann nun einen Neustart wagen, denn seine Spielweise greift bislang noch nicht wie gewünscht. Dennoch hält er weiterhin an seinem Konzept fest.

Allerdings kann Lustrinelli nicht aus dem Vollen schöpfen: Andras Schäfer (27), Michel Aebischer (29), Aljoscha Kemlein (22), Tom Rothe (21) und Linus Güther (16) sind mit ihren National- beziehungsweise Jugendnationalmannschaften unterwegs.

Union verfolgt bewusst einen neuen Weg unter Lustrinelli und möchte einen anderen Fußballstil etablieren. Das braucht Zeit. Die Anzahl der kassierten Gegentreffer ist allerdings alarmierend – kein Bundesliga-Team hat bisher so viele Gegentore zulassen müssen wie die Köpenicker.

Früher war es Teil der Eisen-Philosophie, den Gegnern das Leben schwer zu machen. Doch mittlerweile werden Gegentore viel zu leichtfertig zugelassen. In sieben Jahren Bundesliga hat Union nie vor dem achten Spieltag so viele Gegentore bekommen wie jetzt schon nach dem vierten.

Ein Hauptproblem: Lustrinelli hat noch nicht das ideale Innenverteidiger-Duo gefunden. In vier Partien setzte Union bereits auf drei unterschiedliche Kombinationen – zuletzt zweimal auf Felix Uduokhai (28) und Leopold Querfeld (22).

Nach der deutlichen Niederlage gegen Bayern könnte bald eine neue Variante ausprobiert werden. Rückkehrer Marvin Friedrich (30), der zuletzt verletzt war, hat gute Chancen, die Pause zu nutzen und anschließend sein Comeback zu feiern. Mit ihm könnte der Neuanfang gelingen.

Fest steht: Union benötigt dringend Zähler. Gegen den Aufsteiger Elversberg ist ein Sieg eigentlich Pflicht, sonst drohen unangenehme Zeiten. „Irgendwie habe ich das Gefühl, dass diese Saison von Beginn an richtig intensiv wird. Jeder sammelt sofort Punkte, und wir müssen jetzt auch damit starten“, betonte Kapitän Christopher Trimmel (39).