Mutter des Nationaltrainers verstorben: FIFA untersagt Trauerflor während WM-Partie
Boston (USA) – Am Freitagabend sicherte sich Frankreich mit einem 4:1-Sieg gegen Norwegens zweite Auswahl den ersten Platz in der Gruppe, obwohl Trainer Didier Deschamps (57) nicht anwesend war. Der Coach war vor dem Spiel in seine Heimat gereist, da seine Mutter am Dienstag verstorben und am Freitag beigesetzt wurde. Eine ausdrückliche Geste des Mitgefühls seitens der Mannschaft wurde von der FIFA jedoch nicht gestattet.
Die französischen Spieler hatten beabsichtigt, zu Ehren der verstorbenen Mutter ihres Trainers Trauerflor zu tragen und hatten hierfür die Genehmigung bei der FIFA eingeholt – diese wurde jedoch abgelehnt.
Die FIFA legt strenge Vorschriften für die Spielkleidung fest; Armbinden sind lediglich für von der Organisation genehmigte Aufklärungskampagnen erlaubt. Schwarze Trauerbinden als Zeichen der Anteilnahme zählen nicht dazu.
Vor dem Anpfiff wurde dennoch eine Schweigeminute eingelegt, allerdings nicht zu Ehren von Deschamps’ Mutter, sondern im Gedenken an die verheerenden Erdbeben in Venezuela, bei denen mindestens 920 Menschen ums Leben kamen.
Was den Spielern verwehrt blieb, übernahmen die Fans: Sie zeigten ihre Unterstützung für den Trainer mit einem Banner, auf dem „Wir sind bei dir, Didier“ stand.
Während Deschamps für die Beerdigung in Frankreich weilt, leitete Co-Trainer Guy Stéphan (69) die Équipe Tricolore und führte das Team zu einem eindrucksvollen 4:1 gegen die skandinavische Mannschaft, die mit zehn neuen Spielern in der Startaufstellung antrat und unter anderem auf ihren Star Erling Haaland (25) verzichtete.
Nach dem Match zeigte sich Stéphan erleichtert: „Hätte uns vor drei Monaten jemand gesagt, dass wir diese Gruppenphase mit neun Punkten abschließen, hätten wir sofort zugestimmt“, erklärte der langjährige Assistent von Deschamps. „Ein drittes Gruppenspiel ist immer eine Herausforderung.“
„Meine Gedanken sind derzeit natürlich bei Didier. Wir freuen uns alle darauf, dass er bald zurückkehrt und schon am Samstagnachmittag wieder mit uns trainieren kann.“
Diese Weltmeisterschaft wird die letzte für Deschamps als Nationaltrainer Frankreichs sein; nach 14 Jahren an der Seitenlinie wird er nach dem Turnier zurücktreten. Auf dem Weg zum möglichen zweiten WM-Titel nach 2018 trifft das Team um Kapitän Kylian Mbappé (27) zunächst auf Schweden, im Achtelfinale wäre dann möglicherweise Deutschland der nächste Gegner.