Das ist Dynamos zentrale Erkenntnis aus der Niederlage in Nürnberg
Dresden – Sicherlich kann man den Spielern von Dynamo Dresden nicht vorwerfen, dass sie nicht alles gegeben hätten. Jeder der 16 Akteure, die während der 90+5 Minuten in Nürnberg auf dem Platz standen, brannte auf diesen Saisonstart. Die 0:3-Niederlage hatte jedoch andere Ursachen.
„Das war ein Weckruf, der zeigt, worauf es wirklich ankommt. Wir müssen uns schnell wieder auf jene Dinge konzentrieren, die uns im vergangenen halben Jahr stark gemacht haben. Das bedeutet vor allem, die Grundlagen im Spiel gegen den Ball zu festigen. Erst dann werden wir auch in der Offensive erfolgreicher sein“, betonte Niklas Hauptmann (30) nach der Auftaktpleite und traf damit den Nagel auf den Kopf.
Alle befragten Spieler hoben diese „Grundlagen“ hervor, die in Nürnberg fehlten. Es lag keinesfalls am Einsatzwillen. „Wenn du im Zweikampf gegen den Ball einen Schritt zu spät bist, kostet dich das viel Kraft, du rennst viel hinterher. Faktisch hatten wir dort keinen Zugriff, und dann gerät man in einen Teufelskreis, weil man dem Ball ständig hinterherlaufen muss. Von außen könnte das dann so wirken“, erklärte Hauptmann.
53 Prozent aller Duelle gingen an einen Spieler des „Clubs“, die meisten davon gewann Javier Fernandez (18). Bester Dynamo-Spieler war Robert Wagner mit neun gewonnenen Zweikämpfen. Doch es fehlten auch schwer messbare Aspekte.
Torwart Tim Schreiber (24) kritisierte die mangelnde Kommunikation – ein „Grundpfeiler“, wie auch Dynamos Kapitän hervorhob: „Es ist wichtig, von hinten nach vorn zu sprechen und den Mitspielern zu helfen.“
Trainer Thomas Stamm (43) wollte zwar nicht von fehlenden Grundlagen sprechen, erwähnte jedoch einige Punkte: „Grundsätzlich rede ich nicht gerne von Basics, denn die Grundintensität, die Einstellung und Arbeitsweise der Jungs sind seit meinem Amtsantritt bei Dynamo immer sehr gut. Auch wenn es Spiele gibt, in denen von außen behauptet wird, es war kein gutes und intensives Match. Wir haben trotzdem unsere Laufwege absolviert, nur in den entscheidenden Momenten hat es nicht gereicht“, so der Schweizer.
Er fügte hinzu: „Was die Schnelligkeit im Handeln, das Pressing und das Gewinnen der zweiten Bälle angeht, war Nürnberg deutlich besser. Auch das zweite Gegentor verdeutlichte, wie wichtig Wachsamkeit und schnelle Reaktionen sind. Das Gewinnen der zweiten Bälle hängt stark damit zusammen. Wie viel Ballbesitz hast du? Wenn du ständig nur gegen den Ball spielst, ist das mental oft deutlich anstrengender.“
Vielleicht war die Niederlage in Franken wirklich ein Warnsignal. Ob der Heimstart gegen Darmstadt am Sonntag eine Reaktion zeigt, wird sich bald weisen ...