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Lebensbedrohliche Situation beim Ultralauf: Weltweit bekannter „Moab 240“ wird abgesagt

Moab (USA) – Der „Moab 240“ zählt zu den extremsten Ultraläufen überhaupt. Die rund 389 Kilometer lange Strecke fordert die Teilnehmer an ihre Grenzen – nicht zuletzt aufgrund der Wetterwechsel, die im rauen Outback von Utah keine Seltenheit sind. Doch als die Bedingungen in diesem Jahr für Läufer und Helfer am Streckenrand lebensgefährlich wurden, sahen sich die Organisatoren gezwungen, das Rennen abzubrechen.

Für viele kaum vorstellbar: Eine Distanz von 389 Kilometern mit insgesamt 9700 Höhenmetern führt über Schotterpisten, Wiesen, Felder, Gebirge und Wüstenflächen durch das abgelegene Utah.

Seit 2017 stellen sich alljährlich mehr als 200 Läuferinnen und Läufer dieser enormen Herausforderung und kämpfen sich durch die unbarmherzige Landschaft.

Am vergangenen Freitag fiel erneut der Startschuss für das mehrtägige Rennen.

Noch bevor ein Teilnehmer die Ziellinie erreichen konnte, gaben die Veranstalter das vorzeitige Ende bekannt: „Nach intensiven und sorgfältigen Abwägungen haben wir die äußerst schwere Entscheidung getroffen, den Moab 240 abzubrechen. Die Wetterlage hat sich inzwischen derart verschärft, dass eine sichere Fortsetzung des Rennens nicht mehr gewährleistet werden kann“, hieß es in einer offiziellen Stellungnahme.

Vorab hatten heftige Regenfälle aus kleinen Bächen, die normalerweise leicht passierbar sind, reißende Flüsse gemacht. Auch die Crewmitglieder in den Zelten entlang der Strecke gerieten zunehmend in Gefahr durch die Wassermassen.

In der Nacht zum Sonntag führten die starken Niederschläge dazu, dass rund 70 Teilnehmer und Helfer von der Außenwelt abgeschnitten wurden. Die Fluten waren so mächtig, dass sie die Betroffenen in ihren Zelten festhielten. Erst am nächsten Morgen konnte ein Hubschrauber einen sicheren Fluchtweg durch den Canyon aufzeigen, sodass sie das Camp verlassen konnten.

Die Organisatoren setzten Busse ein, um die gestrandeten Personen abzuholen, doch die Lage verschlechterte sich zusehends.

Die Athleten hatten sich zwar auf schwierige Wetterverhältnisse vorbereitet – schließlich wurde der Moab 240 bisher niemals unterbrochen. Doch viele Abschnitte der Strecke wurden nun zur lebensgefährlichen Herausforderung. Zum einen hatte ein Waldbrand vor einigen Monaten zahlreiche Bäume zerstört, die sonst Schutz vor dem Regen geboten hätten. Zum anderen verläuft der Kurs durch weitläufige Gebiete, in denen Blitzeinschläge eine ernsthafte Gefahr darstellen. An steilen Hängen drohten die Läufer abzurutschen, was tödlich hätte enden können.

Auf Facebook kursiert zudem ein Video von Ashley Paulson (45), der bis dahin führenden weiblichen Teilnehmerin, die zeigt, wie sie unter umgestürzten Bäumen hindurchklettert, die wenige Minuten zuvor umgefallen waren.