Weiß St. Pauli noch, wie man erfolgreich ist? Nach Pokal-Aus gegen Essen bleiben viele Fragen offen
Hamburg – Hat St. Pauli das Gewinnen verlernt? Oder hat Martijn Kaars verpasst, wie man Tore erzielt? Diese und weitere Fragen beschäftigen sowohl die Mannschaft als auch Trainer Marcel Rapp (47) nach dem frühen Aus in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen den Drittligisten Rot-Weiss Essen (0:2).
In der ersten Halbzeit bot sich Kaars gleich zweimal die Gelegenheit, das 1:0 zu erzielen. Doch beide Male verfehlte sein Schuss das Tor und ging weit über den Essener Kasten.
Warum das so war, konnte nach Spielende keiner der Kiezkicker wirklich beantworten. Auch Rapp äußerte sich diesbezüglich bei Sky zurückhaltend.
„Ich weiß nicht, warum er diese riesigen Chancen nicht genutzt hat – wahrscheinlich weiß das er selbst auch nicht“, sagte der Trainer.
Man stehe als Mannschaft zusammen und wolle nun keine Schuld bei einzelnen Spielern suchen, betonte auch Branimir Hrgota (33). „Letzte Woche hat er noch getroffen, diese Woche eben nicht – so läuft das nun mal im Fußball“, erklärte er.
Dabei hätte gerade ein solcher Treffer der Partie eine völlig andere Dynamik und womöglich auch einen anderen Ausgang geben können. Auch RWE-Coach Uwe Koschinat (54) räumte nach dem Spiel ein, dass das Ergebnis – wenn auch nicht ausschließlich – maßgeblich durch die vergebenen Chancen von Kaars beeinflusst wurde.
„Wenn der Favorit einen guten Start ins Spiel findet, wird es für uns erheblich schwieriger“, gab Koschinat offen zu. Dennoch betonte er, dass sich sein Team insbesondere in der zweiten Halbzeit auf Augenhöhe mit dem Zweitligisten bewegen konnte.
Denn in der zweiten Hälfte gelang St. Pauli nicht eine nennenswerte Torchance. Das gab auch Rapp am Sonntagabend zu: „Ich denke, fußballerisch waren wir einfach nicht gut genug, vor allem im zweiten Durchgang.“
Erwähnenswert ist dabei, dass Neuzugang Branimir Hrgota oft der einzige Akteur war, der nach vorne wirklich Impulse setzen konnte.
Dennoch müsse die gesamte Mannschaft Verantwortung übernehmen, so der ehemalige Fürther weiter.
„Wir machen einfach keine Tore. Wir hatten zwei, drei große Chancen. Sowohl offensiv als auch defensiv müssen wir besser werden!“
Verbessern kann Braun-Weiß das nun nur noch in der 2. Liga, denn die Pokal-Saison ist bereits nach dem ersten Spiel beendet.
Sky-Experte Fabian Klos (38) warnte jedoch davor, das Pokal-Aus zu schnell abzuhaken: „Ich glaube, St. Pauli hat mittlerweile verlernt, wie sich ein Sieg anfühlt. Das macht es umso schwerer, wieder in einen Rhythmus zu finden, in dem Erfolge zur Normalität werden.“