Warum der Wechsel für Eintracht-Torwart Atubolu „keine einfache Phase“ war
Von Ulrike John
Frankfurt am Main – Noah Atubolu (24), der neue Torhüter von Eintracht Frankfurt, hat sich erstmals zu seiner langwierigen Wechselphase in diesem Sommer geäußert. „Ich habe viel über das Beratergeschäft gelernt und erkannt, wer meine wahren Unterstützer sind – Freunde und Familie, die immer hinter mir stehen“, erklärte der 24-Jährige bei einer Pressekonferenz des hessischen Bundesligisten.
Nach mehr als zehn Jahren beim SC Freiburg plante Atubolu ursprünglich einen Wechsel in die englische Premier League. Erst Ende der vergangenen Woche kam der Transfer zur Eintracht zustande, wo er beim 3:3 zum Saisonstart gegen Union Berlin in der Startformation stand.
„Nach dem Europa-League-Finale und in den darauffolgenden acht Wochen ist viel passiert. Mein Sommerurlaub war nicht so erholsam, wie es eigentlich sein sollte. Ich habe einiges erlebt, und nicht alles lief reibungslos“, berichtete der Torwart, der sein letztes Pflichtspiel für Freiburg beim 0:3 gegen Aston Villa absolvierte.
„Es war keine einfache Zeit, weil Dinge passiert sind, die so nicht in Ordnung waren.“ Jetzt sei er glücklich, in Frankfurt zu sein: „Das ist ein großartiger Verein, ein sehr, sehr großer Club. Ich freue mich riesig, hier spielen zu dürfen.“
Die Eintracht hat Atubolu zunächst für ein Jahr ausgeliehen, mit einer anschließenden bedingten Kaufverpflichtung.
Der ehemalige U21-Nationaltorwart hatte seinen ursprünglich bis 2027 gültigen Vertrag in Freiburg verlängert, um diesen Sommer ausgeliehen werden zu können. Der zuvor in Frankfurt in der Kritik stehende Kaua Santos (40) ist nun nur noch Ersatzkeeper, während Michael Zetterer zu Leeds United gewechselt ist.
Atubolu lobte besonders den Umgang des SC Freiburg mit ihm in dieser ungewissen Phase. Das Verhalten von Trainer Julian Schuster (41), der Mannschaft und der sportlichen Leitung sei „unglaublich“ gewesen: „Ich glaube nicht, dass es in vielen anderen Vereinen so abgelaufen wäre. Freiburg wird immer einen Platz in meinem Herzen haben. Dort arbeiten einfach tolle Menschen.“
SC-Vorstand Jochen Saier (48) kommentierte den späten Abschluss des Transfers mit den Worten: „Wir hinter uns sehr herausfordernde Wochen und Monate.“
Auch in der deutschen Nationalmannschaft, die seit Kurzem unter der Leitung von Bundestrainer Jürgen Klopp (59) steht, wird Atubolu hoch eingeschätzt – er gehörte bereits zum erweiterten Kader.
Ansprüche stellt der Torhüter jedoch keine: „Mir war wichtig, hierher zu kommen, weil ich in Deutschland weiterhin im Blickfeld bleiben möchte. Mein Ziel ist es zunächst, mich hier zu etablieren und Leistung zu zeigen.“
Tabellenstand der 1. Bundesliga
Die Tabelle der Bundesliga hat folgende Bedeutung: Der Verein, der am Saisonende auf Platz 1 steht, wird Deutscher Meister. Die Mannschaften auf den Plätzen 17 und 18 steigen in die 2. Bundesliga ab. Der Drittletzte (Position 16) darf in der Relegation um den Verbleib in der Liga kämpfen. Dabei tritt er gegen den Drittplatzierten der 2. Bundesliga an.