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Obwohl der Dynamo-Keeper bereits wieder trainiert: Lennart Grill darf noch nicht eingesetzt werden

Windischgarsten (Österreich) – Bei vier Torhütern stellt sich die Frage: Ist einer zu viel? Muss jemand den Verein verlassen? Trifft es Lennart Grill, weil er bislang noch keine Spielminuten sammeln konnte? Im Trainingslager tauchen diese Überlegungen immer wieder auf. Die Situation ist jedoch komplizierter, als sie auf den ersten Blick wirkt. Es gibt einen guten Grund, warum der 27-Jährige zwar am Training teilnimmt, aber bisher nicht zum Einsatz kommt.

Der Grund liegt darin, dass ihm die ärztliche Freigabe fehlt. Aus versicherungstechnischen Gründen darf er deshalb in Testspielen noch nicht auf dem Platz stehen, obwohl er im Training vollständig mitwirken kann.

So saß Grill auch beim Freundschaftsspiel gegen Graz auf der Tribüne, übernahm die Rolle des Co-Kommentators bei DynamoTV und sprach dort offen über seine Verletzung. „Ich würde bei Testspielen gern wieder auf dem Feld stehen, doch momentan ist das noch nicht erlaubt“, erklärte er.

Inzwischen geht es ihm wieder besser, wie er durchblicken lässt. Gleichzeitig räumt er ein, dass die erste Phase nach der Verletzung auch mental eine große Herausforderung für ihn war.

„Nach der Operation habe ich acht Kilogramm Muskelmasse im Bein verloren, die ich erst wieder aufbauen muss. Alles entwickelt sich jedoch in die richtige Richtung. Mein Ziel ist es, meine volle Leistungsfähigkeit zurückzugewinnen und das Niveau zu erreichen, das ich vor der Verletzung hatte“, schildert Grill.

Nach dem Trainingslager steht eine weitere medizinische Untersuchung an, bei der die nächsten vier Schritte mit ihm besprochen werden sollen.

Da noch unklar ist, wie es mit Grill weitergeht, könnte Dynamo mit vier Torhütern in die Hinrunde starten und die Lage im Winter neu bewerten. Nach aktuellen Informationen von TAG24 wurde bislang keinem der Torhüter aus dem Quartett signalisiert, dass er den Verein verlassen muss.

Im Gegenteil: „Ich bin momentan froh, dass wir alle vier bei uns haben“, betonte Sportdirektor Sören Gonther (39). „Die Situation kann sich schnell ändern, ein Spieler ist noch angeschlagen, und dann stehen wir plötzlich wieder nur mit zwei Torhütern da.“

Dass ein solches Szenario Realität werden kann, zeigte bereits die vergangene Saison: Zuerst der Handbruch von Tim Schreiber (24), dann die Knieverletzung bei Grill und schließlich in der Rückrunde die langwierige Bauchmuskelverletzung von Elias Bethke (23).