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„Ist das hier der afrikanische Tisch?“: Darum wurde der Ex-Aue-Trainer Härtel gesperrt

Berlin – Jens Härtel (57) erlangte als Aufstiegstrainer beim 1. FC Magdeburg und Hansa Rostock große Anerkennung. Seine Amtszeit beim Erzgebirge Aue (Januar 2025 bis Januar 2026) verlief jedoch weniger erfolgreich und endete mit seiner Entlassung aufgrund sportlicher Misserfolge. Im Sommer fand der 57-Jährige eine neue Aufgabe als Trainer der U19 von Union Berlin. Nach anonymen Vorwürfen wegen diskriminierender Bemerkungen legte Härtel daraufhin sein Amt nieder.

„Jens Härtel hat sein Traineramt bei den U19-Junioren des 1. FC Union Berlin aufgegeben. Damit reagiert er auf einen Strafantrag des DFB-Kontrollausschusses, der ihm wegen diskriminierender Äußerungen im Trainingsbetrieb ein mehrwöchiges Tätigkeitsverbot als Coach auferlegen möchte“, teilten die Eisernen mit.

Am Montag verhängte das DFB-Sportgericht eine Sperre von zwölf Wochen, von denen vier zur Bewährung ausgesetzt werden – vorausgesetzt, Härtel absolviert ein Konflikt- und Deeskalationstraining bei der zentralen Anlaufstelle für Gewalt-, Diskriminierungs- und Extremismusfälle oder einer ähnlichen Einrichtung und weist dies dem Verband bis zum 30. April 2027 nach.

Bislang wurde von allen Beteiligten zu den Hintergründen und Details der drei im Urteil genannten diskriminierenden Vorfälle geschwiegen.

Ein Bericht der „Bild“-Zeitung bringt nun erste Einblicke: Demnach hatte Härtel während eines Sommer-Trainingslagers eine Team-Building-Maßnahme initiiert. Ziel war es, dass sich Spieler und Trainer neu zusammensetzen, sich kennenlernen und gegenseitig Vertrauen aufbauen.

Im Rahmen dessen wurde die Sitzordnung beim gemeinsamen Mittagessen verändert. Als sich mehrere schwarze Spieler an einem Tisch platzierten, habe Härtel angeblich im Vorbeigehen gefragt: „Ist das hier der afrikanische Tisch?“

Wie „Bild“ weiter berichtet, wurden Union Berlin sowie weitere Institutionen (darunter der DFB, der Berliner Senat und der Landessportbund) anonym in einem sechsseitigen Schreiben über den Vorfall informiert.

Im Zuge der internen Untersuchungen und Befragungen habe sich jedoch kein Spieler oder Mitarbeiter gemeldet, der sich durch diese Äußerung verletzt oder diskriminiert fühlte.