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Meisterkandidat mit holprigem Start: Beim Nordost-Club brodelt es bereits!

Berlin – Nach drei Partien hat die VSG Altglienicke erst zwei Punkte auf dem Konto. Der selbsternannte Favorit auf den Meistertitel in der Regionalliga Nordost zeigt sich unzufrieden, hinter den Kulissen regt sich schon Unruhe.

Sportdirektor Torsten Mattuschka (45) beugte sich über das Geländer in Babelsberg und gab während der Halbzeitpause dem Trainer Dan Twardzik (35) energisch Anweisungen. Kurz zuvor hatte Altglienicke die erste Niederlage einstecken müssen.

Inzwischen zogen sich die beiden prominentesten Neuzugänge John-Anthony Brooks (33) und Tolga Cigerci (34) in die Kabine zurück, unauffällig in Freizeitkleidung. Beide kämpfen erneut mit muskulären Beschwerden und stehen somit nicht zur Verfügung.

Der Saisonstart bei Altglienicke verläuft alles andere als optimal!

Da das erste Heimspiel buchstäblich dem Dauerregen zum Opfer fiel, konnte Spitzenreiter Chemnitzer FC nach drei Spieltagen schon auf sieben Punkte davonziehen. Psychologisch gerät die VSG seit Dienstagabend unter enormen Druck und hinkt der Konkurrenz jetzt schon hinterher:

„Ich bin mit meiner Mannschaft nicht zufrieden, so wie wir aufgetreten sind. Grundsätzlich reicht das nicht für unsere Ansprüche“, ließ Twardzik verlauten.

Diese Aussagen klingen nicht neu! Bereits nach dem Auftaktspiel gegen Aue (3:3) hatte der VSG-Coach von den eigenen Erwartungen gesprochen. Mittlerweile sollte jedem klar sein: Namen allein bringen keine Erfolge.

Der große Abstand zum direkten Aufstiegsplatz erklärt sich auch dadurch, dass der neu verlegte Rasen im Altglienicker Stadion in Fürstenwalde den starken Regenfällen nicht standhalten konnte.

Die Begegnung gegen die Hertha Bubis wurde kurzerhand abgesagt – für Babelsbergs Trainer Michael Braune (40) ein „mittelschwerer Skandal“.

Twardzik kommentierte die absurde Situation so: „Das tut wirklich weh. Wir hatten uns sehr darauf gefreut, endlich auf unserem neuen Rasen im eigenen Stadion zu spielen. Und dann wacht man auf, es regnet ununterbrochen und gegen halb elf erfahre ich, dass der Platz unter Wasser steht.“

Die Partie wird am kommenden Dienstag nachgeholt, sodass Altglienicke die Chance hat, den Rückstand an der Tabellenspitze zu verkürzen – vorausgesetzt, die Mannschaft zeigt Einsatzbereitschaft!

Der Auftritt in Babelsberg war alles andere als überzeugend und wirkte behäbig. Der vermeintlich hochkarätige Kader der VSG ließ in der ersten Halbzeit fast vollständig die Gegenwehr und Intensität vermissen, obwohl die Mannschaft nach einem spielfreien Wochenende ausgeruht ins Spiel startete.

In der Offensive ließ die Mannschaft ihre Chancen liegen. Ein Symbol dafür: Torschützenkönig Jonas Nietfeld (32) drosch einen Freistoß aus vielversprechender Position über die Tribüne.

Dass aus dem holprigen Start kein kompletter Fehlstart wurde, verdankt Altglienicke vor allem der Nachlässigkeit der Babelsberger. Der SVB vergab in der Nachspielzeit die Möglichkeit auf das 3:0 und stellte sich im Gegenzug völlig offen.

Zwei Minuten nach dem Anschlusstreffer zeigte Altglienicke erneut Kampfgeist und glich glücklich zum 2:2 aus (90.+4).

Am Freitagabend trifft die VSG auf das Überraschungsteam Greifswalder FC. Sollte im dritten Spiel kein Sieg gelingen, dürfte aus der Unruhe schnell offene Kritik werden.

Regionalliga Nordost Tabelle

Der diesjährige Meister der Regionalliga Nordost steigt direkt in die 3. Liga auf.