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Busse durchsucht, Fans erpresst und bestohlen? Fußballverein und Ultras kritisieren deutsche Polizei scharf!

Offenburg – Für das Europa-League-Spiel bei Bundesligist 1899 Hoffenheim wurden am Donnerstagabend rund 600 Anhänger von Olympique Lyon erwartet. Doch nicht alle der Fans erreichten ihr Ziel. Verantwortlich dafür macht der französische Klub die deutsche Polizei.

In einer am Freitag veröffentlichten Stellungnahme erklärte der Ligue-1-Club, dass Mitglieder der eigenen Fangemeinde "ohne jegliche Erklärung" von Bundespolizisten an der Grenze festgehalten wurden und deshalb das Spiel verpasst hätten.

Die betroffene Ultra-Gruppe „Bad Gones 1987“ schilderte in einer ausführlichen Erklärung, was ihrer Ansicht nach vorgefallen sei.

Demnach seien etwa 130 Fans auf der Busfahrt nach Sinsheim einer "völlig unverhältnismäßigen und absurden Kontrolle" unterzogen worden.

Besonders überrascht zeigten sich die Anhänger, da sie „in den vergangenen Jahren bereits zweimal nach Hoffenheim gereist sind, ohne jemals eine solche Maßnahme erleben zu müssen.“

Was sich vor Ort abspielte, beschrieben sie folgendermaßen: „Die Polizei stürmte gewaltsam unsere Busse, holte die Fans einzeln heraus, kontrollierte ihre Ausweise und führte Leibesvisitationen durch, wie wir sie in knapp 40 Jahren kaum erlebt haben“, berichtete die aktive Fangemeinschaft und veröffentlichte mehrere Fotos des mutmaßlichen Polizeieinsatzes. Darauf sind schwerbewaffnete Beamte, vermutlich auch Kräfte einer Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit (BFE), sowie auf dem Boden liegende Bussitze zu sehen.

Doch damit nicht genug: Die Ultras erhoben weitere schwere Vorwürfe. So hätten „80 übermotivierte Polizisten“ die Busse komplett durchsucht, Akkus und externe Powerbanks entwendet, von Fans, die ihren Ausweis in Lyon vergessen hatten, 40 Euro erpresst sowie Quittungen für beschlagnahmte „gefährliche Gegenstände“ ausgestellt.

Die Beamten hätten unter anderem drei Messer, einen Flaschenöffner, eine Rauchbombe und drei Schlauchschals sichergestellt – eine Darstellung, die auch ein Sprecher der Bundespolizeiinspektion Offenburg bestätigte.

Auf Nachfrage von TAG24 bestätigte dieser die Durchsuchung und erklärte, dass dabei „mehrere gefährliche Gegenstände, Maskierungsmaterialien und Pyrotechnik sichergestellt“ worden seien.

Die Kontrolle habe sich am Grenzübergang bei Iffezheim (Landkreis Rastatt) über mehrere Stunden hingezogen.

Zuvor seien die Busse im Rahmen eines Schwerpunkteinsatzes zur „Verhinderung illegaler Migration“ aufgefallen und daraufhin angehalten worden. Die Vorwürfe des Vereins wollte der Polizeisprecher jedoch „nicht in dieser Form bestätigen“ und fügte hinzu: „Sie entsprechen auch nicht ganz den angegebenen Tatsachen.“

Die Anschuldigung, Bussitze seien auseinandergebaut worden, wies er ebenfalls zurück: „Ich kann nicht genau sagen, wie das in diesem konkreten Fall ablief, aber normalerweise öffnen oder demontieren wir nichts. Unsere Kontrolle beschränkt sich meist auf einen Blick in Ablage- und Gepäckfächer. Dass wir etwas abschrauben, kommt eigentlich nicht vor.“

Auf die Frage, wann die Kontrolle beendet wurde, konnte er keine genaue Auskunft geben: „Man kann nur sagen, dass die Busse relativ spät ankamen und es aufgrund der vielen Funde in den Fahrzeugen knapp wurde, rechtzeitig nach Sinsheim zu gelangen.“

Nach Angaben der Ultras endete die Kontrolle erst gegen 20:40 Uhr, also lediglich 20 Minuten vor Spielbeginn. Für die Fans habe es daher „keinen Sinn gemacht“, die Fahrt fortzusetzen. Stattdessen seien sie umgekehrt und hätten somit die 0:3-Niederlage ihres Teams verpasst.