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Ex-Drittligist bis in die 6. Liga abgestürzt – Präsidium schlägt Alarm: „Der Abwärtstrend muss gestoppt werden“

Berlin – In der Spielzeit 2021/22 schaffte Viktoria Berlin den Aufstieg in die 3. Liga und begeisterte mit offensivem, attraktiven Fußball, zeitweise sogar als Tabellenführer. Nur vier Jahre später ist der traditionsreiche Berliner Verein bis in die sechste Liga, die Berlin-Liga, abgestiegen. Nun zieht der Klub eine drastische Konsequenz, während das Präsidium eindringlich vor der Situation warnt.

„Der freie Fall der ersten Herrenmannschaft muss endlich ein Ende finden, und gleichzeitig sollen die U19- und U17-Junioren weiterhin erfolgreich in der Regionalliga Nordost vertreten sein. Das ist das erklärte Ziel“, heißt es auf der Homepage des Vereins, formuliert vom Präsidium unter Leitung von Ulrich Brüggemann.

Die Lage ist kritisch. Aus dem ehemals vielleicht spannendsten Amateurfußball-Projekt Berlins ist mittlerweile das größte Sorgenkind geworden.

Zwei Abstiege in Folge, finanzielle Rückstände, eine vorläufige Insolvenz, mangelnde Transparenz, Spiele auf Kunstrasen und schwindende Zuschauerzahlen – die selbsternannte „dritte Kraft Berlins“ hat eine herbe Bruchlandung erlitten und steht nun vor dem Trümmerfeld ihrer Vergangenheit.

Die damals gegründete FC Viktoria 1889 Berlin Fußball GmbH ist in diesem Scherbenhaufen untergegangen, während die verantwortlichen Personen seit Monaten kaum noch in Erscheinung treten.

Die Webseite der GmbH wurde offenbar offline genommen, und der Ruf der visionären Gesellschafter-Brüder Tomislav und Zeljko Karajica ist massiv beschädigt.

Vielmehr hat der eingetragene Verein nun wieder die Führung übernommen – auch aus formalen Gründen: In der Berlin-Liga sind Kapitalgesellschaften als Klubs nicht zugelassen.

Das Spielrecht liegt somit beim eingetragenen Verein, der auf seiner Homepage erklärt: „Zwischen dem Verein und der Männer-GmbH wurde eine entsprechende Vereinbarung getroffen. Für die erste Herrenmannschaft war dies die einzige Möglichkeit, um in der kommenden Saison überhaupt eine Mannschaft in der Berlin-Liga melden zu können.“

Auch die A- und B-Junioren kehren aufgrund der „schwierigen wirtschaftlichen Lage“ der GmbH wieder zum Stammverein zurück. Die GmbH existiert zwar weiterhin, hat jedoch faktisch ihre bisherige Funktion eingebüßt.

„Mit dem Berliner Fußball-Verband sowie dem Nordostdeutschen Fußball-Verband wurde alles vorab abgestimmt. Von dort liegt grünes Licht vor. Nun gilt es, dieses ‚Projekt‘ zu meistern, was eine große Herausforderung für den Verein darstellt. Das Präsidium bittet daher alle Mitglieder um Verständnis für mögliche Einschränkungen – etwa im Trainingsbetrieb – und um Unterstützung in jeglicher Form.“

Es ist ein Hilferuf. Der 2013 aus einer Fusion hervorgegangene Viktoria Berlin mit rund 1500 Mitgliedern versucht nach dem Aufschwung 2021/22 und dem darauffolgenden Absturz einen Neuanfang.