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Vom Ex-Drittligisten bis in die 6. Liga abgestürzt – Präsidium schlägt Alarm: „Der Abwärtstrend muss gestoppt werden“

Berlin – Im Sommer 2021 gelang Viktoria Berlin der Aufstieg in die 3. Liga. Mit attraktivem Offensivspiel und als zeitweiliger Tabellenführer begeisterte der Verein. Nur knapp fünf Jahre später ist der Berliner Traditionsklub bis in die sechstklassige Berlin-Liga abgestiegen. Nun reagiert der Verein mit einem radikalen Schritt, während das Präsidium vor einer dramatischen Entwicklung warnt.

„Der ungebremste Abstieg der ersten Herrenmannschaft muss gestoppt werden, und sowohl die U19- als auch die U17-Junioren sollen weiterhin in der Regionalliga Nordost eine starke Rolle spielen. Das ist unser Ziel“, erklärt das Präsidium um Ulrich Brüggemann auf der offiziellen Homepage des Vereins.

Es besteht akuter Handlungsbedarf. Das einst wohl interessanteste Projekt im Berliner Amateurfußball hat sich zu einem großen Sorgenkind entwickelt.

Zwei Abstiege in Folge, offene Verbindlichkeiten, eine vorläufige Insolvenz, unzureichende Kommunikation, Spiele auf Kunstrasen und nachlassende Zuschauerzahlen – die selbsternannte „dritte Kraft Berlins“ hat einen herben Rückschlag erlitten und steht nun vor einer schwierigen Neuorientierung.

Inmitten dieses Trümmerfelds ist die 2013 gegründete FC Viktoria 1889 Berlin Fußball GmbH inzwischen verschwunden, während die Verantwortlichen seit Monaten kaum in Erscheinung treten.

Die Vereinswebsite wurde offenbar abgeschaltet, und der Ruf des visionären Gesellschafters und Geschäftsführers der Spielbetriebs-GmbH, Zeljko Karajica, ist stark beschädigt.

Stattdessen hat wieder der eingetragene Verein die Verantwortung übernommen – was auch formal notwendig war, denn in der Berlin-Liga sind keine Kapitalgesellschaften als Vereine zugelassen.

Das Spielrecht liegt nun beim eingetragenen Verein, der auf seiner Homepage mitteilt: „Eine entsprechende Vereinbarung zwischen dem Verein und der Männer-GmbH wurde getroffen. Für die erste Herrenmannschaft war dies die einzige Möglichkeit, überhaupt eine Mannschaft für die kommende Saison in der Berlin-Liga melden zu können.“

Auch die A- und B-Junioren kehren aufgrund der „schwierigen wirtschaftlichen Lage“ der GmbH wieder in den Stammverein zurück. Zwar besteht die GmbH weiterhin formal, hat jedoch faktisch ihre Aufgaben verloren.

„Diese Schritte wurden mit dem Berliner Fußball-Verband und dem Nordostdeutschen Fußball-Verband im Vorfeld abgestimmt und mit Zustimmung begleitet. Nun gilt es, dieses ‚Projekt‘ zu stemmen, was für den Verein eine große Herausforderung darstellt. Das Präsidium bittet daher alle Mitglieder um Verständnis für mögliche Einschränkungen, etwa im Trainingsbetrieb, und um jegliche Unterstützung“, heißt es weiter.

Es ist ein Hilferuf. Der 2013 aus einer Fusion entstandene Viktoria Berlin mit seinen rund 1500 Mitgliedern wagt nach dem sportlichen Höhenflug in der Saison 2021/22 und dem darauffolgenden „freien Fall“ nun einen Neuanfang.