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Dorfverein richtet für DFB-Pokal-Kracher Sondertribüne auf dem Sportplatz ein

Von Thomas Flehmer

Krieschow – Ein Dorf im Ausnahmezustand: Die Fußballmannschaft bereitet sich voller Vorfreude auf ihr bisher größtes Spiel vor. „Die ganze Aufregung, die zahlreichen Medienpräsenz – das zeigt, wie viel in den vergangenen Wochen los war“, berichtet Robert Koch (40), Trainer des VfB Krieschow, vor dem Heimspiel in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen den Bundesligisten FSV Mainz 05 am Sonntag (15.30 Uhr/Sky).

Der Oberligist aus dem kleinen Ortsteil Krieschow, der nur 560 Einwohner zählt und zu Kolkwitz in Brandenburg gehört, qualifizierte sich durch das Erreichen des Landespokalfinales für die Hauptrunde.

Im dritten Anlauf gelang im Mai der überraschende Sieg gegen den scheinbar überlegenen Nachbarn Energie Cottbus, der im Endspiel mit 2:1 bezwungen wurde – seitdem ist die Vorfreude im Verein und im ganzen Dorf spürbar.

Eine weitere Überraschung schließt der 40-jährige Trainer nicht aus: „Wir wollen keinesfalls kampflos aufgeben, auch wenn die Chancen gering sind, und versuchen, für eine Sensation zu sorgen.“

Der ehemalige Profi des 1. FC Nürnberg und Dynamo Dresden spricht aus eigener Erfahrung. 2011 erzielte er zwei Tore beim 4:3-Sieg nach Verlängerung von Dynamo gegen Bayer Leverkusen in der ersten Pokalrunde, nachdem sein Team zunächst mit 0:3 zurücklag.

Für den jungen Trainer, der seine Mannschaft seit zwei Jahren betreut, ist die Begegnung gegen das Team seines Trainerkollegen Urs Fischer „das bedeutendste Spiel“ seiner bisherigen Laufbahn.

Seit Wochen bereitet eine rund 50-köpfige Gruppe von Ehrenamtlichen den Sportpark Krieschow auf das DFB-Pokalspiel vor, statt auf das benachbarte LEAG-Energie-Stadion des Zweitliga-Aufsteigers Cottbus auszuweichen.

Der DFB begrüßte diese Entscheidung und unterstützte zusammen mit dem übertragenden Sender Sky die notwendigen Umbauten.

Dank mobiler Tribünen konnten die Ehrenamtlichen die Kapazität von 2000 auf 4000 Zuschauer verdoppeln. Mit einem ausverkauften Stadion wird gerechnet, wenige Restkarten sind kurz vor Spielbeginn noch erhältlich.

Torjäger Andy Hebler (37) hofft jedoch, dass das größte Spiel in der Vereinsgeschichte bald vorüber ist. Der mit Abstand kleinste der sieben in der ersten Pokalrunde vertretenen Fünftligisten, der seit der Saison 2017/18 in der Südstaffel der NOFV-Oberliga spielt, verlor seine ersten beiden Ligapartien.

Nach dem Großereignis können Hebler und der aus höheren Ligen bekannte Alexander Bittroff (37) dann ihre volle Konzentration auf die Liga richten.

Bis dahin fiebern alle dem wahrscheinlich größten Karriere-Erlebnis entgegen. „Wir wollen diese besondere Woche genießen, dabei fokussiert bleiben und das Event in vollen Zügen auskosten. Was danach kommt, wird ab der kommenden Woche besprochen“, erklärt Koch.

„Dieser Tag soll allen lange in bester Erinnerung bleiben.“