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„Kaum von Interesse“: Deutscher Biathlon-Star erklärt Verzicht auf das Nationalteam

München – Vanessa Voigt (29) verfolgt in diesem Winter ihren eigenen Weg und trainiert nicht gemeinsam mit dem deutschen Biathlon-Nationalteam. Im Rahmen des Loop One Festivals in München erläuterte die Athletin nun ihre Entscheidung.

„Ich glaube, die Angelegenheit wurde größer dargestellt, als sie tatsächlich ist“, erklärte die 29-Jährige während des Skiroller-Events, das vom 17. bis 18. Oktober stattfand, in einer Pressekonferenz.

Anfang Oktober hatte der Deutsche Skiverband bekanntgegeben, dass die gebürtige Thüringerin sich individuell auf den Weltcupstart am 26. November in Kontiolahti, Finnland, vorbereiten und die Lehrgänge des DSV in dieser Zeit auslassen werde.

„Für mich ist es momentan der richtige Weg, die nächsten Wochen stärker eigenständig zu gestalten und mich dabei ganz auf meine persönlichen Bedürfnisse zu konzentrieren. Das habe ich offen mit den Verantwortlichen besprochen, und wir haben zusammen eine Lösung gefunden“, wurde Voigt in der Mitteilung zitiert.

Jetzt gab sie einen genaueren Einblick: „Ich absolviere mein Training ganz normal, so wie jeder andere auch. Ob ich nun beim Lehrgang dabei bin oder nicht – ich glaube, das interessiert kaum jemanden“, erläuterte die zweifache olympische Bronzemedaillengewinnerin.

Sie habe ihr eigenes Team zusammengestellt und ein für sie sehr passendes Trainingsumfeld gefunden. Mit viel Motivation gehe sie in die letzten Wochen der Vorbereitung. Außerdem verfüge sie am Stützpunkt Oberhof über „eigene Ansprechpartner“.

„Ich werde auch noch einmal in die Höhe fahren und dort einen Trainingsblock absolvieren, weil das in den vergangenen Jahren sehr gut funktioniert hat“, fügte Voigt hinzu.

In einer offiziellen Stellungnahme betonte der DSV, dass man weiterhin „im engen Austausch“ mit der Vize-Weltmeisterin von 2023 bleibe und ihr die „Möglichkeiten sowie die Infrastruktur des Verbandes“ weiterhin offenstehen.

Vollkommen zufrieden war Voigt mit der Kommunikation rund um ihre Entscheidung offenbar nicht, wollte aber keine Einzelheiten nennen.

„Grundsätzlich ist es schon eine Trennung“, sagte die deutsche Biathletin mit einem Seitenhieb: „In letzter Zeit wurde viel über mich gesprochen, aber eher wenig mit mir.“

Ob sich der individuelle Trainingsplan nach zwei schwächeren Jahren bewähren wird, bleibt abzuwarten.

Die vorletzte Saison musste Voigt aufgrund einer schweren Erkrankung vorzeitig beenden, und der vergangene Winter brachte für sie aus deutscher Biathlon-Sicht wohl die enttäuschendsten Olympischen Spiele seit Langem – auch wenn das nicht unbedingt an ihr lag. Trotz allem zeigte die Skijägerin eine starke individuelle Leistung und gewann zudem mit der Mixed-Staffel die Bronzemedaille.