Ultramarathon-Szene erschüttert: Jeff Browning nach Herzinfarkt im künstlichen Koma
Courmayeur (Italien) – Das UTMB, das an der Dreiländergrenze von Frankreich, Italien und der Schweiz stattfindet, zählt zu den bedeutendsten und renommiertesten Wettkämpfen im Ultramarathon-Bereich. Auch in diesem Jahr versprach das Event ein unvergessliches Erlebnis zu werden, doch ein dramatischer medizinischer Zwischenfall überschattet die Veranstaltung am Fuße des Mont Blanc.
Am vergangenen Montag fiel um genau 23:50 Uhr der Startschuss für das diesjährige TDS-Rennen, das als Teil des UTMB auf dem Mont-Blanc-Massiv ausgetragen wird.
Der Kurs des „Traces des Ducs de Savoie“ (kurz TDS, was so viel bedeutet wie „auf den Spuren der Herzöge von Savoyen“) erstreckt sich über beeindruckende 145 Kilometer und führt die Teilnehmer mit insgesamt 9500 Höhenmetern bis nach Chamonix in Italien, auf die andere Seite des Mont Blanc. Für die Bewältigung dieser anspruchsvollen Distanz haben die Läufer 44 Stunden und 55 Minuten Zeit.
Unter den zahlreichen Startern befand sich auch Jeff Browning (55), ein erfahrener Ultramarathonläufer aus den USA, der in der noch vergleichsweise kleinen Szene einen exzellenten Ruf genießt. Über viele Jahre dominierte er Trailrennen rund um den Globus und konnte unter anderem 2024 den legendären MOAB 240 für sich entscheiden.
Als einer der Mitfavoriten ging Jeff in das Rennen, doch dann kam alles anders als erwartet. Laut Angaben des Magazins „Trail Runner“ erlitt der 55-Jährige nach etwa 128 Kilometern plötzlich einen Herzinfarkt. Das anwesende medizinische Team reagierte sofort und brachte den leidenschaftlichen Läufer per Hubschrauber in ein nahegelegenes Krankenhaus.
Dort wurde Browning in ein künstliches Koma versetzt, aus dem er bisher nicht aufgewacht ist.
Wer sich in den vergangenen 25 Jahren mit Ultramarathon beschäftigt hat, kennt Jeff Browning, auch bekannt unter dem Spitznamen „Bronco Billy“, kaum nicht. Im Laufe seiner Karriere hat er mehr als 200 Ultraläufe erfolgreich abgeschlossen und dabei über 40 Siege errungen. Diese Bilanz katapultiert ihn auf Platz zwei der ewigen Bestenliste der meisten Siege bei Rennen über 100 Meilen (ca. 161 Kilometer).
Das „Ultrarunning Magazine“ zeichnete ihn zudem achtmal als einen der Top 10 Ultraläufer des Jahres aus – eine Ehrung, die bisher keinem anderen Athleten über 50 Jahren zuteilwurde.