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Nicht nur die Defensive bereitet Sorgen: Könnte er der Wendepunkt bei Union sein?

Berlin – Die Pause während der Länderspiele kommt für Union Berlin genau zum richtigen Zeitpunkt. Bereits 17 Gegentore musste die Mannschaft hinnehmen – viel zu viele, zumal die Abwehrarbeit eigentlich immer zu den Stärken der Eisernen gehörte.

Doch nicht nur in der Defensive gibt es Grund zur Sorge in Köpenick. Auch im Angriff will unter Trainer Mauro Lustrinelli (50) noch kein wirklicher Spielfluss entstehen: Die Eisernen kämpfen mit offensiven Problemen.

Neuzugang Emmanuel Latte Lath (27) legte zwar mit einem Treffer im ersten Spiel einen perfekten Start hin, doch seither hat er Schwierigkeiten, an diese Leistung anzuknüpfen. Marin Ljubicic (24), der in der Vorsaison noch ausgeliehen war und fast zu Düsseldorf gewechselt wäre, konnte seine gute Form aus der Vorbereitung bislang nicht bestätigen.

Immerhin hat Tim Skarke (30) schon zwei Tore erzielt. Ein echter Torjäger wird der 30-Jährige allerdings nicht mehr – und genau so jemanden könnte Union jetzt gut gebrauchen, mindestens aber einen robusten Wandspieler.

So jemanden hat Union eigentlich schon in seinen Reihen. Andrej Ilic (25) wird jedoch schmerzlich vermisst. Aufgrund einer Lebensmittelvergiftung musste er das Trainingslager vorzeitig verlassen und kam seitdem noch nicht zum Einsatz.

In der vergangenen Saison brauchte Ilic zwar einige Zeit, bis er seinen Torriecher unter Beweis stellte: Eine komplette Hinrunde blieb er ohne Treffer, steigerte seine Torbilanz danach aber auf fünf. Außerdem bereitete er zehn Tore vor – insgesamt also 15 Scorerpunkte, die es zu kompensieren gilt.

Dazu bringt Ilic noch weitere Qualitäten mit. Der 1,89 Meter große Stürmer kann Bälle sichern, ist kopfballstark und tritt gelegentlich auch Freistöße – Fähigkeiten, die Union dringend gebrauchen könnte.

Bisher hat Lustrinelli noch nicht das ideale Sturmduo für sein System gefunden. Die Auswahl ist für den Schweizer ohnehin begrenzt: Ilyas Ansah (21) wurde für eine hohe Summe verkauft, ein Ersatz wurde nicht verpflichtet. Oliver Burke (29) fällt verletzungsbedingt aus. Übrig bleiben Latte Lath, Ljubicic, Skarke sowie das Nachwuchstalent Mekhi Grey (19).

Keiner von ihnen ist ein echter Wandspieler. Ursprünglich war Ilic genau für diese Rolle vorgesehen, damit Latte Lath und die anderen um ihn herum agieren und ihre Stärken ausspielen können.

Mit seiner Rückkehr könnte Lustrinellis System neuen Schwung bekommen – vielleicht sogar schon in eineinhalb Wochen beim Spiel gegen Elversberg (10. Oktober). Wenn auch zunächst noch nicht in der Startelf.