Lehren aus der torlosen Partie gegen den BVB: Union Berlin dichtet die Abwehr und Schiedsrichter sind auch nur Menschen
Berlin – Union Berlin hat am Samstag zum zweiten Mal hintereinander ohne Gegentor gespielt – die Defensive der Eisernen scheint sich somit wieder stabilisiert zu haben. Nun steht die Verbesserung der Offensive im Fokus.
Das einstige Sorgenkind der Liga hat seine Abwehr geöffnet und nun die „Scheunentore“ geschlossen – dies ist wohl die wichtigste und positivste Erkenntnis aus dem torlosen Remis gegen Borussia Dortmund am Samstagnachmittag.
„Wir treten mit deutlich mehr Einsatz und Energie auf. Das Ergebnis ist, dass wir im Vergleich zu vor einem Monat ein vollkommen anderes Gesicht zeigen“, erklärte Mauro Lustrinelli (50) nach der Begegnung während der Pressekonferenz. Union ist wieder die Mannschaft, die kaum Räume zulässt und den Gegner zur Verzweiflung bringt.
Die Viererkette hat sich inzwischen offenbar gefunden und ein gutes Verständnis untereinander entwickelt, „weshalb auch die Kommunikation auf dem Feld gut funktioniert hat“, so der neue Abwehrchef Felix Uduokhai (29).
Auch Rani Khedira (32) wertete „zwei Spiele in Folge ohne Gegentor zu Hause“ bereits als „einen klaren Fortschritt“, wie der Vizekapitän nach Abpfiff im Sky-Interview bestätigte.
„Es geht darum, die grundlegenden Dinge auf den Platz zu bringen, und das haben wir jetzt geschafft“, betonte er und fügte hinzu, dass man sich nun „auch auf andere Aspekte konzentrieren“ könne.
Sein Trainer wurde dabei noch präziser: „Wir sind auf dem richtigen Weg. In zwei Monaten werden wir uns weiterentwickeln und noch besseren Fußball zeigen“, versprach der Schweizer Übungsleiter.
Mit Blick auf das Ballspiel sieht seine Mannschaft jedoch noch Luft nach oben. „Ich bin überzeugt, dass wir, wenn wir unser gesamtes Potenzial abrufen können – insbesondere mit den beiden fehlenden Stürmern Andrej Ilic und Oliver Burke – flexibler und variabler auftreten werden“, zeigte sich der 50-Jährige zuversichtlich.
Abgesehen davon wurde uns einmal mehr bewusst, dass auch Schiedsrichter nur Menschen sind, die Fehler machen können, etwa bei der Vergabe der Kartenfarben. Daniel Schlager (36) meisterte sein Missgeschick jedoch mit einem Lächeln und einem deutlich sichtbaren „Sorry“ in Richtung der BVB-Bank souverän.
Der Unparteiische hatte bereits in der ersten Spielminute zur Roten Karte gegriffen, nachdem Ethan Nwaneri (19) seinen Gegenspieler Tom Rothe (21) rüde angegangen war. Tatsächlich vertauschte Schlager jedoch versehentlich seine Karten, da er sie in den falschen Taschen hatte. So sorgte er unfreiwillig für einen der wenigen Höhepunkte einer – vorsichtig ausgedrückt – wenig ereignisreichen Begegnung.
Am Ende können die Berliner mit dem Punkt sicherlich besser leben als der BVB, obwohl sie weiterhin auf dem Relegationsplatz verweilen und am Sonntag sogar auf einen direkten Abstiegsplatz abrutschen könnten.
1. Bundesliga Tabelle
Die Bedeutung der Bundesliga-Tabelle ist folgende: Wer am Saisonende den ersten Platz belegt, wird Deutscher Meister. Die Mannschaften auf den Plätzen 17 und 18 steigen in die 2. Bundesliga ab. Der Drittletzte (Platz 16) darf in der Relegation um den Klassenerhalt kämpfen. Dort trifft er auf den Drittplatzierten der 2. Bundesliga.