Schiedsrichterwechsel beim Last-Minute-Spektakel: Union mit beeindruckendem Lustrinelli-Debüt
Berlin – Ein denkwürdiger Start! Beim Bundesligadebüt von Mauro Lustrinelli bewies Union Berlin erneut starke Comeback-Qualitäten. Gegen Eintracht Frankfurt drehten die Gastgeber einen Rückstand von zwei Toren und erkämpften sich ein 3:3 (1:2). Trotz eines großen Fehlers von Leopold Querfeld und eines Hattricks von Younes Ebnoutalib jubelte am Ende Union – und das tief in der Nachspielzeit.
Lustrinelli möchte den Eisernen eine neue Spielphilosophie vermitteln, doch auf bewährte Mittel verzichten die Köpenicker nicht gerne. Standardsituationen sind nach wie vor eine ihrer großen Stärken.
Den ersten Treffer erzielte Emmanuel Latte Lath, der bei einer Ecke am höchsten stieg und per Kopf früh für die Führung sorgte (3. Minute). Ein Traumstart für den Neuzugang: Erstes Bundesligaspiel, erstes Tor!
Doch auch die Gäste aus Frankfurt zeigten, dass sie Standards beherrschen. Nach ihrer eigenen Ecke markierte Younes Ebnoutalib den Ausgleich, als ihm der Ball fast vor die Füße sprang (10.).
Beim zweiten Treffer der Hessen trugen die Berliner zwar selbst zum Gegentor bei: Nach dem Anstoß verloren sie den Ball, Leopold Querfeld ließ die Kugel verspringen, Ebnoutalib blieb eiskalt und verwertete. Zeno Van Den Bosch konnte den Ball zwar noch abwehren, doch der Ball war bereits hinter der Linie. Innerhalb von weniger als einer Minute drehte Frankfurt das Spiel (11.).
In der Alten Försterei war einiges los, besonders nach 29 Minuten: Schiedsrichter Bastian Dankert unterbrach das Spiel überraschend für eine Trinkpause. Hintergrund war eine Verletzung des Linienrichters René Rohde, der über Probleme am Oberschenkel klagte und in die Kabine musste. Währenddessen forderten die Union-Fans lautstark „Fußball, Fußball!“. Da der vierte Offizielle noch verkabelt werden musste, dauerte die Pause fast sechs Minuten.
Im Duell der beiden neuen Trainer hinterließen die Frankfurter einen etwas besseren Eindruck. Dennoch gelang es den Berlinern immer wieder, die Angriffe der Gäste abzuwehren und die Räume zu schließen.
Frankfurt dominierte die Partie, während Union erneut einen Fehler machte. Diesmal war es Livan Burcu, der eingewechselt wurde und die Situation noch einmal verschärfte.
Der erste Schuss wurde zwar noch geblockt, doch Ebnoutalib verwandelte im zweiten Versuch sicher (67.).
War das die Entscheidung? Keineswegs. Der Hattrick von Ebnoutalib war zugleich der Weckruf für Union, die weiter an sich glaubten, den Frankfurter Torwart Noah Atubolu mehrmals prüften und sich zurückmeldeten – natürlich wieder nach einer Ecke. Durch einen Kopfball von Querfeld gelang der Anschluss.
Erst tief in der Nachspielzeit jubelten die Berliner erneut: Ausgerechnet Tim Skarke erzielte den späten Ausgleichstreffer. So endete eine aufregende Partie mit einem gerechten Unentschieden.
1. FC Union Berlin – Eintracht Frankfurt 3:3 (1:2)
1. FC Union Berlin: Raab – Juranovic, Querfeld, Van Den Bosch, Rothe – Kemlein (75. Haberer), Khedira, Aebischer (61. Burcu), Schäfer (61. Jeong) – Latte Lath (61. Skarke), M. Ljubicic (82. Köhn)
Eintracht Frankfurt: Atubolu – Baum, R. Koch, Maluze, Kosugi – Chaibi, Onyedika, Amaimouni-Echghouyab (80. Höjlund), Uzun (80. Arrhov) – Ebnoutalib (85. Otávio), Burkardt (66. Pimpong)
Schiedsrichter: Bastian Dankert (Rostock)
Zuschauer: 22.012 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Latte Lath (3.), 1:1 Ebnoutalib (10.), 1:2 Ebnoutalib (11.), 1:3 Ebnoutalib (67.), 2:3 Querfeld (79.), 3:3 Skarke (90.+3)
Gelbe Karten: Aebischer (1), Van Den Bosch (1) / Ebnoutalib (1), Maluze (1), Otávio (1)