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Interessant: Für Union-Trainer Lustrinelli zählt dieser Fehler zu „einem der schönsten Aspekte“

Berlin – Es klingt zunächst widersprüchlich, wenn sich ein Coach nach einer Partie über einen Fehler seines Spielers freut – genau das passierte jedoch Union-Trainer Mauro Lustrinelli (50).

Allerdings war es nicht der Fehltritt selbst, der den Schweizer nach dem 3:3-Unentschieden von Union Berlin gegen Eintracht Frankfurt erfreute, sondern vielmehr die Reaktion seiner Mannschaft darauf.

Bereits in der elften Spielminute unterlief Leopold Querfeld ein gravierender Stockfehler, der den zweiten Treffer von Dreifachtorschütze Younes Ebnoutalib (beide 22) ermöglichte.

„Nach diesem Fehler sind mehrere Spieler zu ihm gegangen und haben gesagt: ‚Es geht weiter‘. Das ist für mich einer der schönsten Momente des heutigen Tages“, betonte der 50-jährige Coach in der Pressekonferenz nach dem Spiel.

Solche Fehler kommen im Fußball immer wieder vor, doch entscheidend sei, wie man darauf reagiere, erklärte der FCU-Trainer und hob hervor, dass die Antwort auf solche Situationen die wahre Stärke eines Menschen zeige.

„Ich habe den Eindruck, dass er sich mit jeder Aktion verbessert hat. In der Halbzeitpause war er sehr konzentriert, und das hat sich ausgezahlt – solche Wendungen geschehen nur, wenn man positive Gedanken hat“, erläuterte Lustrinelli.

Querfeld leitete mit seinem Kopfballtor zum 2:3 die Aufholjagd der Eisernen ein, die schließlich durch Tim Skarkes (29) Last-Minute-Treffer noch einen Punkt sicherten.

Der Coach betonte zudem, dass die Reaktion des Österreichers auf seinen Fehler auch ganz anders hätte sein können. „Es kann passieren, dass man komplett aus dem Spiel ist, aber das war hier nicht der Fall“, lobte Lustrinelli den Innenverteidiger.

Insgesamt zeigte der Trainer sich sehr zufrieden mit dem Verhalten seines Teams, das wie schon beim 4:2-Erfolg im DFB-Pokal erneut Charakter und Moral nach einem Rückstand bewies.

Für den Sportlehrer sei das Fundament „ein Team auf dem Platz, ein Mannschaftsgeist, eine Gruppe, die mit Leidenschaft spielt – und genau das haben wir“, so seine Einschätzung.

Gleichzeitig wollte er die noch vorhandenen Schwächen seiner Köpenicker nicht verschweigen: „Spielerisch haben wir in allen Bereichen – mit und ohne Ball – noch viel Entwicklungspotenzial, aber das wird sich noch verbessern, denn die Basis ist, dass wir eine Mannschaft sind.“

Bis zum morgigen Deadline Day wird weiterhin intensiv an dieser Mannschaft gearbeitet. So steht der Transfer von Mauro Lustrinellis ehemaligen Schützling vom FC Thun, Kastriot Imeri (26), offenbar kurz vor dem Abschluss.