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Schwere Beine oder mangelndes Training? Union bleibt im sechsten Testspiel ohne Sieg

Berlin – „Endstand: 2:2 gegen Cagliari. Eine fantastische Aufholjagd nach einem 0:2-Rückstand. Das hat richtig Spaß gemacht. Genau aus diesem Grund gibt es Testspiele: um Neues auszuprobieren, Erfahrungen zu sammeln und sich zu verbessern – und das alles in nur einem Spiel“, schrieb Union Berlin abschließend im eigenen Liveticker zum Testspiel am Sonntag gegen Cagliari Calcio. Doch so überzeugend lief es lange Zeit nicht.

Nur einen Tag nach der 1:2-Niederlage gegen den Zweitligisten Dynamo Dresden blieb die Mannschaft um die Eisernen auch im sechsten Vorbereitungsspiel in Folge ohne Sieg.

Diesmal standen fast 70 Minuten lang überwiegend dieselben Spieler auf dem Platz, die bereits am Vortag in den letzten 20 Minuten eingesetzt wurden. Die zehn Spieler mit Stammplatz-Potenzial – ausgenommen Torwart Fritz Gagzow (17) – kamen erst in der 83. Minute aufs Feld und läuteten die Aufholjagd ein.

Ilyas Ansah (85. und 90.+1) erzielte mit einem Doppelpack den Ausgleich zum 2:2, nachdem der italienische Erstligist durch Yael Trepy (49.) und Paul Mendy (67.) mit 2:0 in Führung gegangen war. In einer äußerst dramatischen Nachspielzeit hätten beide Mannschaften noch als Sieger vom Platz gehen können.

Was die Mentalität betrifft, war es ein gutes Spiel. Allerdings zeigte der zweite 90-Minuten-Test innerhalb von 24 Stunden auch, dass Union die vom neuen Trainer geforderte Intensität bereits gut umsetzen kann.

„Im Moment haben wir nicht die Mannschaft, um auf Ergebnisse zu spielen“, gestand Mauro Lustrinelli (50) im Sky-Interview. Nach der Niederlage in Dresden kündigte er jedoch an: „Ich bin von Natur aus optimistisch. In den kommenden Wochen werden neue Spieler verpflichtet.“

Trotzdem bleibt Lustrinelli positiv: „Wir haben zwar noch nicht viele Dinge richtig gut umgesetzt, aber das wollen wir bestmöglich tun. So lange wie möglich unsere Spielphilosophie auf dem Platz zeigen. Nächste Woche wird das sicher etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen.“

Die anhaltende Negativserie sorgt dennoch für etwas Unruhe. Einige Journalisten zeigten sich überrascht darüber, dass der Schweizer in der Vorbereitung lediglich viermal pro Woche trainieren lässt. „Unsere Trainingsmethodik ist sehr intensiv, daher ist die Regeneration extrem wichtig“, erklärte der 50-Jährige.

Er fügte hinzu: „Wir wollen intensiv trainieren. Intensität und Trainingsumfang passen nicht zusammen. Deshalb setzen wir auf weniger Umfang und mehr Qualität. Wir trainieren daher nur viermal wöchentlich. Daneben absolvieren wir eher zusätzliche Einheiten in anderen Bereichen.“

Wie erfolgreich dieses Konzept tatsächlich ist, werden die abschließenden zwei Testspiele am kommenden Sonntag (15:30 Uhr) gegen Limassol sowie am 15. August (15:30 Uhr) gegen Ipswich Town zeigen.

Tom Rothe (21) macht sich derweil keine Sorgen: „Wir sind ungefähr auf halbem Weg, man erkennt, dass wir den Spielstil verinnerlichen, auch wenn noch etwas fehlt. Ich habe aber keine Zweifel, dass wir das noch hinbekommen.“