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Wird Union nun wieder auf die Fünferkette setzen? Lustrinelli hält sich mit Aussagen zum System zurück

Berlin – Mauern verteidigen oder mutig offensiv agieren? Ein bewährtes Rezept gegen die dominierenden Bayern hat bislang niemand gefunden – auch Union Berlin nicht. In 14 Bundesliga-Duellen gelang den Eisernen noch kein Sieg: Neunmal setzte sich der FC Bayern durch, fünf Partien endeten mit einem Unentschieden.

„Es ist eine spannende Herausforderung, gegen eine Mannschaft anzutreten, die das Ziel hat, die Champions League zu gewinnen“, zeigte sich Mauro Lustrinelli (50) vor dem Spiel gegen den gefürchteten Gegner aus München am Freitagabend (20.30 Uhr/Sky) optimistisch. „Wir haben eine klare Spielidee, die wir mit Überzeugung und Vertrauen auf dem Platz umsetzen wollen. Das erwarte ich von der Mannschaft, dann schauen wir, was das Ergebnis bringt.“

Damit jedoch auch ein Erfolgserlebnis herausspringt, muss Union endlich wieder defensiv stabil stehen. Zwar sind erst drei Begegnungen absolviert, doch der Hauptstadtklub offenbart bereits Schwächen in der Abwehr – mit zehn Gegentoren stellen die Eisernen die drittanfälligste Defensive.

Hoffentlich geraten die Bayern nicht in Spiellaune, denn der Umstieg auf eine Viererkette verläuft bisher alles andere als rund. Wird Lustrinelli daher wieder auf die Fünferkette zurückgreifen? Der Schweizer Trainer wollte sich diesbezüglich nicht festlegen.

„Ganz gleich, ob Vierer- oder Fünferkette – für mich zählt vor allem, dass ich dem Team eine Strategie vermitteln kann, von der es überzeugt ist. Vier oder fünf sind nur Zahlen. Entscheidend ist, wie wir Bayern Probleme bereiten können, um ihre Qualitäten auf dem Feld zu neutralisieren. Wie können wir Bayern Schmerzen zufügen? Unabhängig vom System, das wir spielen.“

Der 50-Jährige ist mit dem Ziel nach Berlin gekommen, Union eine neue Spielweise zu verleihen – in der Umsetzung hapert es jedoch noch, vor allem defensiv. Die Mannschaft benötigt dringend einen Erfolg. „Wir brauchen das natürlich wie die Luft zum Atmen. Das ist völlig normal. Wir stehen erst am Anfang dieses Projekts“, appelliert Lustrinelli an die Geduld der Fans und zieht einen ungewöhnlichen Vergleich.

Für ihn ist die Mannschaft wie ein zweijähriges Kind auf dem Fahrrad, das immer wieder hinfällt. „Und das wird auch noch einmal passieren. Aber man darf die Hoffnung nicht verlieren, muss widerstandsfähig bleiben und überzeugt diesen Weg weitergehen.“

Ein Lichtblick: Neuzugang Kastriot Imeri (26) könnte sein Debüt in der Bundesliga feiern und steht aller Voraussicht nach erstmals im Kader. Josip Juranovic (31) fällt dagegen aus. Für ihn wird vermutlich der erfahrene Christopher Trimmel (39) in der Startelf stehen.