Union-Berlin-Blog: Vorschau auf die kommenden Wochen beim 1. FC Union
Berlin – Der Union-Berlin-Blog von TAG24 wird von drei leidenschaftlichen Fußballfans aus Berlin gestaltet.
Unsere Autoren:
Icke (Jürgen Heinemann) ist seit Mitte der 70er Jahre Union-Fan. Beruflich ist er seit über 30 Jahren im Vertrieb tätig und Betriebswirt. Verheiratet mit einem erwachsenen Kind, lebt er heute in Grünheide und ist Initiator dieses Blogs.
Unionfux (Tobias Saalfeld) hält schon mehr als vier Jahrzehnte zu Union und arbeitet freiberuflich für Bühne, Rundfunk und Fernsehen, auch dort als Autor.
Beecke (Christian Beeck) ist ehemaliger Profi in der Bundesliga (u.a. bei Hansa Rostock und Energie Cottbus), war Manager bei Union und absolvierte 21 Länderspiele für DDR-Junioren. Er stammt aus der Union-Jugend und unterstützt uns als Berater.
Icke: Das Trainingslager startet heute in Österreich beim ATV Irdning. Dort werden wir einige Tage inmitten idyllischer Natur nutzen, um uns optimal vorzubereiten. Am Sonntag, den 9. August, steht ein Testspiel gegen Aris Limassol in Salzburg an. Danach folgt am 15. August der letzte Leistungstest gegen Ipswich Town in Köpenick.
Am 23. August beginnt die neue Saison mit dem DFB-Pokalspiel in Braunschweig. Die Bundesliga eröffnet für uns am Samstag, den 29. August, mit dem Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt An der Alten Försterei.
Das Trainer- und Managementteam hat weitere Verstärkungen für die Profimannschaft angekündigt. Dieses Jahr scheint vieles erst kurz vor knapp zu passieren.
Zum Glück kann unser neuer Stürmer Emmanuel Latte Lath noch an Teilen der Vorbereitung teilnehmen. Wir sind gespannt auf seine Leistungen. Wenn wir ihn gut ins Spiel einbinden, ihm Sicherheit geben und ihn anspielen, kann er seine Stärken voll ausspielen: Tore erzielen!
Nach dem Auftakt gegen Frankfurt reisen wir am 5. September nach Leverkusen. Dort haben sich die Gastgeber mit Spielern wie Moreira, Eichhorn und Alajbegovic verstärkt. Ihre Leihspieler Boniface und Hincapie kehren zurück, sodass ihr Kader 15 neue Spieler umfasst. Am 11. September erwarten wir Schalke zu Hause, die für Stimmung sorgen und mit den ehemaligen Union-Spielern Karius und Gosens prominent besetzt sind.
Am 18. September steht das Auswärtsspiel bei Bayern München an – eine große Herausforderung für unsere Abwehr. Ein langsamer Einstieg in die Bundesliga ist nicht möglich. Mit Frankfurt, Leverkusen und München sind drei der ersten vier Gegner ein echter Qualitätstest für unsere „neue“ Mannschaft.
Wie immer hoffen wir auf einen guten Saisonstart. Durch die späten Neuzugänge könnte dieser etwas holprig ausfallen. Ich rechne damit, dass wir erst Mitte bis Ende September unser Leistungsmaximum erreichen. Eisern.
Unionfux: Die Vorbereitungsspiele in diesem Sommer sind wenig ruhmreich für uns. Nach Siegen gegen den Oberligisten Rathenow und Grün-Weiß Lübben aus der Landesklasse gelang kein Erfolg gegen Regionalligisten (Chemnitz, Jena) oder Schweizer Zweitligisten (Winterthur, Aarau). Die Vielzahl an Testspielen wirkt fragwürdig – welcher Sinn steckt dahinter? Trainer Lustrinelli zeigt sich unbeeindruckt, versucht aber das Beste daraus zu machen.
Am vergangenen Samstag waren wir in Dresden zu Gast (angeblich Teil der Ablöse für Bogdanov). Wir gingen sogar in Führung, mussten aber den schnellen Ausgleich hinnehmen. Die erste Halbzeit war einigermaßen ansprechend, die zweite begann mit einem weiteren Gegentor und wurde zerfahrener. Vor 25.000 Zuschauern verloren wir knapp. Dresden startet diese Woche wieder im Ligabetrieb und ist daher fitter. Trotzdem konnten wir den Klassenunterschied nicht klar zeigen, was gemischte Gefühle hinterlässt.
Am Sonntag empfingen wir Cagliari Calcio aus der Serie A vor enttäuschend rund 9.000 Fans (zum Vergleich: Vor einem Jahr kamen gegen Espanyol Barcelona mehr als doppelt so viele). Das könnte an hohen Eintrittspreisen oder fehlender Euphorie liegen. Mal sehen, wie viele Zuschauer der Premier-League-Aufsteiger Ipswich Town in zwei Wochen anlockt.
Das Spiel begann weniger flott als am Vortag. Beide Teams hatten Chancen, unter anderem durch Haberer und einen Freistoß von Burcu, doch ohne große Highlights. Es ging torlos in die Pause. Nach der Pause gingen die Italiener schnell in Führung und bauten diese nach einer guten Stunde aus. Es sah nach einer weiteren Niederlage aus.
Fünf Minuten vor Schluss verlängerte Querfeld einen Einwurf von Rothe auf Ansah, der per Kopf verkürzte. Den Ausgleich erzielte Ansah nach exakt 90 Minuten erneut per Kopf nach einer Ecke von Jeong. In der etwa vierminütigen Nachspielzeit hatten beide Seiten noch Chancen auf den Sieg. Erst scheiterte Jeong frei, dann wurde ein Schuss von Fritz Gagzow im Union-Tor im Stile der Weltklasse gehalten. Letztlich endete das Spiel unentschieden. Unterm Strich: nicht wirklich überzeugend, aber auch nicht enttäuschend. Die Mannschaft befindet sich in einer Entwicklung, die Zeit und neues Personal braucht.
Nun geht es ins Trainingslager nach Österreich. Mit dabei ist Emmanuel Latte Lath, ein ivorischer Stürmer, den wir von Atlanta United mit Kaufoption ausgeliehen haben. Vor eineinhalb Jahren war er noch über 20 Millionen Euro wert. Er hat in der Schweizer Super League beim FC St. Gallen und in der englischen Championship beim FC Middlesbrough seine Treffsicherheit bewiesen, ausgebildet wurde er bei Atalanta Bergamo, einem renommierten Klub.
Videos auf YouTube zeigen einen technisch anständigen Spieler mit gutem Antritt und solider Abschlussqualität. Ob er das auch bei uns zeigen kann, wird sich zeigen. Ich halte den sympathischen Ivorer für eine vielversprechende Option. Wahrscheinlich hat Trainer Lustrinelli den Transfer begleitet, da er Latte schon aus der Schweiz kennt. In der MLS lief es für Latte nicht optimal, mit nur neun Treffern in anderthalb Jahren. Das war wohl auch der Grund, warum er auf dem Markt ist.
Burnley und Middlesbrough zeigten Interesse, konnten aber wegen Visa-Problemen nicht zuschlagen – gut für uns. Vertraglich ist die Ausleihe fast perfekt: Schlägt Latte ein, kaufen wir ihn; ist er ein Flop, sind wir ihn im nächsten Sommer los. Wahrscheinlich zahlen wir keine Leihgebühr, übernehmen aber sein relativ hohes Gehalt von geschätzten 2,8 Millionen Euro, so die Amerikaner.
Für Atlanta United ist das von Vorteil, da sie das Gehalt sparen und einen Platz für einen sogenannten Designated Player frei machen, womöglich für Romelu Lukaku – das wäre eine Hausnummer.
Weitere Neuzugänge sind angekündigt. Besonders dringend wird ein Mittelfeldspieler/Spielmacher benötigt, wie die letzten Spiele zeigten. Schließlich will unser neuer Stürmer auch bedient werden. Also: Willkommen, Emmanuel – viel Erfolg in Österreich!
Icke: Emmanuel Latte Lath, 27 Jahre alt, ist Mittelstürmer mit vier Länderspielen für die Elfenbeinküste. Er wuchs in Italien bei Atalanta auf. Seine Karriere ist geprägt von zahlreichen Leihen. Seine beste Saison spielte er 22/23 bei St. Gallen, mit 16 Toren und 4 Vorlagen. Middlesbrough kaufte ihn für 7,1 Millionen Euro, wo er 18 Tore erzielte. Daraufhin zahlte Atlanta United stolze 21,25 Millionen Euro. In der MLS konnte er diese Leistungen jedoch nicht wiederholen.
In seiner ersten MLS-Saison traf er siebenmal und bereitete dreimal vor, in 30 Spielen. In der aktuellen Saison sind es drei Tore in 16 Spielen. Das dürfte den Amerikanern zu wenig sein. Latte hat Vertrag bis 2028 und eine einjährige Option für Atlanta. Ein Ausleihgeschäft mit Kaufoption ist wahrscheinlich.
Mit 1,76 m ist Latte nicht der klassische Kraftstürmer, doch Kopfballspiel ist eine seiner Stärken. Wie einst Karl-Heinz Riedle springt er hoch und erzielt viele Tore per Kopf. Sein Spiel ist direkt, ohne Schnörkel, und er trifft gern aus der Drehung, was Torhütern das Leben schwer macht. Seine Geschwindigkeit liegt bei durchschnittlichen 33,2 km/h, sein Antritt ist jedoch beeindruckend.
Latte ist kein Vorbereiter wie Ilic, sondern sucht stets den direkten Torabschluss. So könnten die zwei sich gut ergänzen – Latte mit Abschlussstärke, Ilic mit Spielmacherqualitäten.
Allerdings hat Latte ein garantiertes Einkommen von 3,74 Millionen Dollar, was eine Herausforderung darstellt. Entweder verzichtet er auf Teile seines Gehalts oder Atlanta trägt einen Anteil. Andere Vereine dürften das Risiko nicht eingehen. Latte ist eine Wundertüte – wenn er sich wohlfühlt, trifft er, sonst blockiert er. Wir sollten ihm diese Atmosphäre bieten. Insgesamt sind die Chancen nicht schlecht.
Oder wird es am Ende doch Futkeu aus Frankfurt? Beide Spieler sind teuer. Alternativ könnte Ducksch die günstigste Lösung sein. Für 10 Tore ist er eine Option. Zudem müsste Trimmel nicht ständig die Außenlinie auf und ab laufen – das könnte Ducksch auch übernehmen. Am besten wäre eine Kombination aus Ducksch plus einem der anderen beiden (Futkeu oder Latte). So hätten wir mit Ilic, Ducksch und Futkeu/Latte drei Topspieler für zwei Positionen. Burke, Skarke und Ljubicic könnten dann abgegeben werden. Hinter den drei könnten öfter Bogdanovic (19) und Gray (19) eingesetzt werden. Es wird Zeit, dass Union am Transfermarkt aktiver wird.
Ein weiteres Thema: Gladbach sucht intensiv nach einem zentralen Mittelfeldspieler. Sollte einer dazu kommen, wird Neuhaus wohl keine Chance mehr erhalten. Neuhaus hat nur noch ein Jahr Vertrag. Und wenn noch Geld übrig ist, könnte Kevin Schlotterbeck als linker Innenverteidiger eine gute Verstärkung sein. Einen torgefährlichen Linksfuß in der Innenverteidigung haben wir leider nicht. Das wird umso dringlicher, falls ein attraktives Angebot für Querfeld eingeht (wie gemunkelt wird).
Alternativ könnte der „Ossi“ Uduokhai als linker Innenverteidiger auf den Markt kommen. Meiner Meinung nach ein unterschätzter Spieler. Ich habe ihn in der Bundesliga schon stark spielen sehen. Zum Thema Khedira sage ich nichts mehr. Mainz und Gladbach sollen Interesse haben, ebenso New York, Trabzonspor und Besiktas. Sollte Khedira wirklich wechseln, würde Neuhaus als zentrale Mittelfeldoption mehr Sinn machen. Mit Khedira, Schäfer und Neuhaus hätten wir drei fußballerisch starke Mittelfeldspieler für zwei Positionen. Haberer sehe ich da chancenlos. Die Talente Blaszczak (18) und Sliskovic (17) rücken dann näher an die Profimannschaft heran. Mal schauen, wann sich bei Union etwas bewegt. Eisern.
Unionfux: Aktuelle Entwicklungen sind richtungsweisend für die FIFA: Gianni Infantino, der autoritär regierende Präsident des Weltverbands, dessen offen zur Schau getragene Korruption dem Fußball mehr schadet als nutzt, ist nun einen Schritt zu weit gegangen – sein Plan, die WM und weitere Turniere an Investoren zu veräußern, trifft zunehmend auf massiven Widerstand.
Der Weltfußball verfügt über 211 Verbände, jeder hat eine Stimme, unabhängig von Größe und Einfluss – eine demokratische Struktur. Infantino hat dies geschickt ausgenutzt, indem er die kleineren Verbände mit großzügigen Zuwendungen auf seine Seite gebracht hat. Das macht es nahezu unmöglich, eine Mehrheit gegen ihn zu bilden. So kann er tun und lassen, was er will – ob es um eine Vergrößerung der WM geht, die Rücknahme von Roten Karten, die Vergabe von Turnieren an Wüstenstaaten oder das Verlängern von Halbzeitpausen. Wer kann diesem selbstherrlichen Regenten Einhalt gebieten? Viele glaubten, Sepp Blatter nicht übertreffen zu können.
Es überrascht nicht, dass Infantino den 47. US-Präsidenten bei jeder Gelegenheit hofiert, zwei Machthaber mit ähnlichen Strategien. Ist es nicht verlockend, wenn man sich nicht an Gesetze halten muss, egal ob geschrieben oder ungeschrieben? Daher befindet sich Donald Trump wohl auch im lukrativen Investorenkreis.
Doch zumindest die UEFA hat nun genug und droht mit dem Boykott aller FIFA-Turniere, weitere Kontinentalverbände ziehen nach. Zwar ist die verbleibende Anzahl der Verbände noch groß, aber ohne die Europäer wäre die WM nicht mehr attraktiv.
Obwohl es unwahrscheinlich ist, dass Infantino vollständig gestürzt wird, ist dieser Widerstand ein deutliches Zeichen. Gut, dass die UEFA unter Präsident Ceferin sofort reagiert hat, auch wenn sie selbst nicht frei von Kritik ist – insbesondere wegen der aufgeblähten europäischen Klubwettbewerbe, die hauptsächlich Gelddruckmaschinen sind und den Sport in den Hintergrund rücken.
Man darf sich nichts vormachen: Der Profifußball hat viele Grenzen überschritten. Investoren sind im Vereinswesen kaum noch wegzudenken. Ob PSG wirklich ein Verein aus Paris ist, City aus Manchester oder RB Leipzig – das muss jeder selbst beurteilen.
Infantinos kühnfrecher Vorstoß ist vielleicht logisch, vielleicht zwangsläufig. Dennoch sollten wir uns später nicht vorwerfen, dass wir widerstandslos zugesehen haben, wie uns das Grab geschaufelt wurde. Es ist schlimm, dass wir immer wieder Infantinos zulassen, statt sie zu stoppen. Zumindest müssen wir ihnen Einhalt gebieten, wenn sie verkaufen, was ihnen nicht gehört.
Es wird spannend zu beobachten sein, wie dieser Machtkampf ausgeht. Infantino wird sich nicht kampflos geschlagen geben. Ob der Widerstand über Lippenbekenntnisse hinausgeht, wird die Zukunft zeigen müssen. Eines ist sicher: Es geht um mehr als nur eine Weltmeisterschaft. Fällt dieser Stein, hat das weitreichende Auswirkungen. Dann könnten Ideen wie eine Superliga wieder diskutiert und durchgewunken werden. Also: Wenn man den Anfängen nicht widersteht, sollte man zumindest den unheilvollen Fortsetzungen Einhalt gebieten.
Unionfux: Der Kicker veröffentlicht halbjährlich seine Ranglisten. In der aktuellen Sommerliste fehlen drei Vereine: St. Pauli und Wolfsburg, beide abgestiegen, sowie Union. Im Winter waren wir noch dreimal vertreten: Doekhi als Innenverteidiger, Khedira im defensiven Mittelfeld und Ansah auf der offensiven Außenbahn. Die einzigen Unioner, die genannt werden, sind Ex-Spieler: Ryerson vom BVB und Leweling von Stuttgart, den wir verliehen und dann für wenig Geld abgegeben haben, da wir keine Verwendung für ihn hatten.
Zwar sind das nur Rankings eines Fachmagazins und nicht alles entscheidend, doch es ist bemerkenswert, dass wir trotz durchwachsener Rückrunde Elfter wurden – ein Spiegelbild unserer Leistung, das auch die letzten beiden guten Spiele nicht entscheidend verbesserten.
Es überrascht nicht, dass die meisten Bundesligisten teils hohe Angebote für ihre Spieler erhalten, während das Interesse an unserem Kader überschaubar bleibt.
In der vergangenen Saison überzeugte kaum ein Spieler konstant. Besonders in der Rückrunde war dies noch ausgeprägter. Ausnahmen gab es nur vereinzelt. Einzig Danilho Doekhi fand bei Lazio Rom einen neuen Verein, was auch daran lag, dass er ablösefrei war. Es gelingt kaum, junge Spieler zu verpflichten, die uns ohne Ablöse Einnahmen bringen könnten, da viele Kandidaten unbeständig oder verletzungsanfällig sind und nicht auf Gehaltskürzungen eingehen wollen. Gerüchte um Aljoscha Kemlein und angebliche 15 Millionen-Angebote von AS Rom sind fraglich und wohl übertrieben.
Langfristig ist es problematisch, kaum Einnahmen aus Transfers zu erzielen und gleichzeitig mit einem durchschnittlichen Kader den Klassenerhalt anzugehen. Aktuell setzen wir darauf, dass einige Spieler wie Burke, Ilic, Schäfer, Querfeld und Ansah ihr Potenzial künftig besser ausschöpfen – zumindest hoffen wir das.
Bislang sind keine aussagekräftigen Neuzugänge in Sicht, die dringend notwendig wären, um Trainer Lustrinelli mehr Optionen zu geben. Ein größerer Umbruch scheint momentan nicht geplant. Es wäre ideal, wenn ein oder zwei neue Spieler vor dem Trainingslager in Österreich kommen und nicht nur als Kadererweiterung dienen, denn an mittlerer Qualität mangelt es uns nicht.
Die Herausforderung besteht darin, fähige Spieler mit überschaubaren Kosten für Union zu gewinnen und zu hoffen, dass mögliche Konkurrenten nicht höhere Gehälter bieten. Auch Leihen sind denkbar, doch erfahren wir, dass Vereine dazu meist erst kurz vor Ende der Transferperiode entscheiden.
Wenn die Aufwertung des Kaders nicht gelingt oder zu gering ausfällt, droht nicht nur erneut das Fehlen in der Kicker-Rangliste, sondern auch eine weitere zähe Saison ohne Garantie für den Erfolg.
Es wäre fahrlässig, so wenig Konsequenzen aus den vergangenen Jahren zu ziehen und unseren Bundesliga-Status zu gefährden. Die Probleme sind bekannt, doch noch bleibt ausreichend Zeit zur Besserung. Ich bin überzeugt, die Verantwortlichen sind sich der Situation bewusst, doch die Nervosität nimmt täglich zu.
Ein Quasi-Neuzugang wurde bereits vermeldet: Der ehemalige Stammtorwart des 1. FC Saarbrücken, Phillip Menzel, wird uns als Gastspieler unterstützen, da Rönnow und Raab noch nicht einsatzfähig sind. Langfristig bleibt er aber wohl keine Option.
Icke: Die Union-Profis genießen einen Kurzurlaub. Personaltechnisch tut sich im Klub wenig. Spieler, bei denen man weiß, dass sie kaum Chancen auf Einsätze haben, sind nirgends ein Thema. Die bisherigen Testspielergebnisse steigern auch kaum die Vorfreude. Was hat also ein Union-Fan aktuell, woran er sich erfreuen kann?
Es ist wirklich schwer. Während Zweitligist Wolfsburg uns Damar vor der Nase wegschnappt, schauen wir durchs Raster. Besonders dringend wird ein treffsicherer Stürmer gesucht. Die wenigen bezahlbaren und begehrten Stürmer haben bereits neue Vereine gefunden. Ablösefreie Stürmer gibt es kaum.
Der Spanier Aranda (24) ist wohl aktuell der einzige ablösefreie Stürmer auf dem Markt, der uns sofort weiterhelfen könnte – europaweit. Die Ü30-Spieler lasse ich mal außen vor. Es ist sehr wahrscheinlich, dass wir für einen Stürmer eine Ablöse zahlen müssen. Dinkci ist noch ein Kandidat, aber für ihn wäre eine Ablöse von mindestens vier Millionen fällig. Seine Torquote von 14 Treffern in 103 Bundesliga-Spielen ist eher mager, weshalb Zweifel angebracht sind.
Wahrscheinlich müssen wir uns an teurere Spieler wie Futkeu (Frankfurt) heranwagen, an dem auch vier Bundesligisten Interesse zeigen. Er dürfte teurer sein als Dinkci. Ohne finanzielles Risiko wird es in diesem Sommer nicht gehen.
Die Alternative wäre, mit den vorhandenen Stürmern in die Saison zu gehen und auf ein Wunder zu hoffen. Die Regel, dass es am Saisonende Schnäppchen gibt, scheint in diesem Sommer außer Kraft gesetzt zu sein. Der Markt ist verrückt, je länger wir warten, desto geringer werden unsere Chancen. Eisern.
Unionfux: Die Kapitänsrolle im Fußball wird oft überschätzt. Der Kapitän hat zwar einige Aufgaben – Mannschaftssprecher zu sein, Vorbildfunktion zu übernehmen – doch viel Einfluss auf das Spiel hat er nicht. Der Begriff primus inter pares, „Erster unter Gleichen“, beschreibt das gut.
Ein Kapitän sollte intelligent, erfahrener sein, oft ein Feldspieler und Führungsqualitäten besitzen. Manchmal wird er vom Team gewählt, manchmal vom Trainer bestimmt – beides hat Vor- und Nachteile.
Trainer Mauro Lustrinelli hat kürzlich bestätigt, dass Christopher Trimmel, der langjährige Kapitän, auch in der kommenden Saison das Amt behalten wird, mit Rani Khedira als Vize-Kapitän. Obwohl Trimmel aufgrund seines Alters wohl weniger Spielzeit bekommt, ist diese Entscheidung sehr gut – es gibt keinen besseren.
Trimmel kennt den Verein wie kein anderer, ist seit über einem Jahrzehnt dabei und verkörpert die Vereinswerte. Auch nach außen ist er ein perfekter Repräsentant: Er spricht klar und verständlich, vermeidet Floskeln und bringt regelmäßig interessante Statements zu Spielen und Mannschaft.
Sportlich bringt er weiterhin Leistung, egal ob als Stammspieler oder Einwechselspieler, seine Standards und Flanken sind nach wie vor die besten, seine Grätschen legendär und seine Läufe auf der rechten Außenbahn oft spielentscheidend. Trimmel ist der älteste Feldspieler der Liga und zeigt vorbildlichen Einsatz. Jüngere Spieler sollten sich an ihm ein Beispiel nehmen.
Einige Fans wünschen sich Aljoscha Kemlein als Kapitän, was sicher eine gute Idee für die Zukunft ist, aber mit knapp 22 Jahren ist ihm die Verantwortung derzeit wohl noch zu viel. Er ist ein vielversprechendes Eigengewächs, das sich gerade in der Bundesliga etabliert. Der letzte Spieler aus dem eigenen Nachwuchs, der das schaffte, war Steven Skrzybski, der den Klub vor acht Jahren verließ. Aljoschas Zeit wird kommen, Christophers ist noch nicht vorbei. Wir wünschen unserem alten und neuen Kapitän eine erfolgreiche Saison!
Diese Woche haben die Spieler noch Urlaub, bevor in der nächsten Woche zwei Spiele anstehen: am Samstag auswärts in Dresden und am Sonntag zu Hause gegen Cagliari Calcio, den 14. der Serie A im Vorjahr. In Dresden wird wahrscheinlich die zweite Reihe spielen, gegen Cagliari könnten wir in Bestbesetzung antreten.
Danach geht es für etwa eine Woche ins Trainingslager nach Österreich. Ich kann mir vorstellen, dass in den nächsten zwei Wochen einige Zu- und Abgänge stattfinden, damit sich im Trainingslager allmählich die künftige Stammelf formiert. Bewegung bis Anfang September bleibt naturgemäß. Also: viel Erholung fürs Team und spannende Tage für uns alle!
Icke: In den bisherigen Vorbereitungsspielen hat Union 22 Spieler im Alter von 16 bis 23 Jahren eingesetzt – Jugend forscht lässt grüßen. Trainer Lustrinelli will alle Spieler kennenlernen, auch die A-Jugendlichen. Wir sind etwa in der zweiten Hälfte der Vorbereitung, noch vier Wochen bis zum Bundesliga-Start – Zeit, eine Stammelf aus 15 bis 16 Spielern zu finden. Wer genau hinschaute, konnte erkennen, wer sich als Teil des erweiterten Stamms empfiehlt.
Im Tor ist die Situation klar: Klaus, vormals dritter Torwart, steht und macht seine Sache sehr gut. Raab, der „alte“ zweite Torwart, ist verletzt und wird mit anderen Clubs in Verbindung gebracht. Hannover 96 wollte ihn, hat aber inzwischen Leretz aus der Schweiz verpflichtet. Unser eigentlicher Stammtorwart Rönnow hat bisher wegen Verletzungen viel verpasst. Ob er die fehlende Vorbereitung noch aufholen kann, ist fraglich. Stand jetzt ist Klaus unser Torwart – das ist keine Schwächung!
In der neuen Viererkette wurde viel experimentiert. Aktuell liegt die Formation mit Juranovic – Marvin Friedrich – van den Bosch – Köhn vorn, aber das kann sich noch ändern. Die zweite Reihe, mit Trimmel – Querfeld – Nsoki – Rothe, ist ebenfalls nah dran. Ogbemudia wird regelmäßig eingesetzt und zeigt ordentliche Leistungen. Mit neun Spielern für vier Positionen sind wir gut aufgestellt. Ob das eine stabile Abwehr wird, zeigen erst die Spiele gegen echte Gegner.
Im Mittelfeld spielen zwei defensiv ausgerichtete zentrale Mittelfeldspieler und zwei offensive Außenpositionen rechts und links. Je nach Bedarf kommen die Außenspieler über die Flügel oder ziehen ins Zentrum, um das Spiel zu lenken. Khedira (nach seiner Rückkehr von der WM) wird wohl einen Stammplatz haben. In der Vorbereitung spielten meist Schäfer und Kemlein, Haberer wurde probiert, galt aber als zu leicht. Khedira, Schäfer und Kemlein kämpfen um die zwei Plätze. Wegen Khediras Trainingsrückstand starten wahrscheinlich Schäfer und Kemlein am ersten Spieltag.
Auf den offensiven Außenbahnen beginnen meist Ansah (rechts) und Burcu (links). Beide verfügen über Technik und Übersicht. Was ihnen fehlt, ist Bundesliga-Erfahrung und Durchsetzungskraft. Hinter ihnen lauert das 16-jährige Nachwuchstalent Güther, der sowohl rechts als auch links spielen kann. Jeong und Skov stehen ebenfalls bereit, konnten aber den Trainer bislang nicht überzeugen. Qualität und Quantität sind vorhanden, sofern Güther, Skov und Jeong sich während der Saison steigern. Besonders bei Güther bin ich zuversichtlich.
Im Sturm wird es derzeit schwierig. Eigentlich überzeugt nur Ilic, der aber Angebote zum Wechsel hat. Er kämpft und bereitet vor, trifft aber in der Vorbereitung wenig. An seiner Seite spielte meist Burke, dessen Leistungen enttäuschend waren. Bedia wurde verkauft. Skarke und Ljubicic spielten gelegentlich im Sturm, zeigten aber keine Bundesliga-tauglichen Leistungen.
Hinter dem Sturm stehen die Talente Gray, Bogdanovic und aus der A-Jugend Engel bereit. Ich denke, Lustrinelli wird bald verstärkt auf diese Nachwuchsspieler setzen, die jetzt schon genauso effektiv sind wie Burke, Skarke und Ljubicic und durch ihr junges Alter noch Steigerungen versprechen.
Hier wird klar, wo wir uns verstärken müssen: Wir brauchen treffsichere Stürmer – im Plural. Manager Heldt ist seit Sommer 2024 im Amt. In seiner Zeit holte er Skarke, Burke und Ljubicic. Nun findet er keine Abnehmer für sie und darf wahrscheinlich deshalb keine neuen Stürmer verpflichten. Auch sein Experiment mit Prtajin scheiterte. Bedia und Jordan fielen nicht in seinen Zeitraum. Wann gelingt es Union wieder, einen guten, torstarken Stürmer zu verpflichten? Die letzten Stürmer-Flops reichen eigentlich für eine Dekade. Hoffen wir, dass einer unserer drei Sturm-Talente den Durchbruch schafft.
Übrigens gibt es einen Mittelstürmer Neu in der U19: Matjani, aus der U17 von Union. Er ist albanischer U17-Nationalspieler, trifft bei Union und der Nationalmannschaft fast alle zwei Spiele. Mit 1,89 Meter ist er auch körperlich gut ausgestattet. Drücken wir die Daumen! Eisern.
Unionfux: Als alter Ostberliner kennt man den Grundsatz: haben ist besser als brauchen. Deshalb wird man Jahr für Jahr nervös, wenn der Kader nicht zum Trainingsstart steht, Spieler, die nicht mehr gebraucht werden, nicht verkauft werden – und keine großen, spektakulären Neuzugänge präsentiert werden. Spätestens zwei Wochen nach Trainingsbeginn bricht Panik aus: Wo bleiben die neuen Stars?
Man sollte keine Wunder erwarten. Die Ablösesummen für Topspieler steigen auf unglaubliche Höhen, und wir können nur froh sein, wenn wir überhaupt für abwanderungswillige Spieler noch eine Million Euro erhalten. Ein Beispiel: Benes brachte uns nur knapp eine Million, obwohl er dreieinhalb kostete. Doekhi und Leite kamen ablösefrei. Andere Spieler sind nicht in Sicht.
Das Transferfenster ist noch geöffnet, aber bislang gab es kaum spektakuläre Neuverpflichtungen. Die WM in diesem Jahr verzögert vieles, der Saisonstart findet erst Ende August statt, kurz vor Schließung des Transferfensters. Deshalb sind noch über sechs Wochen Zeit – es wird sich bestimmt noch etwas bewegen, auch bei uns.
Auch ein Dominoeffekt auf dem Transfermarkt ist zu erwarten, von dem wir abhängig sind, gerade bei begrenzten finanziellen Mitteln. Es ist klar, dass viele Fans am Ende enttäuscht sein werden. Aber die meisten großen Namen haben uns in den letzten Jahren eher wenig gebracht.
Die Kunst wird sein, das Beste aus dem vorhandenen Kader herauszuholen und Spieler für größere Vereine interessant zu machen. Mauro Lustrinelli trauen wir das zu, auch wenn es eine schwierige Aufgabe ist. Wer Meister mit einem Aufsteiger werden kann, kann auch das schaffen. Wahrscheinlich hat er schon eine Liste mit Zu- und Abgängen erstellt, und es wurde ihm bei der Verpflichtung einiges versprochen.
Viel Ärger gab es, als wir Stanley Nsoki verpflichteten. Er war erst verletzt und nun fehlt die Sicherheit, ob er uns wirklich weiterhilft. Die Anzahl der Verletzten wird immer größer. Zweifel an einzelnen Spielern wachsen.
Wir brauchen viel Geduld und vorsichtigen Optimismus – darin ist der Unioner geübt. Hoffen wir, dass Horst Heldt endlich den so dringend benötigten spielstarken Mittelfeldspieler findet und verpflichtet. Unser Kaderplaner hat jedenfalls noch genug Luft nach oben.
Man darf nicht vergessen, dass einige vorhandene Spieler endlich ihr Potenzial ausschöpfen müssten – dann hätten wir quasi schon einige Neuzugänge. Eisern.
Die ersten vier Spieltage sind fix terminiert: zweimal samstags um 15:30 Uhr (gegen Frankfurt und in Leverkusen), danach zweimal freitagabends um 20:30 Uhr (gegen Schalke und bei Bayern). Ein anspruchsvoller Auftakt, aber die Bundesliga ist immer schwer. Die Tradition bleibt: Saisonstart und -abschluss jeweils An der Alten Försterei. Alles gut.
Unionfux: Mit dem FC Carl Zeiss Jena verbindet uns einiges: 1968 besiegten wir überraschend den frischgebackenen Meister Jena im FDGB-Pokalfinale – unser einziger wichtiger Titel bis heute. Jenas neuer Trainer Marco Grote ist ehemaliger U19-Coach bei Union und war auch schon Interimstrainer hier. Das letzte Pflichtspiel trafen wir 2018 im DFB-Pokal aufeinander, das letzte Ligaspiel gar 2009. Jena spielt inzwischen deutlich niedriger, will aber erneut in die Regionalliga aufsteigen – ein schwieriges Unterfangen.
Zum Saisonauftakt vor 7.000 Fans (davon 1.000 Unioner) verloren wir auswärts 0:2 gegen den Viertligisten. Nach einer schwachen ersten Hälfte gerieten wir durch einen frühen Gegentreffer in Rückstand. Nach der Pause wechselten wir komplett durch, die Nachwuchsspieler kamen zum Einsatz. Wir spielten engagierter, nutzten aber mehrere Chancen nicht und bekamen kurz vor Schluss das zweite Tor. Nach einem enttäuschenden 1:1 gegen Chemnitz ist die Frage, ob wir die spielerischen Probleme dieser Saison weiter mit uns herumtragen.
Lustrinelli hat keinen besseren Kader als Baumgart im letzten Jahr und kann nicht in zwölf Tagen Wunder bewirken. Dennoch wird er sich ein Bild von den Spielern machen – und viele haben bisher kaum Pluspunkte gesammelt. Am Wochenende stehen zwei Spiele in der Schweiz gegen Winterthur und Aarau an, wo wir Wiedergutmachung versuchen.
Andrik Markgraf hat sich kürzlich bis 2028 verlängert, erlitt aber gegen Chemnitz einen Kreuzbandriss. Er wird frühestens zur Rückrunde wieder fit sein, was bitter für den jungen Linksverteidiger ist.
Zu den Ex-Unionern: Danilho Doekhi steht vor einem Wechsel zu Lazio Rom, Michael Gspurning ist Torwarttrainer bei Nottingham Forest und Robin Gosens wird vom AC Florenz aussortiert. Schalke interessiert sich, aber nach Berlin gefiel es ihm nicht, Gelsenkirchen wäre ein Kulturschock.
Icke: Union spielte das dritte Testspiel gegen Chemnitz und erreichte ein 1:1. Die Gegner wurden stärker als in den ersten beiden Tests. Das System von Lustrinelli bleibt eine Viererkette hinten, zwei defensive Mittelfeldspieler und zwei offensive Außenbahnen. Auch A-Jugendspieler wie Vulin und Engel kamen zum Einsatz, ebenso Güther (16), der auf beiden Außen spielen kann. Zugänge wie Kastriot Imeri vom FC Thun werden gehandelt, ebenso der junge Torwart Schenk aus Münster, wobei dessen Verpflichtung fraglich erscheint. Matoshi von FC Thun ist ebenfalls Thema für die linke Außenbahn. Mehr Gerüchte sind nicht bekannt.
Parallel verhandeln wir mit Lichtenberg 47, ob unsere Frauen während Stadionbauarbeiten dort spielen können. Union prüft noch – Alternativen wären weiter entfernt.
Das nächste Testspiel ist am 12.7. in Jena, danach folgen Winterthur und Aarau, bevor am 1.8. das erste Pflichtspiel gegen Dynamo Dresden ansteht und am 2.8. gegen Cagliari Calcio. Die Zeit, eine Stammelf zu finden, wird knapp. Eisern.
Unionfux: Der aktuelle Fall um die „Tatsachenentscheidung“ bei der WM sorgt für Aufsehen. Hätten wir gegen Paraguay verloren, wäre es wohl anders verlaufen, hätte Friedrich Merz rechtzeitig interveniert? Infantino bleibt für jedes Argument offen. Korruption findet unverblümt statt.
Bundestrainer Hansi Flick spricht von „unserem Spiel“ – im Kern geht es um den Verkauf von Energie-Getränken, die als Champagner gelten sollen. Fußball ist längst verlogen, Werte sind nur noch Fassade. Die Akteure reklamieren mehr als sie leisten, Hauptsache der Jubel ist episch. Der Sport ist nur noch am Rande relevant.
Diskussionen über Pyrotechnik, Fehlentscheidungen und Politikerhaltung prägen das Bild. Wir sind Opfer und Täter zugleich, aber niemand verurteilt uns. Die Liga gleicht einer Zirkusshow, die Diskussion um zurückgenommene Rote Karten wird zur Randnotiz.
Wir können Infantino und Trump nicht stoppen, beide sind demokratisch gewählt. Die Bundesliga und Premier League sind bunte, oft idiotische Shows. Fans müssen sich daran gewöhnen. Am Ende gewinnt die Mannschaft mit mehr „Farben“. Eisern.
Icke: Am 22.6.2026 stellte Union offiziell seine Nachwuchstrainer vor, darunter Chris Reher für die U14. Reher war langjähriger Spieler und Kapitän beim Stasi-Klub aus Hohenschönhausen. Die Frage ist, ob Union-Mitglieder einen Trainer wollen, der bei diesem Verein so lange war. Union lehnte offenbar die Verpflichtung ab, nach Diskussionen in Foren und bei Sponsoren.
Reher scheint auch in Hohenschönhausen nicht mehr willkommen zu sein. Für Union ist es wichtig, Vorbilder im Nachwuchs zu haben. Ein Trainer mit starker Vergangenheit bei Stasi-Club passt da nicht.
Beim ersten Testspiel gewann Union 12:2 gegen Rathenow. Linus Güther (16) glänzte mit zwei Toren und einer Vorlage in 45 Minuten. Heute kommt Grün-Weiß Lübben, für die Profis gibt es keine Pause. Eisern.
Unionfux: Fußball lebt von Glauben, Zauber und Aberglaube. Julian Nagelsmann wurde lange als Wundertalent verehrt, obwohl vieles kritisch zu sehen war. Auch Klopp wird als Retter gefeiert, obwohl er nicht immer überzeugt. Die Spieler sind oft Stars ohne Dauerform. Die Nationalmannschaft schwankt zwischen Euphorie und Enttäuschung.
Der Wechsel von Nagelsmann wird als Befreiung gesehen. Andere Kandidaten wie Vincent Wagner werden diskutiert. Klopp bei der Nationalelf bleibt fraglich. Mintzlaff und Red Bull steuern den Markt. Profifußball ist Geschäft. Union hofft auf Glück und eine neue Ära mit Lustrinelli. Eisern.
Unionfux: Am Wochenende starten die Testspiele mit Optik Rathenow und Grün-Weiß Lübben. Rathenow ist mit Trainer Ingo Kahlisch seit 1989 im Amt – eine beeindruckende Konstanz. Die Spiele sind ausverkauft. Lustrinelli fühlt sich schon zuhause und erkennt Defizite im Mittelfeld. Laszlo Benes unterschrieb bei KAA Gent, wir erhalten dafür rund 1,1 Millionen Euro – ein Verlustgeschäft.
Kastriot Imeri von Young Boys Bern wird als möglicher Neuzugang gehandelt, Lustrinelli kennt ihn gut. Stanley Nsoki kommt fest von Hoffenheim, Marvin Friedrich kehrt ablösefrei zurück. Beide könnten die Defensive stabilisieren, aber es bleibt Skepsis. Hoffentlich macht Lustrinelli aus der Mannschaft ein Bollwerk. Eisern.