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Lehrreiche Niederlage für harmloses Union: „Ein Rückschlag auf unserem Weg, der dazugehört“

Berlin – Für Union Berlin gab es erneut keinen Punktgewinn! Auch beim achten Versuch in Leverkusen blieben die Eisernen ohne Erfolg. Das ist keine Überraschung, denn bislang konnten die Berliner bei Bayer Leverkusen noch nie als Sieger vom Platz gehen. Am Samstag jedoch gerieten sie besonders deutlich unter die Räder. Beim 0:4 hatten die Hauptstädter kaum eine Chance.

Schon der Spielbeginn deutete nichts Gutes an: Schon nach 44 Sekunden fiel das erste Gegentor. „Das tut weh. Heute haben wir von Leverkusen eine Art Lehrstunde erhalten, aus der wir auf jeden Fall viel mitnehmen werden“, erklärte Unions Kapitän Rani Khedira (32) bei Sky.

Nach dem Blitzrückstand, dem schnellsten Gegentor in der Bundesliga-Geschichte von Union, erhöhte Facundo Medina (27) in der 28. Minute noch vor der Pause auf 0:2.

Während Union gegen Frankfurt noch eine starke Aufholjagd gezeigt hatte, war das Spiel nach Wiederanpfiff so gut wie entschieden. Patrick Schick (30) traf in der 48. Minute zum 3:0, ehe der herausragende ehemalige Hertha-Spieler Ibo Maza (20) den Endstand markierte. Die Niederlage fiel deutlich aus.

„Wenig gibt es dazu zu sagen. Leverkusen war eindeutig der verdiente Sieger, auch in dieser Höhe. Wir haben zu viele Räume geöffnet und nicht die notwendige Energie und Intensität gezeigt“, sagte Trainer Mauto Lustrinelli (50). Der Schweizer wollte sich jedoch nicht zu sehr mit der Pleite aufhalten: „Das ist ein Stolperstein auf unserem Weg, der einfach dazugehört. Jetzt gilt es, schnell wieder auf Kurs zu kommen.“

Der 50-Jährige soll dem Team aus Köpenick eine neue Spielweise vermitteln, doch bei der Umsetzung gibt es noch Probleme. Besonders die Umstellung auf eine Viererkette fällt den Eisernen schwer. Sie sind nicht mehr die defensive Festung, die so schwer zu knacken war. Nach nur zwei Partien mussten sie bereits sieben Gegentore hinnehmen.

Allerdings muss man auch sagen: Bereits in der vergangenen Saison zeigte sich, dass selbst mit einer Fünferkette das Defensivbollwerk bröckelte. „Wir kamen nicht in die Zweikämpfe. Dann ist man immer einen Schritt zu spät und sieht nicht gut aus“, erklärte Neuzugang Felix Uduokhai. Obwohl er seine Premiere in der Startelf feierte, konnte er die erhoffte Stabilität nicht bringen.

Neben den Abwehrschwächen offenbarte sich auch im Angriff eine große Harmlosigkeit. Erst nach 70 Minuten kam Janik Haberer (32) zu dem einzigen ernstzunehmenden Versuch aufs Tor, doch auch dieser verfehlte das Ziel. Zu diesem Zeitpunkt stand es bereits 0:4.

Die Statistik spricht eine klare Sprache: Ein Expected-Goal-Wert von nur 0,15 und kein einziger Schuss auf das Tor – Union zeigte zu keinem Zeitpunkt den Eindruck, hier etwas mitnehmen zu können.

Zum Wundenlecken bleibt kaum Zeit. Bereits am Freitag wartet mit Aufsteiger Schalke die nächste Herausforderung – ein Team, das Bayern München immerhin ein 0:0 abgetrotzt hat. „Mund abwischen, wie man so schön sagt. Dann haben wir nächste Woche wieder eine neue Chance“, sagte Uduokhai.

Tabelle der 1. Bundesliga

Die Bundesliga-Tabelle hat folgende Bedeutung: Wer am Saisonende die Tabelle von Platz 1 anführt, wird Deutscher Meister. Die Mannschaften auf den Plätzen 17 und 18 steigen direkt in die 2. Bundesliga ab. Der Drittletzte auf Rang 16 darf in der sogenannten Relegation um den Klassenerhalt kämpfen. Dort trifft er auf den Drittplatzierten der 2. Bundesliga.