Union Berlin setzt auf neues Spielkonzept: Aus fünf werden zwei
Berlin – Am Montag bricht Union Berlin zu seinem Trainingslager in die Steiermark, Österreich, auf. Für Trainer Mauro Lustrinelli (50) und sein Team steht dabei nicht nur der Aufbau der physischen Fitness für die kommende Saison im Fokus, sondern auch die schrittweise Findung einer festen Startelf.
Da der Schweizer Coach eine neue taktische Ausrichtung bei den Eisernen etablieren möchte, ist eine wesentliche Umstrukturierung der Anfangsformation erforderlich.
Bisher setzte das Team, besonders seit der Ära von Urs Fischer (60), fast durchgehend auf eine defensive Dreier- beziehungsweise Fünferkette, die lange als das Herzstück der Mannschaft galt.
Allerdings zeigte die sogenannte „Berliner Mauer“ mit der Zeit deutliche Schwächen: In den letzten drei Spielzeiten fing der Hauptstadtclub jeweils über 50 Gegentore.
Unter Lustrinelli soll nun an der Alten Försterei eine Viererkette eingeführt werden. Diese taktische Veränderung verspricht zwar nicht unbedingt eine stabilere Defensive, soll jedoch die Offensivkraft erhöhen.
Dadurch reduziert sich die Anzahl der benötigten Innenverteidiger in der Startelf auf zwei – aus fünf wird also zwei, denn im Kader stehen aktuell fünf Spieler für die zentrale Abwehrposition bereit.
So kämpfen Leopold Querfeld (22), Zeno Van Den Bosch (23), Marvin Friedrich (30), Stanley Nsoki (27) und Oluwaseun Ogbemudia (20) um diese beiden Plätze. Nach den Abgängen von Danilho Doekhi (28) und Diogo Leite (27) galt Querfeld eigentlich schon als der neue Abwehrchef.
Doch einige Fehler in der Vorsaison kosteten ihm diese Rolle. Während er unter Trainer Baumgart noch unangefochtener Stammspieler war, kam er in den letzten drei Partien unter Marie Louise-Eta (35) kaum noch zum Einsatz und verpasste zudem den Sprung ins österreichische WM-Team.
Unter Lustrinelli muss sich der 22-Jährige nun erneut beweisen und kann nicht sicher mit einem Stammplatz rechnen. Konkurrenz bekommt er durch den Neuzugang Van Den Bosch, der bereits im Winter verpflichtet wurde und sich in der Vorbereitung bislang überzeugend zeigte.
Selbstverständlich könnte der Trainer auch auf beide Talente setzen, schließlich ist er bekannt dafür, jungen Spielern Chancen zu geben und sie zu fördern.
Mit der Rückkehr von Friedrich an seine ehemalige Wirkungsstätte verfügt Lustrinelli zudem über einen erfahrenen Spieler, den er mit einem der jüngeren Abwehrspieler kombinieren kann. Auch Nsoki steht als Option bereit, leidet jedoch immer wieder unter Verletzungen, die ihn zurückwerfen.
Das Eigengewächs Ogbemudia hat im Kampf um die Startplätze eher geringe Aussichten und wird voraussichtlich vorerst nur als Ersatzspieler von der Bank kommen.