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Union-Berlin-Blog: Wohin führt die Reise?

Berlin – Tag24 präsentiert den Union-Berlin-Blog, geschrieben von drei waschechten Fußballfans aus Berlin, die tief mit dem Verein verbunden sind.

Das sind die Autoren:

Jürgen Heinemann, besser bekannt als Icke, ist seit Mitte der 70er Jahre Union-Fan und arbeitet seit über drei Jahrzehnten im Vertrieb als Betriebswirt. Er ist verheiratet, hat ein erwachsenes Kind, lebt heute in Grünheide und ist Gründer dieses Blogs.

Tobias Saalfeld, alias Unionfux, trägt die Union-Farben seit über 40 Jahren. Er ist freiberuflich in Theater, Rundfunk und Fernsehen tätig und bringt auch dort sein schriftstellerisches Talent ein.

Christian Beeck, ehemaliger Bundesliga-Profi für Hansa Rostock und Energie Cottbus sowie früherer Union-Manager, absolvierte 21 Länderspiele für DDR-Junioren und stammt aus dem eigenen Nachwuchs. Beeck ist Vater von zwei Kindern und unterstützt unseren Blog als Berater.

Unionfux: Die Trainingswoche in Österreich 2026 ist vorbei, und zum Abschluss gelang im vorletzten Testspiel endlich ein Sieg: In drei mal 45 Minuten konnte sich der 1. FC Union mit 3:2 in Salzburg gegen den zypriotischen Erstligisten Aris Limassol durchsetzen – zwar kein europäisches Topteam, aber dennoch ein positives Ergebnis nach einer durchwachsenen Testspielphase. Die Tore erzielten unsere Neuzugänge Latte Lath (der glücklicherweise keine schwerwiegende Verletzung davontrug), van den Bosch nach einer Ecke und Kemlein per Foulelfmeter.

Alle Tore fielen innerhalb der regulären Spielzeit. In der dritten Spielzeit gab es trotz Chancen keinen Treffer mehr. Die Fans fragen sich: Wie gut ist Union wirklich für die kommende Bundesligasaison gerüstet? Trainer Mauro Lustrinelli kündigte weitere Verstärkungen an und holte prompt Latte Lath per Leihe. Im Interview im Trainingslager widersprach Präsident Dirk Zingler dieser Aussage jedoch und meinte, derzeit sei kein weiterer Bedarf und von Seiten der sportlichen Leitung gäbe es auch keine Anfragen an ihn.

Das sorgt für Verwirrung, denn Optimismus ist zwar wichtig, doch die Schwächen, besonders im spielgestaltenden Mittelfeld, sind deutlich sichtbar. Man hofft, dass Lustrinelli die passenden Werkzeuge an die Hand bekommen wird – doch ist der Erfolg allein von der Trainerleistung abhängig oder fehlt es auch dem Kader an Qualität? Die Anzahl der abgegebenen Spieler ist bisher gering. Im Kicker-Sonderheft wurde berichtet, dass für Bedia nur 700.000 Euro Ablöse erzielt wurden, was wir hoffen, ist nur eine Schätzung und nicht die tatsächliche Summe, die der Verein nicht verrät.

Traditionell hält sich Union bei der Informationspolitik eher zurück. Beispiel: Bei der Verlängerung von Dmytro Bogdanov wird nie die Vertragsdauer genannt. Manchmal scheint das Ganze übertrieben zu sein – Informationen müssen auch Substanz haben, sonst treiben sie nur Spekulationen an.

Es gibt Gerüchte um Michel Aebischer, Schweizer Nationalspieler und WM-Teilnehmer mit über 250 Erstligaeinsätzen in der Schweiz und Italien sowie mehreren Meistertiteln mit den Young Boys Bern. Er ist zwar eher defensiv orientiert, könnte aber eine Verstärkung sein oder darauf hindeuten, dass Khedira den Klub noch verlässt. Die Ablöse soll bei rund drei Millionen Euro liegen.

Die Ungewissheit bleibt: Werden wir noch Spieler abgeben? Kommen tatsächlich Verstärkungen, die sofort helfen – oder brauchen diese erst eine Eingewöhnungszeit, um dann vielleicht eine unterdurchschnittliche Rolle zu spielen?

Mit noch etwa drei Wochen bis Saisonbeginn bleibt wenig Zeit. Obwohl auch der Präsident meint, es gehe vor allem um den Klassenerhalt – was auch an der bisherigen Transferpolitik und den begrenzten finanziellen Mitteln liegt – stört uns manchmal die selbstzufriedene Haltung und das zu selbstbewusste Auftreten der Verantwortlichen. Während Dirk Zingler den Abstiegskampf vielleicht reizvoll findet, sehe ich das pragmatischer: Ziel sollte doch mindestens ein gesicherter Mittelfeldplatz sein.

Vielleicht liegen wir falsch, denn die entscheidenden Einsichten in Planungen und Möglichkeiten fehlen. Um den Klassenerhalt souverän zu schaffen, müsste der Kader insgesamt stärker als im Vorjahr sein und die Schwächen sollten bestmöglich behoben werden, denn die Konkurrenz schläft nicht. Erkenntnisse über besseren Fußball sind da, aber woher kommt die Verbesserung?

Aktuell sieht man davon wenig, deshalb ist es schwer vorherzusagen, wohin der Weg führt. Die Erfahrungen der letzten Jahre helfen wenig – man kann nur auf Überraschungen hoffen und optimistisch bleiben, wie es unser Präsident auch tut. Einfach ist das nicht, aber was bleibt uns anderes übrig?

Icke: Trotz einer Kadererweiterung stehen wir am Ende fast ohne Stürmer da. Burke, der in der Vorbereitung oft eingesetzt wurde und eigentlich zum Stamm gehören sollte, war gar nicht im Trainingslager dabei. Ilic, unser bisheriger Stammtorjäger, musste wegen Lebensmittelvergiftung abreisen. Und nun fällt auch noch Latte verletzt aus. Drei Stürmer gleichzeitig auszufallen ist kaum zu kompensieren.

Was bleibt als Alternative? Ansah, der in der Vorbereitung meist auf der rechten offensiven Mittelfeldposition spielte, würde dann dort fehlen. Ljubicic kann zwar auch vorne spielen, überzeugt aber selten. Skarke und Skov sind weiterhin im Kader, doch Skov hat muskuläre Probleme und Skarke konnte in der Vorbereitung kaum überzeugen. Vielleicht bekommt Bogdanov eine Chance, muss sich aber im Trainingslager beweisen, damit Lustrinelli auf ihn setzt.

Das Interview unseres Präsidenten klang merkwürdig: Die „Sportabteilung“ (vermutlich Horst Heldt) habe ihm noch nicht signalisiert, dass weitere Verstärkungen nötig seien. Das überrascht, da doch monatelang von mehreren Zugängen gesprochen wurde. Selbst wenn sich die Verletzungen erst kürzlich ereigneten, zeigt sich, dass die spielerische Qualität noch immer zu wünschen übrig lässt. Hinter Ilic und Latte haben wir im Sturm bestenfalls Durchschnittsspieler.

Eine ehrliche Erklärung wäre, dass einige Spieler, die nicht mehr in der ersten Reihe stehen, den Verein nicht verlassen wollen – was nachvollziehbar ist, schließlich haben wir sie geholt und hohe Gehälter zugesichert. Ein Beispiel: Starke wäre bei Heidenheim wohl Stammkraft, kann dort aber das Gehalt nicht verdienen und sitzt deshalb lieber bei uns auf der Bank.

Offen gesagt: Unser Management schafft es nicht, Spieler mit wenig Perspektive abzugeben. Bis auf Leihspieler Latte gab es keine Veränderungen in der Offensive. Die Verträge von Querfeld, Ilic und Schäfer laufen bald aus, was weitere ablösefreie Abgänge von Leistungsträgern bedeuten könnte. Oder sie gehen noch in diesem Jahr – was uns vor ganz neue Probleme stellen würde. Kurz vor Saisonstart ist das keine Glanzleistung des Managements. Eisern.

Icke: Das Trainingslager in Österreich beim ATV Irdning beginnt. Ein paar Tage Feinschliff in idyllischer Lage. Am 9. August folgt ein Testspiel in Salzburg gegen Aris Limassol. Am 15. August steht der letzte Härtetest gegen Ipswich Town in Köpenick auf dem Programm.

Am 23. August startet der DFB-Pokal mit der Partie in Braunschweig. Die Bundesliga-Saison beginnt am 29. August mit dem Heimspiel gegen die Frankfurter Eintracht an der Alten Försterei.

Trainer und Manager kündigten weitere Verstärkungen an, doch alles scheint kurz vor knapp zu passieren.

Immerhin kann Latte Lath einen Teil der Vorbereitung absolvieren. Wir sind gespannt auf ihn. Wenn er richtig eingesetzt wird, gute Anspiele erhält und sich im Team wohlfühlt, kann er seine Stärken zeigen und Tore erzielen.

Nach dem Auftakt gegen Frankfurt reisen wir am 5. September nach Leverkusen, die ihren Kader mit Moreira, Eichhorn und Alajbegovic verstärkt haben und Leihspieler Boniface und Hincapie zurückbekommen. Insgesamt 15 neue Spieler sind im Kader.

Am 11. September erwartet uns Schalke zuhause, die stets für Stimmung sorgen. Dort spielen auch die ehemaligen Unioner Karius und Gosens.

Am 18. September steht das Auswärtsspiel bei Bayern München an, ein echter Härtetest für unsere Abwehr. Ein langsames Herantasten an die Bundesliga ist nicht möglich. Die ersten vier Gegner – Frankfurt, Leverkusen, Bayern und Schalke – stellen gleich Qualitätsprüfungen für die „neue“ Mannschaft dar.

Wir hoffen auf einen guten Saisonstart, der möglicherweise aufgrund später Verstärkungen etwas holprig sein wird. Ein Leistungsanstieg ist wohl erst Mitte bis Ende September zu erwarten. Eisern.

Unionfux: Die Testspiele in diesem Sommer sind kaum ein Ruhmesblatt. Nach Siegen gegen die Oberligisten Rathenow und Grün-Weiß Lübben aus der Landesklasse konnte kein Erfolg gegen Regionalligisten (Chemnitz, Jena) oder Schweizer Zweitligisten (Winterthur, Aarau) gefeiert werden.

Die Fülle an Testspielen ist etwas fragwürdig – welcher große Plan dahinter steckt, ist schwer zu verstehen. Lustrinelli ist nicht begeistert, gibt sich aber Mühe.

Am vergangenen Samstag waren wir in Dresden zu Gast – angeblich ein Teil der Ablöse für Bogdanov. Wir gingen sogar in Führung, mussten aber den schnellen Ausgleich hinnehmen. Die erste Hälfte war recht ansehnlich, in der zweiten kassierten wir früh ein weiteres Tor. Das Spiel wurde zunehmend zerfahren, am Ende stand eine knappe Niederlage vor 25.000 Zuschauern.

Dresden startete diese Woche mit dem Punktspielbetrieb und ist fitnessmäßig weiter als wir, dennoch konnten wir spielerisch keinen Klassenunterschied herstellen, was gemischte Gefühle hinterlässt.

Am Sonntag empfingen wir in der Alten Försterei Cagliari Calcio aus der Serie A vor enttäuschenden knapp 9.000 Zuschauern (im Vergleich: Vor einem Jahr kamen gegen Espanyol Barcelona mehr als doppelt so viele). Das könnte an den Eintrittspreisen oder der fehlenden Euphorie liegen. Mal sehen, wie viele Fans Ipswich Town in zwei Wochen anlockt.

Das Spiel begann etwas zäh. Chancen gab es auf beiden Seiten, etwa durch Haberer oder einen Burcu-Freistoß, jedoch ohne hundertprozentige Möglichkeiten. Zur Pause stand es 0:0.

Nach der Pause gingen die Italiener schnell in Führung und erhöhten nach einer Stunde. Eine weitere Niederlage schien wahrscheinlich.

Doch fünf Minuten vor Ende verlängerte Querfeld einen weiten Einwurf auf Ansah, der per Kopf traf – der Anschluss. Nach exakt 90 Minuten gelang der Ausgleich durch einen Kopfball von Ansah nach einer Ecke von Jeong.

In der etwa vierminütigen Nachspielzeit hatten beide Teams noch Chancen zum Sieg, doch das Spiel endete unentschieden. Insgesamt weder gut noch schlecht. Die Mannschaft befindet sich im Entwicklungsprozess, der Zeit und sicher neues Personal benötigt.

Jetzt geht es ins Trainingslager nach Österreich. Mit dabei ist Emmanuel Latte Lath, ivorischer Stürmer, den wir von Atlanta United mit Kaufoption ausleihen. Vor 1,5 Jahren war er dem Verein rund 20 Millionen Euro wert. Er bewies seine Torjägerqualitäten in der Schweizer Super League bei St. Gallen und in der englischen Championship bei Middlesbrough. Ausgebildet wurde er bei Atalanta Bergamo, einem renommierten Klub.

Auf Videos macht er einen technisch soliden Eindruck mit gutem Antritt und Abschlussqualität. Ob er das auch bei uns zeigen kann, wird sich zeigen. Lustrinelli dürfte ihn aus der Schweiz gut kennen. Seine Zeit in der MLS war weniger erfolgreich, mit nur neun Toren in 1,5 Jahren. Burnley und Middlesbrough waren interessiert, konnten ihn aber wegen Visa-Problemen nicht verpflichten. Für uns war das Glück.

Die vertraglichen Bedingungen sind günstig: Leihe mit Kaufoption. Schlägt er ein, kaufen wir ihn, sonst ist er im nächsten Sommer weg. Eine Leihgebühr gibt es wohl nicht, wir übernehmen jedoch ein hohes Gehalt von geschätzten 2,8 Millionen Euro, das die Amerikaner auf ihrer Homepage kommunizieren.

Das ist für Atlanta United auch von Vorteil: Sie sparen Gehalt und schaffen Platz für einen Designated Player, möglicherweise Romelu Lukaku – ein großer Name.

Weitere Neuzugänge, vor allem für das Mittelfeld, sind dringend nötig, das konnte man in den letzten Spielen sehen. Unser neuer Stürmer braucht schließlich auch passende Vorlagen. Also: Willkommen Emmanuel! Viel Erfolg in Österreich!

Icke: Emmanuel Latte Lath (27) ist Mittelstürmer und hat vier Länderspiele für die Elfenbeinküste absolviert. Er wuchs in Italien bei Atalanta auf. Seine Karriere ist geprägt von zahlreichen Leihen. Seine erste erfolgreiche Saison spielte er 22/23 bei St. Gallen, wo er 16 Tore und 4 Vorlagen erzielte. Middlesbrough kaufte ihn für 7,1 Millionen Euro, dort traf er in der ersten Saison 18 Mal (1 Assist). Danach verpflichtete ihn Atlanta United für stolze 21,25 Millionen Euro, doch seine Leistungen in der MLS konnten diese Erwartungen nicht erfüllen.

Im ersten MLS-Jahr erzielte er 7 Tore und 3 Vorlagen in 30 Spielen, in der aktuellen Saison 3 Tore und 1 Vorlage in 16 Spielen – zu wenig für die Amerikaner. Sein Vertrag läuft bis 2028, mit einer einjährigen Option für Atlanta. Die Ausleihe zu Union scheint somit wahrscheinlich.

Latte ist 1,76 Meter groß und kein klassischer großer Stürmer, dennoch ist das Kopfballspiel eine Stärke von ihm. Wie einst Karl-Heinz Riedle springt er sehr hoch und erzielt seine Kopfballtore. Er spielt direkt und schnörkellos, so entstehen seine „einfachen“ Tore. Manchmal wirkt er etwas ungeschickt, behauptet sich aber dennoch. Er schießt gern aus der Drehung, was Torhütern das Leben schwer macht, da der Ball erst spät sichtbar wird. Mit 33,22 km/h ist er ordentlich schnell, wobei sein Antritt enorm ist und ihm viele Zweikämpfe ermöglicht.

Er ist kein Vorbereiter wie Ilic, sondern sucht stets den direkten Abschluss. Dadurch könnte er sich gut mit Ilic ergänzen: Latte bringt Dynamik und Abschlussstärke, Ilic Robustheit und Vorlagenqualität.

Ein Problem bleibt das hohe Gehalt von rund 3,74 Millionen Dollar. Wie das finanziert wird, ist unklar – entweder verzichtet Latte oder Atlanta übernimmt einen Teil. Andere Vereine dürften den finanziellen Aufwand bei Unsicherheiten nicht tragen wollen. Ob der Wohlfühlfaktor bei Union ihm zu Erfolgen verhilft, wird sich zeigen. Die Chancen stehen aber nicht schlecht.

Alternativ wird über einen Wechsel zu Futkeu aus Frankfurt spekuliert. Beide Spieler sind teuer. Als günstigere Option käme Ducksch infrage, der mit etwa 10 Toren weiterhin eine gute Lösung wäre und Trimmel entlasten könnte. Eine Kombination aus Ducksch plus einem der beiden anderen (Futkeu, Latte) wäre eine starke Offensive mit Ilic, Ducksch und Futkeu/Latte. Die bisherigen Offensivspieler Burke, Skarke und Ljubicic dürften bald abgegeben werden. Dahinter könnten Bogdanov (19) und Gray (19) öfter zum Zug kommen. Endlich nimmt Union auch am Transfermarkt aktiver teil.

Außerdem sucht Gladbach intensiv einen zentralen Mittelfeldspieler. Kommt ein solcher, hätte Neuhaus kaum noch Chancen. Neuhaus hat nur noch ein Jahr Vertrag. Falls Khedira noch geht (Mainz, Gladbach, New York, Trabzonspor, Besiktas sind interessiert), würde Neuhaus besser passen. Dann hätten wir mit Kemlein, Schäfer und Neuhaus drei spielstarke zentrale Mittelfeldspieler für zwei Positionen, während Haberer wohl keine Chance mehr hätte. Die Talente Blaszczak (18) und Sliskovic (17) dürften dann näher an die Profimannschaft rücken. Mal sehen, wann bei Union endlich Bewegung in diese Pläne kommt. Eisern.

Unionfux: Aktuell bewegt FIFA-Präsident Gianni Infantino sich wieder auf dünnem Eis. Seine autoritären und korrupten Methoden, die den Fußball zunehmend schädigen, stoßen nun auf wachsenden Widerstand. Sein Plan, die Weltmeisterschaft und weitere Turniere an Investoren zu vergeben, wird immer heftiger kritisiert.

Weltweit gibt es 211 Fußballverbände, jeder mit einer Stimme, unabhängig von Größe und Einfluss – ein demokratisches Prinzip. Infantino nutzt diese Verhältnisse jedoch aus, sichert sich die Zustimmung der kleineren Verbände durch großzügige Zuwendungen und ist deshalb kaum angreifbar. So kann er nahezu unbegrenzt agieren, sei es bei der Ausweitung der WM oder bei der Aufhebung von Roten Karten, der Vergabe von Turnieren in Wüstenstaaten oder der Verlängerung von Halbzeitpausen.

Manche dachten, Sepp Blatter sei nicht zu überbieten – doch Infantino beweist das Gegenteil. Kein Wunder, dass er den 47. US-Präsidenten hofiert – zwei ähnliche Charaktere. Ein Regieren ohne Rücksicht auf Gesetze ist für sie ein Traum. So ist auch die Einbettung von Donald Trump in lukrative Investorenkreise nur folgerichtig.

Doch die UEFA und andere Kontinentalverbände haben genug: Sie drohen mit Boykott aller FIFA-Turniere. Die verbleibenden Teilnehmer sind zwar noch zahlreich, aber nicht mehr annähernd so attraktiv. Was wäre eine WM ohne europäische Teams?

Dass Infantino dadurch nicht sofort stürzt, ist unwahrscheinlich, aber es ist ein deutliches Stoppsignal. Gut, dass UEFA-Chef Ceferin mit klaren Worten reagiert hat, auch wenn die UEFA selbst nicht frei von Kritik ist, wenn man die aufgeblähten europäischen Klubwettbewerbe betrachtet, die mehr Geldmaschinen als Sportveranstaltungen sind.

Man darf sich nichts vormachen: Der Profifußball bewegt sich zunehmend am Limit. Investoren sind aus dem Vereinsleben kaum mehr wegzudenken – ob PSG noch Pariser Verein ist, City aus Manchester oder RB Leipzig aus der sächsischen Messestadt – das kann jeder für sich beantworten.

Infantinos Pläne sind eine logische Konsequenz dieser Entwicklung. Dennoch darf man nicht zulassen, dass er den Fußball ausverkauft. Es ist höchste Zeit, ihm Grenzen zu setzen.

Wie dieser Machtkampf ausgeht, bleibt spannend. Infantino wird sich nicht kampflos ergeben. Doch es geht um mehr als eine WM. Ein Scheitern von ihm wäre ein Signal mit weitreichender Wirkung, vielleicht sogar eine erneute Diskussion über eine Superliga auslösend, die diesmal sogar genehmigt werden könnte. Also: Wenn nicht die Anfänge gestoppt werden, dann wenigstens die schlimmsten Fortsetzungen.

Unionfux: Alle sechs Monate veröffentlicht „Der Kicker“ seine Ranglisten. In der aktuellen Sommerausgabe fehlen drei Vereine komplett: St. Pauli und Wolfsburg, beide abgestiegen, sowie Union Berlin. Im Winter waren noch Doekhi (Innenverteidigung), Khedira (defensives Mittelfeld) und Ansah (offensiver Außenbahnspieler) gelistet. Erwähnt werden in der Rangliste nur Ex-Unioner wie Ryerson (BVB) und Leweling (Stuttgart), den wir einst verliehen und für wenig Geld abgegeben haben.

Zwar sind diese Listen nur Meinungen eines Fachmagazins und haben begrenzte Aussagekraft, doch sie spiegeln unsere durchwachsene Rückrunde wider. Die letzten beiden guten Spiele konnten das nicht entscheidend verbessern. Kein Wunder, dass viele Bundesligisten enorme Ablösen für ihre Spieler erhalten, während das Interesse an unserem Kader eher gering ist.

In der vergangenen Saison gab es kaum herausragende Leistungen bei uns. In der zweiten Halbserie waren es noch weniger, vielleicht mal einzelne Partien. Einzig Danilho Doekhi wechselte zu Lazio Rom, was auch daran liegt, dass er ablösefrei war.

Es gelingt uns kaum, Spieler für Ablösen zu verkaufen. Viele sind zu schwach oder verletzungsanfällig. Die Spieler wollen sich finanziell nicht verschlechtern, was die Situation zusätzlich erschwert. Gerüchte um Aljoscha Kemlein sind da eine Ausnahme, denn angeblich soll AS Rom bereit sein, bis zu 15 Millionen Euro zu zahlen – allerdings ist die Verlässlichkeit dieser Meldungen fraglich, und der Betrag wäre wohl zu niedrig.

Langfristig ist es problematisch, kaum Einnahmen aus Transfers zu erzielen und gleichzeitig mit einem Durchschnittskader in der Bundesliga zu bestehen. Momentan setzen wir darauf, dass Spieler wie Burke, Ilic, Schäfer, Querfeld und Ansah ihr Potenzial künftig besser ausschöpfen – zumindest hoffen wir das.

Eine qualitative Auffrischung des Kaders ist derzeit nicht in Sicht, auch keine Gerüchte. Dabei wäre gerade ein stärkender Mittelfeldspieler für Trainer Mauro Lustrinelli wichtig, um mehr Optionen zu haben. Lustrinelli traue ich viel zu, doch er braucht auch besseres Personal, denn mit fast unverändertem Kader wird es schwer.

Idealerweise käme vor dem Trainingslager in Österreich noch ein oder zwei Verstärkungen, wobei es nicht nur um Kaderverbreiterung gehen darf. Die Herausforderung besteht darin, solche Spieler zu finden, die wenig kosten, Lust auf die Aufgabe bei Union haben und nicht von anderen Klubs mit besseren Angeboten abgefangen werden. Leihen sind eine Option, aber diese verlaufen meist zögerlich und kurzfristig.

Gelingt die qualitative Verstärkung nicht oder nur unzureichend, drohen nicht nur weitere Auslassungen in der nächsten Kicker-Rangliste, sondern auch eine schwierige Saison ohne Garantie auf Erfolg.

Es wäre fahrlässig, aus den letzten Jahren keine Lehren zu ziehen und die Bundesliga-Zugehörigkeit aufs Spiel zu setzen, auch wenn die Bedingungen schwierig sind. Noch haben wir Zeit, und ich bin sicher, die Verantwortlichen sind sich dessen bewusst – doch die Nervosität wächst täglich.

Als quasi-Neuzugang konnten wir immerhin Phillip Menzel, den früheren Stammtorwart des 1. FC Saarbrücken, als Gastspieler gewinnen, da Rönnow und Raab weiterhin ausfallen. Langfristig wird er aber wohl nicht bleiben.

Icke: Die Spieler genießen derzeit eine kurze Pause. Auf dem Transfermarkt tut sich wenig, Spieler mit geringen Einsatzchancen sind kaum bei anderen Vereinen im Gespräch. Die jüngsten Testspielergebnisse haben wenig Begeisterung ausgelöst. Was soll also die Union-Fans momentan erfreuen?

Die Situation ist schwierig. Während Zweitligist Wolfsburg gerade Damar vor der Nase weggeschnappt hat, stehen wir leer da. Vor allem bei der Suche nach Stürmern ist das Angebot dünn. Die begehrtesten und bezahlbaren Stürmer haben alle schon einen neuen Klub gefunden. Ablösefreie Stürmer sind noch seltener.

Der Spanier Aranda (24) ist aktuell der fast einzige ablösefreie Stürmer, der uns sofort weiterhelfen könnte – europaweit. Unter Einbeziehung der Ü30-Spieler fehlen uns passende Alternativen. Wir werden wohl eine Ablöse zahlen müssen.

Dinkci ist noch im Gespräch, aber auch für ihn wird eine Ablöse fällig. Seine bisherige Bilanz von 14 Toren in 103 Bundesligaspielen ist dürftig. Zudem wird seine Ablöse mindestens vier MillionenEuro betragen, was Zweifel aufkommen lässt.

Wahrscheinlich bleibt uns nur der Weg, einen Spieler wie Futkeu (Frankfurt) zu verpflichten, der von mehreren Bundesligisten umworben wird, aber wahrscheinlich teurer als Dinkci ist. Ohne finanzielles Risiko wird es diesen Sommer kaum gehen. Alternativ müssten wir mit den vorhandenen Stürmern in die Saison starten und auf ein Wunder hoffen. Der Markt ist in diesem Sommer verrückt. Je länger wir warten, desto geringer werden unsere Chancen. Eisern.

Unionfux: Normalerweise wird die Kapitänswahl einer Fußballmannschaft überbewertet. Der Kapitän hat nicht allzu viel zu sagen, auch wenn er der einzige ist, der sich beim Schiedsrichter beschweren darf. Er übernimmt einige Aufgaben auf und neben dem Platz und fungiert als Sprecher der Mannschaft, idealerweise auch als Vorbild – der sogenannte primus inter pares, der Erste unter Gleichen.

Geeignete Kapitäne sind meist erfahrene, intelligente Spieler mit Leistungsgarantie, meist Feldspieler, weil Torhüter für zu viel Lauferei zum Schiedsrichter belastet wären. Die Wahl erfolgt entweder durch die Mannschaft oder per Entscheidung des Trainers – beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile.

Trainer Mauro Lustrinelli hat bestätigt, dass der langjährige Kapitän Christopher Trimmel auch in der kommenden Saison das Amt innehaben wird, mit Rani Khedira als dessen Stellvertreter. Auch wenn Trimmel aufgrund seines Alters künftig weniger spielen wird, ist das eine sehr gute Entscheidung, denn niemand kennt den Verein und seine Werte besser als er. In seine dreizehnte Saison bei Union geht er. Seine Außenflanken und Standards sind weiterhin sehr effektiv, gerade wenn Konkurrenz fehlt, und seine kämpferischen Grätschen legendär. Er wird, so glaube ich, ohne Einschränkung eine wichtige Rolle spielen.

Manche hätten sich Aljoscha Kemlein als Kapitän gewünscht – eine durchaus sinnvolle Idee. Doch Kemlein mit knapp 22 Jahren hat noch viel Zeit und dürfte die zusätzliche Verantwortung aktuell noch nicht brauchen. Er steht zudem im Fokus, weil er ein seltenes Eigengewächs ist – die letzte große Unioner-Erfolgsgeschichte im eigenen Nachwuchs war Steven Skrzybski vor acht Jahren. Also gehört die Zukunft Kemlein, die Gegenwart Trimmel, dem wir eine erfolgreiche Saison wünschen.

In dieser Woche sind die Spieler noch im Urlaub, bevor in der kommenden Woche zwei Testspiele anstehen: Samstag in Dresden, Sonntag zu Hause gegen Cagliari Calcio, den Vorjahres-14. der Serie A. In Dresden wird eher die zweite Reihe spielen, gegen die Italiener soll die vorläufige Bestbesetzung auflaufen.

Danach folgt ein einwöchiges Trainingslager in Österreich. Ich vermute, dass in den nächsten zwei Wochen noch einige Transfers geschehen, damit sich im Trainingslager eine Stammelf herausbilden kann. Bewegung bis zum Saisonstart ist allerdings normal und zu erwarten. Also: viel Erholung den Spielern und spannende Zeiten für alle!

Icke: Union hat in den bisherigen Vorbereitungsspielen 22 Spieler im Alter zwischen 16 und 23 Jahren eingesetzt – „Jugend forscht“ könnte man dazu sagen. Der neue Trainer Lustrinelli will natürlich alle Spieler kennenlernen, auch die A-Jugendlichen. Nun befinden wir uns in der zweiten Hälfte der Vorbereitung, und in rund vier Wochen beginnt die Bundesliga-Saison. Es wird Zeit, eine Stammformation von 15 bis 16 Spielern zu definieren. Wer genau hinschaute, konnte erkennen, wer sich als Teil des erweiterten Kaders etablieren wird.

Im Tor ist die Situation einfach und zugleich komplex. Klaus, unser ehemaliger dritter Torwart, zeigt überzeugende Leistungen und ist derzeit Stammkeeper. Raab, die bisherige Nummer zwei, ist verletzt und wird mit anderen Vereinen in Verbindung gebracht. Stammkeeper Rönnow hat bisher wegen einer Verletzung große Teile der Vorbereitung verpasst. Ob er in den verbleibenden Wochen wieder fit wird, ist unklar. Aktuell steht Klaus im Tor, was keine Schwächung darstellt.

In der Viererkette experimentiert man viel. Aktuell liegt die Formation mit Juranovic, M. Friedrich, van den Bosch und Köhn vorne, aber es kann sich noch ändern. Die zweite Reihe mit Trimmel, Querfeld, Nsoki und Rothe ist nah dran. Ogbemudia wird regelmäßig eingesetzt und macht seine Sache ordentlich. Mit neun Spielern für vier Positionen ist die Abwehr ausreichend besetzt. Ob daraus ein Bollwerk wird, zeigt sich erst gegen stärkere Gegner.

Das Mittelfeld besteht aus zwei defensiven zentralen Spielern und zwei offensiven auf den Außen. Bei Bedarf sollen die offensiven Mittelfeldspieler über die Flügel kommen oder ins Zentrum ziehen und das Spiel lenken. Khedira, der wegen der WM Hälfte der Vorbereitung verpasste, dürfte seinen Stammplatz sicher haben. Sonst bilden oft Schäfer und Kemlein das defensive Duo. Haberer wurde gelegentlich dort eingesetzt, galt aber als zu leicht. So werden Khedira, Schäfer und Kemlein die Plätze unter sich ausmachen. Aufgrund des Trainingsrückstands von Khedira dürften Schäfer und Kemlein beim ersten Spieltag starten.

Auf den offensiven Außenpositionen sind meist Ansah (rechts) und Burcu (links) gesetzt. Beide besitzen Technik und Übersicht, haben aber noch Verbesserungspotenzial in der Bundesliga. Dahinter lauern der erst 16-jährige Güther, ein großes Talent, der sowohl rechts als auch links spielen kann, sowie Jeong und der wieder fitte Skov. Jeong und Skov verfügen grundsätzlich über die Voraussetzungen für die offensiven Außen, konnten den Trainer bislang aber nicht überzeugen, sonst hätten sie mehr Spielzeit erhalten. Qualität und Quantität stimmen hier, wenn man davon ausgeht, dass sich Güther, Skov und Jeong während der Saison noch steigern werden. Besonders bei Güther bin ich zuversichtlich.

Im Sturm wird es kritisch. Bisher überzeugt nur Ilic, doch auch er hat Wechselangebote. Bisher hat er kaum Tore erzielt. Meist spielte Burke neben ihm, dessen Vorbereitung enttäuschend verlief. Bedia wurde verkauft. Skarke und Ljubicic kamen gelegentlich im Sturm zum Einsatz, konnten aber auch nicht überzeugen. Dahinter stehen die Talente Gray, Bogdanovic und aus der A-Jugend Engel. Ich vermute, dass Lustrinelli zukünftig verstärkt auf die Talente setzen wird, die derzeit mindestens genauso wirksam sind wie Burke, Skarke und Ljubicic und aufgrund ihres Alters weiteres Entwicklungspotenzial versprechen.

Hier wird deutlich, wo Union Handlungsbedarf hat: Im Sturm müssen treffsichere Spieler her – und zwar in Mehrzahl. Manager Heldt ist seit Sommer 2024 bei Union. Die bisherigen Verpflichtungen in dieser Zeit, Skarke, Burke und Ljubicic, wurden kaum eingesetzt, und es fehlt die Möglichkeit, sie abzustoßen. Ein Experiment mit Prtajin ging daneben, das konnte mittlerweile korrigiert werden. Bedia und Jordan fielen nicht in Heldts Amtszeit, dafür kann er nichts. Wann gelingt es Union endlich, treffsichere Stürmer zu verpflichten? Die zahlreichen Flops der letzten Jahre reichen eigentlich für eine Dekade. Hoffen wir darauf oder, alternativ, dass eines der drei Sturm-Talente den Durchbruch schafft. Übrigens gibt es einen neuen Mittelstürmer in unserer U19: Matjani aus der eigenen U17, albanischer U17-Nationalspieler, der bisher in jedem Spiel trifft und mit 1,89 Meter die passende Größe für die Position bringt. Drücken wir ihm die Daumen. Eisern.

Unionfux: Als alter Ostler kennt man den Grundsatz: Haben ist besser als brauchen. Jährlich wird man nervös, wenn zum Trainingsbeginn der Kader nicht steht, Spieler ohne Perspektive nicht zu Höchstpreisen abgegeben wurden und hochinteressante Verpflichtungen fehlen – eine perfekte Mischung aus jungen, erfahrenen, ablösefreien und bezahlbaren Spielern. Zwei Wochen nach Trainingsstart kommt daher oft Panik auf: Wo bleiben die neuen Zauberfüße?

Allerdings sollte man keine Wunder erwarten. Auf dem heutigen Markt werden für Nachwuchstalente leicht 50 bis 60 Millionen Euro bezahlt – daran wird sich für uns kurzfristig wenig ändern, da wir finanziell limitiert sind und froh sein müssen, überhaupt eine Ablöse für abwanderungswillige Spieler zu erzielen. Die eine Million Ablöse für Benes (der drei Millionen kostete), die Ablösefreiheit bei Doekhi und Leite sprechen Bände. Gibt es noch jemanden mit Transferwert? Momentan eher nicht.

Das Transferkarussell ist noch nicht richtig in Schwung. Kein Verein der ersten und zweiten Bundesliga hat bisher spektakuläre Neuzugänge präsentiert. Der WM-Termin verzögert vieles, und der Saisonstart ist erst Ende August, kurz vor Transferschluss am 1. September. Noch sind über sechs Wochen Zeit, auch bei Union wird sich noch viel bewegen. Ein Dominoeffekt auf dem Markt ist unverzichtbar, aber wir sind von ihm abhängig, vor allem aufgrund unserer begrenzten finanziellen Mittel.

Obwohl klar ist, dass die Mehrheit der Fans wieder enttäuscht sein wird – wie so oft – sollte man nicht vergessen, dass viele große Namen uns in den letzten Jahren nicht wirklich Glück brachten.

Das Ziel ist, im vorhandenen Kader das Maximum herauszuholen und nebenbei einige Spieler für größere Vereine interessant zu machen. Ich glaube, dass Lustrinelli dazu in der Lage ist, auch wenn das eine schwierige Aufgabe ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er keine Liste mit möglichen Zu- und Abgängen hat.

Ärgerlich ist natürlich, dass Stanley Nsoki, den wir gerade fest verpflichtet haben, erneute verletzt ist und wohl einige Wochen ausfällt. Die Liste der Langzeitverletzten wird immer länger, und die Zweifel, ob dieser Spieler uns weiterhilft, wachsen.

Insgesamt ist wieder viel Geduld gefragt und vorsichtiger Optimismus – darin sind wir geübt. Ich hoffe, dass Horst Heldt endlich den dringend benötigten spielstarken Mittelfeldspieler findet und verpflichtet. Luft nach oben haben wir auf jeden Fall noch viel.

Nicht zu vergessen: Ein Quasi-Neuzugang ist der ehemalige Stammkeeper des 1. FC Saarbrücken, Phillip Menzel, der uns als Gastspieler unterstützt, solange Rönnow und Raab nicht einsatzfähig sind, langfristig aber wohl nicht bleiben wird.

Icke: Union startet am Montag ins Trainingslager in Herzogenaurach, dem Adidas Homeground, wo zwei Testspiele gegen Greuther Fürth und den Drittligisten Schweinfurt 05 anstehen – erste Gelegenheit für Spieler der zweiten Reihe und Talente wie Bogdanov, der in der U19 mit zehn Toren in fünf Spielen auffällt.

Livan Burcu fehlt verletzungsbedingt nach einer Sprunggelenksoperation, gute Genesung! Stanley Nsoki, Neuzugang aus Hoffenheim, ist ebenfalls da, muss aber noch eine Muskelverletzung auskurieren. Die Leihe mit Kaufoption ist ein kalkuliertes Risiko, Hoffenheim hatte ihn einst für zwölf Millionen verpflichtet.

Leite und Doekhi bleiben weiterhin Thema, mit Interesse von Feyenoord Rotterdam und anderen Vereinen. Ob sie verlängern, ist offen. Auch ein Interesse an Aurelio Buta (Frankfurt) wird kolportiert. Insgesamt bewegt sich der Transfermarkt eher langsam, Geduld ist gefragt, zumal der Bundesligaauftakt bald bevorsteht.