Union-Berlin-Blog: Unsere Nationalmannschaft und einstige Legenden bei Union
Berlin – Eisern: TAG24 präsentiert den Union-Berlin-Blog, verfasst von drei echten Berliner Fußballenthusiasten.
Die Autoren:
Jürgen Heinemann, bekannt als Icke, ist seit Mitte der 1970er Jahre begeisterter Union-Fan. Beruflich ist er Betriebswirt und im Vertrieb tätig, ist verheiratet und Vater eines erwachsenen Kindes. Heute lebt er in Grünheide und ist der Gründer des Blogs.
Tobias Saalfeld, alias Unionfux, unterstützt Union seit über vier Jahrzehnten. Er arbeitet freiberuflich für Bühne, Rundfunk und Fernsehen – auch dort schreibt er.
Christian Beeck, genannt Beecke, ehemaliger Bundesliga-Profi (Hansa Rostock, Energie Cottbus) und früherer Manager bei Union, absolvierte 21 Länderspiele für DDR-Junioren und stammt aus Unions eigener Jugend. Er ist Vater von zwei Kindern und steht unserem Blog als Berater zur Seite.
Icke:
Derzeit überwiegen bei Union traurige Nachrichten. Pedro Brombacher ist im Alter von 88 Jahren verstorben. Warum ist er so bekannt? Weil er Verantwortung übernommen und am Kopierer mitangepackt hat. Ohne ihn hätte Union Anfang der 90er Jahre niemals eine Bankbürgschaft aufbringen können. Statt Unterstützung vom DFB für Ostclubs wurden den Vereinen nur Steine in den Weg gelegt. Wäre nicht Jack White, der damalige TeBe-Macher, durch einen Spitzel beim Hauptsponsor von Union informiert worden, hätte alles gut laufen können. Doch der Spitzel berichtete und White brachte diese (vermutlich gekauften) Informationen zum DFB. Das Ergebnis: TeBe stieg auf, und seitdem hat sich das Verhältnis der Vereine nachhaltig verschlechtert. Langfristig hat Union jedoch gesiegt. Ein Blick auf die Spielstätten spricht Bände, genauso wie das berühmte Zitat von Wowereit: „Und das ist auch gut so.“
Neben Brombacher gab es eine weitere Persönlichkeit, die sich für Union aufopferte: Dr. Horst Kahstein, der ehemalige Präsident, der 2017 mit nur 73 Jahren verstarb. Vielen Jüngeren ist das vielleicht unbekannt. Kahstein verzögerte die Insolvenz so lange, bis eine Lösung gefunden wurde. Dabei beging er bewusst Straftaten, um den Verein zu retten. Insgesamt hat Union, und das dürfte rekordverdächtig sein, 56 (!) Insolvenzanträge abwenden können. Das waren stürmische Zeiten. Umso größer ist der Respekt für die letzten sieben Jahre erstklassigen Fußballs bei Union, aber auch für die ruhigeren Zweitligazeiten davor.
Seit 2004 lenkt Dirk Zingler den Verein. Man kann vieles an ihm kritisieren, aber seit 22 Jahren steuert er Union durch ruhige Gewässer. Mittlerweile besitzt der Verein ein eigenes Stadion und weiteres Eigentum. Acht Jahre ununterbrochen Erstliga-Fußball sprechen für sich. Ich wünsche mir, dass das so bleibt. Eisern!
Wie lässt sich das deutsche Länderspiel gegen die USA bewerten? Ja, es war ein Sieg. Ja, Torwart Baumann war eine sichere Bank. Ja, Ersatzstürmer Sané erzielte ein Tor. Ja, Havertz überzeugte nach langer Zeit wieder. Und das gegen einen Gegner, der mittlerweile nicht mehr zu unterschätzen ist. Doch war das Spiel überzeugend? Nein. War es unterhaltsam? Nein. Haben unsere Spieler ihr Potenzial abgerufen? Nein. Trainer Nagelsmann zeigte sich nach dem Spiel erleichtert, vier Testspiele vor der WM gewonnen zu haben (gegen Ghana, Finnland, Schweiz und USA). „Das muss man erst mal schaffen.“ Für mich ist das zu wenig, wenn man Weltmeister werden will. Die Hoffnung bleibt, dass die Nationalmannschaft noch als Team zusammenwächst und viele Spieler ihr volles Potenzial abrufen. Dann kann es klappen.
Weitere Hiobsbotschaften sind unerwünscht. Das verletzungsbedingte Aus von Sané ist ein herber Rückschlag, war er doch zuletzt einer der stärksten im Team. Neuer fehlte weiterhin. Hoffentlich ist er zum WM-Eröffnungsspiel fit, sonst war die ganze Vorfreude umsonst.
Zum Spiel gegen die USA: Baumann und Havertz waren unsere stärksten Akteure. Es wird spannend zu sehen, ob Havertz oder Undav im nächsten Spiel starten. Nagelsmann wird vermutlich Havertz bevorzugen, ebenso wird Brown Raum ersetzen. Eine weitere Option, falls nötig: Anton auf der rechten Seite, wie gestern, als wir den Sieg über die Zeit brachten. Sané konnte seine spielerischen Fähigkeiten nicht zeigen, war jedoch der Mann, der mit einer starken Einzelaktion das Siegtor erzielte – nach dem Motto: Wenn man ihn braucht, ist er da. Unsere Abwehr war stärker gefordert als gewöhnlich, Tah klärte mehrfach souverän, Baumann erlebte einen starken Tag mit mehreren Rettungen in höchster Not. Meine Vermutung für die Startelf: Neuer – Kimmich, Tah, Schlotterbeck, Brown – Pavlović, F. Nmecha – Sané, Musiala, Wirtz – Havertz.
Unionfux:
Die Saison mit drei konkurrenzfähigen Torhütern bei Union wirft naturgemäß Diskussionen auf. Matheo Raab und Carl Klaus machten zuletzt mit guten Leistungen auf sich aufmerksam, sodass in Presse und Foren über den Kampf um die Nummer eins im Tor spekuliert wird, zumal der neue Trainer Mauro Lustrinelli einen unvoreingenommenen Blick auf die Situation hat. Positiv ist natürlich, ein so starkes Keeper-Trio zur Verfügung zu haben.
Andererseits kennt jeder die Schwierigkeit der Torhüterposition: Es steht meist nur ein Torwart auf dem Platz, Wechsel sind selten. Verschiedene Rotationen wurden schon ausprobiert – von Beuckert und Wulnikowski bis Haas und Amsif – allerdings ohne nachhaltigen Erfolg.
Es überrascht daher nicht, dass nahezu kein Verein diese Rotationsvariante praktiziert, abgesehen von garantierten Pokaleinsätzen für den Reservetorwart. In der Regel ist eine klare Nummer eins gesetzt, die anderen zwei Keeper geben alles im Training und sitzen meist auf der Bank, solange keine Verletzung, Sperre oder Leistungseinbruch des Stammkeepers eintritt.
Unsere frühere Nachwuchshoffnung Lennart Moser beklagte sich öffentlich, bei Urs Fischer keine Chance gehabt zu haben, da der Trainer erfahrene Keeper bevorzugte und dies klar kommunizierte. Moser verließ den Verein, um anderswo sein Glück zu suchen.
Junge Torhüter bekommen sonst meist nur dann Chancen, wenn eine Lücke entsteht, selten werden sie älteren Kollegen vorgezogen, es sei denn, sie sind absolute Ausnahmetalente. Moser gehört nicht unbedingt dazu, auch wenn er inzwischen immerhin in Japans erster Liga spielt. Auch Tom Wisbereit, der zweifellos talentiert ist, musste das bei uns erfahren, und Yannic Stein wechselte zu Regionalligist Babelsberg – eine schwierige Reise, die kaum einen sicheren Sprung in den Profifußball garantiert. Dieses Problem ist nicht auf Union beschränkt, denn die Anzahl an freien Torwartplätzen in bezahltem Fußball ist sehr begrenzt.
Ich halte es für schwierig, Frederik Rönnow – der seit Jahren herausragend arbeitet und uns oft den Arsch rettete – plötzlich in Frage zu stellen, nur weil Raab und Klaus zuletzt einige gute Spiele zeigten. Klaus ist mit 32 Jahren auch kein Verjüngungsschub mehr. Sind zwei Bundesligakeeper jahrelang unbemerkt geblieben? Möglich, aber ich habe trotz Respekt leichte Zweifel. Manchmal wird das Publikum schnell beeindruckt – man erinnere sich an Daniel Mesenhöler, der nach einem Pokalspiel in Dortmund als neue Nummer eins galt, heute aber froh ist, in Dresden nur die Bank zu wärmen.
Rönnows Vertragslaufzeit ist nicht öffentlich bekannt, er wird im August 34 Jahre alt. Ich traue ihm aber noch zwei bis drei Jahre auf höchstem Niveau zu, er hat bewiesen, ein überdurchschnittlicher Erstliga-Keeper zu sein und ist dänischer Nationalspieler.
Er kennt auch die Rolle als Nummer zwei, etwa in der Nationalmannschaft hinter Schmeichel oder in Frankfurt, wo er als erste Wahl geholt wurde, aber Trapp überraschend zurückkehrte. Auch bei uns stand er lange hinter Luthe in der Rangordnung – aus heutiger Sicht kaum nachvollziehbar, aber so läuft es eben manchmal.
Zugegeben, er ist kein mitspielender Torwart und die letzte Saison war vielleicht nicht so stark wie die davor, doch das trifft auf viele Spieler in unserem Kader zu. Kernkompetenzen wie Reflexe und Flankensicherung beherrscht er hervorragend, seine Leistung ist weitgehend konstant und ohne Attitüde. Ein kompletter Torwart ist ohnehin selten, und wenn, spielt er meist nicht bei uns.
Ich sehe Rönnow nach wie vor auf der Pole Position, auch wenn die Leistungen der Konkurrenz zu berücksichtigen sind. Normalerweise ist er gesetzt und ein Gewinn für das Team. Experimente auf dieser Schlüsselposition sind meist kontraproduktiv und bringen eher Unruhe als Erfolg.
Natürlich kann es sein, dass Lustrinelli einen Umbruch plant und andere Prioritäten setzt. Auch der Torwarttrainer wird gewechselt, Gspurning verlässt uns nach langer Zeit, sodass unser Däne erneut beweisen muss, der Beste zu sein. Dadurch entsteht Druck und womöglich ein Konkurrenzkampf, der in den letzten Jahren nahezu undenkbar war – zum Glück.
Möge der Beste gewinnen, auch wenn ich die Diskussion für fragwürdig und undankbar halte. Leistungsprinzip und Konkurrenz sind Grundpfeiler des Sports, und vergangene Verdienste bieten keinen Freifahrtschein.
Icke:
Am Samstag um 20:30 Uhr bestreitet Deutschland gegen die USA das letzte Vorbereitungsspiel. Dabei wird die aktuelle Stammformation überprüft, denn nur diese kann man derzeit bewerten. Internationale Experten und Wettanbieter sehen unsere Chancen auf den WM-Titel derzeit nur auf Rang sieben mit etwa sieben Prozent Wahrscheinlichkeit. Spanien und Frankreich gelten als Topfavoriten, gefolgt von England, Brasilien, Argentinien und Portugal. Mit Verlaub – Frankreich ist extrem stark, Spanien ebenfalls, besonders in der Breite. Argentinien ist schwer einzuschätzen, aber England, Brasilien und Portugal sehe ich nicht zwingend weit vor uns.
Die Wettquoten zeigen, dass man Deutschland mindestens das Erreichen der Achtelfinalrunde zutraut. Wichtig wird das Spiel gegen die USA, um zu beweisen, dass die guten Leistungen nicht nur gegen schwache Gegner wie Finnland erzielt wurden. Gelingt das, ist volle Konzentration in der Gruppenphase gefragt – da warten starke Teams wie Elfenbeinküste und Ecuador, die es zu schlagen gilt, wenn man Weltmeister werden möchte.
Neuer wird voraussichtlich im Tor stehen, was uns mehr Qualität, Ausstrahlung und Selbstbewusstsein geben kann. Entscheidend wird das offensive Mittelfeld-Dreieck um Karl, Wirtz und Musiala sein. Sie verfügen über herausragende Fähigkeiten und müssen noch besser zusammenfinden. Besonders Karl überraschte zuletzt positiv, Musiala kennt man vor seiner Verletzung, und Wirtz zeigt zuletzt wieder steigende Form.
Nagelsmann plante ursprünglich Havertz als Mittelstürmer, aber Undav sorgt mit seiner starken Form für Konkurrenz. Gegen Finnland erzielte er zwei Tore und gab eine Vorlage. Mit Undav als gefährlichstem Angreifer, Havertz als technisch versiertem Stürmer und Woltemade als Backup sind wir flexibel und schwer auszurechnen. Das Team besteht aus unterschiedlichen Spielertypen, die für hohe Ambitionen sprechen.
Das verletzungsbedingte Aus für Karl ist ein herber Rückschlag, war er doch einer der stärksten im Team. Neuer konnte noch nicht spielen, hoffentlich schafft er es zum Eröffnungsspiel. Sonst wäre die ganze Aufregung umsonst.
Im Spiel gegen die USA waren Baumann und Havertz unsere stärksten Akteure. Es bleibt spannend, ob im kommenden Spiel Havertz oder Undav starten. Wahrscheinlich wird Nagelsmann Havertz bevorzugen, ebenso wird Brown für Raum spielen. Eine weitere Option im Notfall ist Anton auf der rechten Seite, so wie es gestern beim Verteidigen der Führung der Fall war. Sané ersetzte Karl, konnte spielerisch nicht überzeugen, erzielte aber das Siegtor mit einer herausragenden Einzelaktion. Unsere Abwehr war stärker gefordert, Tah klärte souverän, Baumann zeigte einen Sahnetag mit mehreren Rettungen.
Ich glaube, unsere Startelf wird so aussehen: Neuer – Kimmich, Tah, Schlotterbeck, Brown – Pavlović, F. Nmecha – Sané, Musiala, Wirtz – Havertz.
Unionfux:
Die Saison mit drei Torhütern bei Union führt fast zwangsläufig zu einer Debatte: Matheo Raab und insbesondere Carl Klaus überzeugten zuletzt mit starken Auftritten, was in Presse und Foren Spekulationen darüber auslöste, ob der Kampf um die Nummer eins im Union-Tor begonnen hat. Dies wird zusätzlich durch den neuen Trainer Mauro Lustrinelli verstärkt, der die Situation mit frischem Blick betrachtet. Zunächst ist festzuhalten, dass es erfreulich ist, ein so starkes Torhütergespann zu besitzen.
Jedoch ist die Torwartposition einzigartig schwierig: Nur einer steht im Tor, Wechsel kommen selten vor. Verschiedene Teams versuchten zeitweise, Torhüter abwechselnd einzusetzen, auch Union probierte das mit verschiedenen Keeperduos und -trios, jedoch ohne nachhaltigen Erfolg. Kein Verein praktiziert diese Rotation regelmäßig, abgesehen von garantierten Pokaleinsätzen für die Nummer zwei.
Daher gibt es meist eine klare Nummer eins, während die anderen im Training alles geben und auf der Bank sitzen, solange keine Verletzungen, Sperren oder Leistungseinbrüche auftreten.
Unsere ehemalige Nachwuchshoffnung Lennart Moser beklagte sich kürzlich, dass er bei Urs Fischer keine Chance bekam, da erfahrene Torhüter bevorzugt wurden und das auch klar kommuniziert wurde. Junge Keeper erhalten meist nur dann Chancen, wenn eine Lücke entsteht, selten werden sie älteren vorgezogen, es sei denn, sie sind echte Ausnahmetalente. Moser selbst ist nicht unbedingt so ein Ausnahmetalent, auch wenn er mittlerweile immerhin in Japans erster Liga spielt. Auch das talentierte Nachwuchstalent Tom Wisbereit musste das bei uns erfahren, und Yannic Stein wechselte zu Regionalligist Babelsberg, was ein harter Weg ist. Der Durchbruch in den Profifußball gelingt nur wenigen, aber das ist kein spezifisches Union-Problem, sondern generell schwierig, da es nur wenige vakante Plätze gibt.
Ich finde es schwierig, Frederik Rönnow, der seit Jahren hervorragende Arbeit leistet und oft den Unterschied macht, aufgrund einiger guter Spiele von Raab und Klaus in Frage zu stellen. Klaus ist mit 32 Jahren bereits kein echter Verjüngungsschub mehr. Waren zwei Bundesligakeeper lange Zeit unbemerkt? Möglich, aber ich habe zumindest meine Zweifel. Das Publikum ist manchmal zu schnell beeindruckt – man erinnere sich an Daniel Mesenhöler, der nach einem Pokalspiel als neue Nummer eins galt und nun froh ist, in Dresden die Bank zu wärmen.
Rönnows Vertrag ist nicht öffentlich, er wird im August 34 Jahre alt. Ich traue ihm aber noch zwei bis drei Jahre auf höchstem Niveau zu. Er hat bewiesen, ein überdurchschnittlicher Bundesligatorwart zu sein und ist dänischer Nationalspieler.
Er kennt auch die Rolle als Nummer zwei, etwa in der Nationalmannschaft hinter Schmeichel oder in Frankfurt, wo er als Nummer eins geholt wurde, aber Trapp überraschend zurückkehrte. Auch bei uns musste er fast ein Jahr hinter Luthe anstehen, was heute kaum noch nachvollziehbar ist, aber solche Situationen kommen vor.
Zugegeben, er ist kein mitspielender Keeper und seine letzte Saison war nicht ganz so stark wie die davor, doch das gilt für viele im Kader. Seine Kernkompetenzen wie Reflexe und Flankenfänge sind überragend, er ist meist konstant und ohne Attitüde. Kompletttorhüter sind ohnehin selten, und wenn, finden sie sich meist nicht bei uns.
Daher sehe ich ihn weiterhin vorne, auch wenn man die Konkurrenzleistungen berücksichtigen muss. Ein Rönnow in Normalform ist gesetzt und ein großer Gewinn für Union. Experimente auf dieser Schlüsselposition bringen meist nur Unruhe.
Es kann sein, dass Lustrinelli Umbrüche plant und andere Prioritäten setzt. Der Torwarttrainer wechselt, Gspurning verlässt uns nach langer Zeit, sodass unser Däne erneut beweisen muss, der Beste zu sein. Das erzeugt Druck und Konkurrenzkampf, der lange undenkbar war – zum Glück.
Möge der beste Torwart gewinnen und die Diskussion ist, trotz allem, fragwürdig und dankbar. Leistungsprinzip gilt und der Bessere ist der Feind des Guten.
Icke:
Am Samstag um 20:30 Uhr trifft Deutschland im letzten Testspiel vor der WM auf die USA. Dieses Spiel dient als Maßstab für die Stammelf, die bisher getestet wurde. Experten und Wettanbieter sehen Deutschland aktuell nur als siebten Favoriten mit circa sieben Prozent Titelchance. Favorisiert werden Spanien und Frankreich, gefolgt von England, Brasilien, Argentinien und Portugal. Frankreich und Spanien verfügen über enorme Tiefe. Argentinien ist schwer einzuschätzen, England, Brasilien und Portugal sehe ich nicht so klar vor uns.
Die Wettquoten erwarten, dass Deutschland ins Achtelfinale einzieht. Das Spiel gegen die USA soll zeigen, dass die guten Leistungen nicht nur gegen schwache Gegner erzielt wurden. Die Vorrunde erfordert höchste Konzentration, besonders gegen starke Teams wie Elfenbeinküste und Ecuador. Wer Weltmeister werden will, muss diese schlagen.
Neuer wird vermutlich zurück ins Tor kommen, was die Qualität, Ausstrahlung und das Selbstbewusstsein stärkt. Entscheidend ist das offensive Dreiermittelfeld mit Karl, Wirtz und Musiala, die ihre Fähigkeiten bündeln müssen. Karl überzeugte zuletzt, Musiala ist nach Verletzung wieder gefragt, und Wirtz zeigt eine positive Tendenz.
Nagelsmann wollte Havertz als Mittelstürmer einsetzen, doch Undav bringt mit seiner Topform Konkurrenz. Das Trio Undav, Havertz und Woltemade ist schwer auszurechnen und flexibel für jeden Gegner. Sturm, offensives Mittelfeld und Torwart sind somit gut besetzt für hohe Ambitionen.
Die Verletzung von Karl ist ein herber Rückschlag, Neuer konnte noch nicht spielen, hoffentlich ist er zum WM-Start einsatzbereit.
Im USA-Spiel zeigten Baumann und Havertz ihre beste Leistung. Es bleibt spannend, ob Havertz oder Undav im ersten WM-Spiel starten. Nagelsmann wird wahrscheinlich auf Havertz setzen, ebenso auf Brown. Anton könnte als defensive Option auf der rechten Seite ins Spiel kommen. Sané ersetzte Karl, konnte sich spielerisch nicht durchsetzen, erzielte aber das Siegtor. Unsere Abwehr war stärker gefordert, Tah zeigte souveräne Klärungen, Baumann hatte einen Sahnetag mit mehreren wichtigen Paraden.
Ich vermute die Startelf so: Neuer – Kimmich, Tah, Schlotterbeck, Brown – Pavlović, F. Nmecha – Sané, Musiala, Wirtz – Havertz.