Union-Berlin-Blog: Es geht endlich los
Berlin – Eisern! TAG24 präsentiert den Union-Berlin-Blog, geschrieben von drei echten Berliner Fußballfans, die Union im Herzen tragen.
Die Autoren stellen sich vor:
Jürgen „Icke“ Heinemann ist seit Mitte der 1970er Jahre Union-Fan. Der promovierte Betriebswirt arbeitet seit über 30 Jahren im Vertrieb, lebt in Grünheide, ist verheiratet und Vater eines erwachsenen Kindes. Er hat den Blog ins Leben gerufen und schreibt hier regelmäßig.
Tobias „Unionfux“ Saalfeld steht seit mehr als vier Jahrzehnten zu Union. Er ist freiberuflich tätig in Theater, Hörfunk und Fernsehen und schreibt auch dort.
Christian Beeck, ehemaliger Bundesligaprofi (Hansa Rostock, Energie Cottbus), Ex-Manager bei Union und mit 21 Länderspielen für DDR-Junioren, ist ein Eigengewächs des Vereins. Beeck hat zwei Kinder und unterstützt unseren Union-Blog als Berater.
Icke fasst zusammen: Die Phase des Ausprobierens, der Tests und intensiven Trainings ist vorbei. Jetzt steht die Generalprobe bevor: Am Samstag erwartet uns Ipswich Town, Aufsteiger aus England, mit großer Tradition, leidenschaftlichen Fans und hoher Qualität. Nur acht Tage später steht das Pokalspiel bei Eintracht Braunschweig an, bevor wir am 29. August mit dem Bundesliga-Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt starten.
Gegen Ipswich werden wir sehen, wo wir wirklich stehen. Der Marktwert ihres Teams beläuft sich auf rund 280 Millionen Euro, während wir mit etwa 120 Millionen Euro deutlich darunter liegen. Der Verlust von Leite und Doekhi ist spürbar. Ipswich setzt viel auf Flügelspiel und bringt mit Fatawu, Philogene und Clarke drei Topspieler mit jeweils rund 20 Millionen Marktwert ins Spiel. Auch Leif Davies auf der linken Verteidigerposition gilt es im Auge zu behalten. Die Mannschaft ist eingespielt, bevorzugt Ballbesitz, kann aber schnell umschalten, der Trainer legt großen Wert auf eine klare Struktur – große Lücken werden kaum zu finden sein.
Die Engländer spielen, wie wir, im 4-2-3-1-System, wobei jeweils ein Außenverteidiger weit aufrückt, der andere ins Mittelfeld einrückt und sich am Passspiel beteiligt. Ipswich spielt ein aggressives Gegenpressing und versucht, mit schnellen Flügelangriffen Gefahr zu erzeugen. Im defensiven Mittelfeld sticht Matusiwa hervor, den man mit unserem Andrich vergleichen kann. In der Innenverteidigung stehen mit Greaves und O’Shea zwei robuste und sichere Spieler, denen man besser mit Knieschonern zu Leibe rücken sollte.
Im Gegensatz zu einigen kuriosen Vorbereitungsspielen bei uns, etwa an zwei aufeinanderfolgenden Tagen, ist dieses Spiel ein echter Prüfstein. Das muss auch so sein, da auch das Pokalspiel in Braunschweig kein Spaziergang wird. Das beeindruckende 6:1 der Braunschweiger in Magdeburg verdeutlicht ihre starke Frühform. Trainer Sander leistet dort offenbar bemerkenswerte Arbeit.
Der dritte Kracher wird dann das Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt sein. Das sind alles Partien mit hohem Blutdruck. Wir hoffen, dass uns die Mannschaft überraschen kann. Allerdings ist aufgrund der zuletzt fast stockenden Kaderbewegungen, abgesehen von der Leihgabe Latte, Skepsis angebracht. Hoffentlich ist Lustrinelli ein Zauberer! Eisern!
Unionfux berichtet: Das Trainingslager in Österreich 2026 ist Vergangenheit, das vorletzte Testspiel brachte endlich einen Sieg: Gegen den zypriotischen Erstligisten Aris Limassol siegten wir in Salzburg mit 3:2. Zwar kein herausragendes Resultat, doch nach unserer schwachen Testspiel-Serie ein Lichtblick. Die Tore erzielten die Neuzugänge Latte Lath (glücklicherweise ohne schwere Verletzung), van den Bosch nach einer Ecke und Kemlein per Foulelfmeter.
Alle Treffer fielen im regulären Spiel, die Verlängerung blieb trotz Chancen torlos. Doch viele Fans fragen sich: Wie gut ist der 1. FC Union für die kommende Bundesligasaison gerüstet? Trainer Mauro Lustrinelli versprach weitere Verstärkungen (unmittelbar nach der Ausleihe Latte), doch Präsident Dirk Zingler äußerte im Trainingslager-Interview, aktuell sehe er keinen weiteren Bedarf, da auch die sportlich Verantwortlichen nicht auf ihn zukämen. Das lässt Fragen offen. Optimismus ist gut, aber längst sichtbare Defizite, besonders im spielgestaltenden Mittelfeld, erfordern dringend Qualität. Wir vertrauen Lustrinellis Fähigkeiten, aber er braucht auch die passende Unterstützung. Oder hängt Erfolg nur vom Trainer ab, nicht vom Kader? Die Abgänge halten sich in Grenzen, doch wenn der Kicker recht hat, dass wir für Bedia nur rund 700.000 Euro kassierten, wäre das erneut ein Minusgeschäft – der Verein schweigt dazu.
Über die Informationspolitik des 1. FC Union lässt sich sagen: Sie ist äußerst zurückhaltend. Beispiel: Die Vertragsverlängerung von Dmytro Bogdanov wurde verkündet, allerdings ohne Angaben zur Laufzeit. Warum auch? Das war schon immer so. Irgendwann wird man vielleicht nur noch melden, dass ein Spieler verlängert hat – Namen werden dann wohl auch weggelassen. Doch Informationen brauchen Substanz, sonst bringen sie wenig und fördern Spekulationen.
Es kursieren Gerüchte, dass Nationalspieler Michel Aebischer aus der Schweiz, WM-Teilnehmer mit über 250 Erstliga-Einsätzen in der Schweiz und Italien (Young Boys Bern) zu uns kommen könnte. Er ist ein eher defensiv ausgerichteter Mittelfeldspieler, würde aber eine Verstärkung bedeuten – oder ein Hinweis auf Khediras möglichen Abschied. Die Ablösesumme soll bei etwa drei Millionen Euro liegen.
Derzeit ist unklar, was sich noch tut: Verkaufen wir noch jemanden? Kommt ein Spieler, der uns wirklich verbessert, der nicht lange braucht, um sich in der Bundesliga zurechtzufinden, sondern sofort Leistung bringt? Noch sind gut drei Wochen Zeit. Obwohl ich dem Präsidenten zustimme, dass wir wohl nur den Klassenerhalt anstreben, stört mich die Selbstzufriedenheit und das übermäßige Selbstbewusstsein in der Führungsetage. Dirk Zingler mag den Abstiegskampf sexy finden – ich weniger. Realistisch betrachtet sollte ein Platz im Mittelfeld das Ziel sein, oder?
Vielleicht irre ich mich. Die entscheidenden Pläne und Möglichkeiten sind kaum einsehbar. Doch klar scheint: Für einen erfolgreichen Klassenerhalt müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein – der Kader sollte stärker sein als im Vorjahr, Schwachstellen müssen beseitigt werden, denn die Konkurrenz schläft nicht. Die Einsicht, dass besserer Fußball her muss, ist da – nur die Umsetzung fehlt bisher. Es ist schwer zu sagen, wohin die Reise führt. Die Erfahrungen der letzten Jahre helfen wenig, man kann nur hoffen und optimistisch bleiben, wie auch unser Präsident. Nicht einfach, aber alternativlos.
Icke: Wir verpflichten einen neuen Stürmer und stehen am Ende fast ohne Mittelstürmer da. Burke, der in der Vorbereitung viel gespielt hat und als Stammspieler galt, reiste nicht ins Trainingslager mit. Ilic, bislang unser Nummer eins im Sturm, musste wegen einer Lebensmittelvergiftung abreisen. Und nun verletzte sich auch noch der neue Stürmer Latte. Das sieht düster aus: Drei gelernte Stürmer gleichzeitig auszufallen, ist kaum kompensierbar.
Als Alternative bleibt noch Ansah, der aber in der Vorbereitung meist im rechten offensiven Mittelfeld zum Einsatz kam – also dort vermisst wird. Ljubicic kann zwar Sturm spielen, hat aber bisher selten überzeugt. Skarke und Skov stehen ebenfalls zur Verfügung, wobei Skov muskuläre Probleme hat und Skarke wenig Spielzeit bekam und nicht überzeugte. Vielleicht bekommt Bogdanov seine Chance – doch dazu muss er im Trainingslager in Österreich alles geben, damit Trainer Lustrinelli ihm einen Stammplatz gibt.
Ein Interview mit Präsident Dirk Zingler wirkte merkwürdig: Er sagte, die Sportabteilung habe ihm noch nicht signalisiert, dass weitere Verstärkungen notwendig seien. Wie bitte? Monatelang hieß es, wir bräuchten mehrere Neuzugänge, und plötzlich sind keine mehr nötig? Selbst unser Trainer hatte Verstärkungen angekündigt. Da stimmt etwas nicht. Selbst bei den jüngsten Ausfällen ist klar: Unsere spielerische Qualität ist immer noch mangelhaft. Und hinter Ilic und Latte haben wir im Sturm nur Durchschnittsspieler. Ehrlich wäre zu sagen, dass die Spieler, die wir nicht mehr nutzen, lieber bei uns bleiben, was verständlich ist – aber letztlich unsere Schuld. Wir holten sie und versprachen ihnen ihre Gehälter. Zum Beispiel Starke wäre in Heidenheim Stammspieler, kann dort aber nicht das Gehalt bezahlen und sitzt daher lieber bei uns auf der Bank.
Klartext: Unser Management schafft es nicht, Spieler, die kaum noch eine Rolle spielen, abzugeben. Bis auf Leihspieler Latte gibt es keine Veränderungen in der Offensive. Im kommenden Jahr laufen die Verträge von Querfeld, Ilic und Schäfer aus, was weitere ablösefreie Abgänge von Leistungsträgern drohen lässt. Oder landen sie noch in diesem Jahr? Dann hätten wir ein massives Problem, diese Spieler kurz vor knapp zu ersetzen. Insgesamt ist das keine Bestnote für unser Management, vor allem nicht so kurz vor Saisonstart. Eisern!
Icke: Heute startet das Trainingslager in Österreich beim ATV Irdning. Einige Tage Feinschliff in idyllischer Umgebung. Am Sonntag, 9. August, folgt das Testspiel gegen Aris Limassol in Salzburg. Am 15. August steht dann das letzte Vorbereitungsspiel gegen Ipswich Town in Köpenick an.
Danach geht's am 23. August im DFB-Pokal nach Braunschweig. Die Bundesliga-Saison beginnt für uns am 29. August mit dem Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt.
Trainer und Manager haben weitere Verstärkungen angekündigt. Dieses Jahr scheint alles auf den letzten Drücker zu passieren.
Immerhin kann unser neuer Stürmer Latte Lath noch einen Teil der Vorbereitung mitmachen. Wir sind gespannt auf ihn. Wird er gut eingebunden und fühlt sich angekommen, kann er seine größte Stärke zeigen: Tore!
Nach dem ersten Bundesligaspiel gegen Frankfurt reisen wir am 5. September zu Bayer Leverkusen, die sich mit Moreira, Eichhorn und Alajbegovic verstärkt haben. Leihspieler Boniface und Hincapie sind zurück. Mit allen Rückkehrern haben sie 15 neue Spieler im Kader. Am 11. September empfangen wir Schalke. Diese bringen immer Stimmung mit und haben ein starkes Team, angeführt von den Ex-Unionern Karius und Gosens.
Am 18. September folgt der Auftritt in München – ein Härtetest für unsere Abwehr. Ein sanftes Einspielen in die Bundesliga ist nicht möglich. Mit Frankfurt, Leverkusen und Bayern warten drei der ersten vier Gegner gleichwohl eine große Prüfung für unsere Mannschaft.
Wir hoffen auf einen guten Saisonstart, auch wenn die späten Verstärkungen den Start womöglich holprig machen. Ich rechne damit, dass wir erst Mitte bis Ende September unser Leistungsniveau erreichen. Eisern.
Unionfux: Die Vorbereitungsspiele in diesem Sommer sind wenig erfreulich. Nach Siegen gegen Oberligisten Rathenow und Grün-Weiß Lübben aus der Landesklasse konnten wir gegen Regionalligisten (Chemnitz, Jena) und Schweizer Zweitligisten (Winterthur, Aarau) nicht gewinnen. Die Vielzahl an Testspielen ist fragwürdig – welche Idee steckt dahinter? Lustrinelli ist nicht begeistert, macht aber das Beste draus.
Am Samstag waren wir zu Gast in Dresden – angeblich Teil der Ablöse für Bogdanov. Wir gingen in Führung, mussten aber schnell den Ausgleich hinnehmen. Die erste Halbzeit war akzeptabel, doch im zweiten Abschnitt kassierten wir ein weiteres Gegentor. Das Spiel wurde zunehmend zerfahren und endete mit einer knappen Niederlage vor 25.000 Zuschauern. Dresden startet diese Woche mit dem Punktspielbetrieb und ist daher fitter. Trotzdem können wir keinen Klassenunterschied herstellen, was gemischte Gefühle hinterlässt.
Sonntag spielten wir zuhause gegen Serie-A-Club Cagliari Calcio. Trotz enttäuschender Kulisse von knapp 9.000 Fans (im Vergleich zu über 18.000 gegen Espanyol im Vorjahr) boten wir ein Spiel mit wenigen Höhepunkten. Cagliari ging früh in Führung und baute diese aus. Fünf Minuten vor Schluss traf Ansah per Kopf nach einem Einwurf, neunzig Minuten später erzielte er erneut per Kopf den Ausgleich nach einer Ecke von Jeong. In der Nachspielzeit hatten beide Teams Möglichkeiten zum Sieg, doch es blieb beim Remis.
Unterm Strich ein mäßiges Spiel – weder richtig gut noch richtig schlecht. Die Mannschaft befindet sich in Entwicklung, die Zeit und neue Spieler werden nötig sein.
Jetzt geht's ins Trainingslager nach Österreich. Mit dabei ist Emmanuel Latte Lath, ein ivorischer Stürmer, den wir von Atlanta United mit Kaufoption ausleihen. Die Amerikaner schätzten ihn vor anderthalb Jahren auf über 20 Millionen Euro. Er ist treffsicher, spielte in der Schweizer Super League bei St. Gallen und in der englischen Championship bei Middlesbrough. Ausgebildet wurde er bei Atalanta Bergamo – keine schlechte Schule.
Auf Videos macht Latte einen technisch soliden Eindruck mit gutem Antritt und Abschlussqualität. Ob er das bei uns umsetzt, wird sich zeigen. Lustrinelli hat ihn wohl häufig beobachtet. In der MLS lief es nicht rund – 9 Tore in anderthalb Jahren sind überschaubar. Burnley und Middlesbrough waren ebenfalls interessiert, konnten ihn aber wegen Visa-Problemen nicht verpflichten – Glück für uns. Wir zahlen wohl keine Leihgebühr, übernehmen aber sein hohes Gehalt von etwa 2,8 Millionen Euro.
Atlanta United profitiert, spart Gehalt und bekommt Platz für einen Designated Player – vermutlich Romelu Lukaku. Weitere Verstärkungen, vor allem im Mittelfeld, sind dringend nötig, wie die letzten Spiele zeigten. Latte braucht auch gute Vorlagen. Willkommen Emmanuel! Viel Erfolg in Österreich!
Icke: Emmanuel Latte Lath, 27 Jahre alt, Mittelstürmer, vier Länderspiele für die Elfenbeinküste, groß geworden in Italien bei Atalanta, wurde oft ausgeliehen. Seine beste Saison hatte er 22/23 bei St. Gallen, mit 16 Toren und 4 Vorlagen. Middlesbrough kaufte ihn für 7,1 Millionen Euro. Dort erzielte er in der ersten Saison 18 Tore und 1 Assist.
Atlanta United zahlte später stolze 21,25 Millionen Euro, doch Latte konnte seine Leistungen nicht wiederholen. In der MLS erzielte er 7 Tore in 30 Spielen, in der aktuellen Saison 3 Tore in 16 Spielen. Er hat noch Vertrag bis 2028, mit Option für ein weiteres Jahr. Die Ausleihe zu uns scheint wahrscheinlich, idealerweise mit niedriger Kaufoption.
Latte ist mit 1,76 m nicht groß, aber kopfballstark – er springt hoch wie der legendäre Karl-Heinz Riedle und erzielt so wichtige Kopfballtore. Er spielt direkt, ohne Schnörkel, und macht viele „einfache“ Tore. Er ist technisch solide, wenn auch manchmal etwas ungeschickt, hält aber Bälle gut und schießt oft aus der Drehung, was Torhütern das Leben schwer macht. Mit 33,22 km/h ist er ordentlich schnell, sein schneller Antritt hilft ihm, viele Zweikämpfe zu gewinnen.
Latte ist kein Vorbereiter wie Ilic, er sucht stets den direkten Abschluss. Dadurch könnten er und Ilic sich gut ergänzen – Latte mit Dynamik und Abschlussstärke, Ilic mit Robustheit und Vorlagen. Ein perfektes Duo.
Ein Problem bleibt sein hohes Gehalt von 3,74 Millionen Dollar. Wie das finanziert wird, ist noch unklar – entweder verzichtet Latte oder Atlanta trägt einen Teil. Andere Vereine werden seine Gehaltsforderungen kaum erfüllen wollen. Latte ist eine Wundertüte: Fühlt er sich wohl, trifft er; fühlt er sich nicht wohl, blockiert er. Hoffentlich gelingt ihm bei uns der Wohlfühlfaktor – die Chancen stehen nicht schlecht.
Oder wird es am Ende doch Futkeu aus Frankfurt? Beide Spieler sind teuer. Alternativ wäre Ducksch eine günstigere Variante, der auch zehn Tore erzielen kann und auch Flanken geben kann, was Trimmel entlastet. Die beste Lösung wäre ein Mix aus Ducksch plus einem der anderen beiden (Futkeu oder Latte), dann hätten wir mit Ilic, Ducksch und Futkeu/Latte drei Topspieler für zwei Positionen. Burke, Skarke und Ljubicic könnten abgegeben werden. Dahinter könnten dann Bogdanovic und Gray öfter eingesetzt werden. Es wird Zeit, dass Union am Transfermarkt aktiver wird.
Eine weitere Personalie: Gladbach sucht einen zentralen Mittelfeldspieler. Neuhaus, der nur noch ein Jahr Vertrag hat, würde perfekt passen. Sollte Khedira doch noch gehen, wäre Neuhaus umso wichtiger. Auch Kevin Schlotterbeck wäre eine Verstärkung für die Innenverteidigung, da wir keinen guten linken Innenverteidiger besitzen. Alternativ wäre auch Uduokhai als linker Innenverteidiger verfügbar – ein unterschätzter Spieler mit Bundesliga-Erfahrung. Khedira könnte gehen, Mainz, Gladbach, New York, Trabzonspor und Besiktas sind interessiert. Sollte er wechseln, macht Neuhaus umso mehr Sinn. Dann hätten wir im zentralen Mittelfeld mit Kemlein, Schäfer und Neuhaus drei Spieler für zwei Positionen, die auch Fußball spielen können. Haberer wäre dann eher chancenlos, die Talente Blaszczak (18) und Sliskovic (17) könnten näher an die Profis rücken. Mal sehen, was sich tut. Eisern!
Unionfux: Was gerade im Weltfußball passiert, ist äußerst bedeutsam für die Zukunft der FIFA: Gianni Infantino, der autoritär regierende Präsident, dessen offenbar korrupte und rücksichtlose Methoden dem Fußball zunehmend schaden, übertreibt es nun endgültig. Sein Plan, die WM und weitere Turniere an Investoren zu verkaufen, trifft zunehmend auf Widerstand.
Die FIFA besteht aus 211 Mitgliedsverbänden, jeder mit einer Stimme, unabhängig von Größe. Infantino nutzt diese Struktur aus, indem er viele kleine Verbände durch großzügige Zahlungen an seine Seite zieht. Dadurch ist er nahezu unangreifbar. Er kann beliebig handeln, von der Erweiterung der WM bis zum Rücknehmen von roten Karten, von der Vergabe von Turnieren in Wüstenländern bis zur Verlängerung der Halbzeitpause. Wer könnte ihn stoppen? Man dachte, Sepp Blatter sei unerreichbar – Infantino scheint das noch zu übertreffen.
Kein Wunder, dass Infantino den früheren US-Präsidenten Biden hofiert – zwei Gleichgesinnte. Ein herrliches Regieren ohne Rücksicht auf Regeln. Über verwandtschaftliche Bande könnte Trump ebenfalls im lukrativen Investorenboot sitzen.
Doch zumindest UEFA und andere Kontinentalverbände haben genug und drohen mit Boykott aller FIFA-Turniere. Die Attraktivität des Fußballs leidet ohne die Europäer stark.
Auch wenn ein Sturz Infantinos unwahrscheinlich erscheint, ist der Widerstand ein wichtiges Signal. Die Zukunft wird zeigen, ob der Protest über Lippenbekenntnisse hinausgeht. Es geht um weit mehr als eine WM. Ein möglicher Fall Infantinos wäre ein Signal mit weitreichenden Folgen, inklusive der Wiederbelebung der Superliga. Daher gilt: Gegen die Anfänge kämpfen – oder wenigstens gegen allzu schlimme Fortsetzungen.
Infantino wird weiterhin geduldet, obwohl er verkauft, was ihm nicht gehört. Das ist das eigentliche Problem. Es wird spannend, wie dieser Machtkampf ausgeht. Eisern!
Unionfux: Der Kicker veröffentlichte seine halbjährliche Rangliste – in der aktuellen Sommer-Ausgabe fehlen nur drei Vereine: St. Pauli, Wolfsburg (beide abgestiegen) und Union. Im Winter waren wir noch mit Doekhi (Innenverteidigung), Khedira (defensives Mittelfeld) und Ansah (offensiver Flügel) vertreten.
Die einzigen Union-Spieler, die genannt werden, sind Ex-Unioner: Ryerson vom BVB und Leweling aus Stuttgart, den wir verliehen und günstig verkauft haben, da wir keine Verwendung für ihn hatten.
Natürlich sind solche Rankings nur Meinungen eines Fachmagazins und nicht entscheidend. Dennoch ist es bemerkenswert, dass wir trotz Platz 11 in der Rückrunde lediglich durchschnittlich waren. Das spiegeln auch die letzten Spiele wider, die unsere Leistungen kaum verbessern konnten.
Viele Bundesligisten erhalten teils exorbitante Angebote für ihre Spieler, während das Interesse an unserem Kader eher gering ist. Wirklich herausragende Leistungen gab es kaum – Ausnahmen waren Doekhis Wechsel zu Lazio Rom, allerdings ablösefrei. Es gelingt uns kaum, Spieler ablösefrei zu verpflichten, da viele entweder zu schwach oder verletzungsanfällig sind und zudem nicht finanziell schlechter gestellt werden wollen. Gerüchte um Kemlein und eine angebliche Offerte von AS Rom über 15 Millionen kursieren, sind aber unklar und wohl zu niedrig.
Langfristig ist das keine gute Entwicklung: Kaum Einnahmen durch Spielerverkäufe und nur durchschnittliche Qualität im Kader. Wir hoffen, dass Spieler wie Burke, Ilic, Schäfer, Querfeld und Ansah ihr Potenzial künftig voll ausschöpfen. Eine qualitative Verstärkung ist dringend nötig, auch um Trainer Lustrinelli mehr Optionen zu geben. Bisher ist nichts Konkretes in Sicht, was die Situation erschwert. Der Markt ist teuer und unübersichtlich, Leihen laufen selten schnell, da Vereine spät entscheiden. Gelingt keine Verbesserung, droht erneut eine schwierige Saison ohne Garantie für den Klassenerhalt.
Das wäre fahrlässig und unverständlich. Noch ist Zeit, und wir hoffen, dass sich die Verantwortlichen dessen bewusst sind. Doch die Nervosität steigt. Ein kleiner Hoffnungsschimmer: Torwart Phillip Menzel von 1. FC Saarbrücken wird uns als Gastspieler unterstützen, da Rönnow und Raab verletzt sind – langfristig wird er wohl nicht bleiben.
Icke: Die Spieler genießen derzeit eine kurze Pause, doch auf dem Transfermarkt herrscht Funkstille. Spieler ohne Chancen werden kaum abgegeben, was die Suche nach neuen Stürmern erschwert. Die besten bezahlbaren Stürmer sind längst vergeben. Ablösefreie Stürmer sind selten. Der Spanier Aranda (24 Jahre) ist derzeit der einzige ablösefreie Stürmer, der uns sofort helfen könnte – europaweit. Die Ü30-Spieler außen vor gelassen.
Wir werden wohl eine Ablöse zahlen müssen. Dinkci ist im Gespräch, doch auch er kostet mehrere Millionen und seine Trefferquote ist mit 14 Toren in 103 Spielen nicht überzeugend. Wahrscheinlich brauchen wir einen Spieler wie Futkeu (Frankfurt), der bei mehreren Vereinen begehrt ist, aber noch teurer sein dürfte. Ohne Risiko wird es diesen Sommer nicht gehen.
Die Alternative wäre, mit den vorhandenen Stürmern in die Saison zu starten und auf ein Wunder zu hoffen. Der Markt ist verrückt, und je länger wir warten, desto kleiner werden die Chancen. Eisern.
Unionfux: Die Kapitänswahl ist ein eher symbolischer Akt, auch wenn der Kapitän als einziger bei Schiedsrichtern protestieren darf. Er ist primus inter pares – Erster unter Gleichen – und übernimmt eine Vorbildfunktion. Meist sind es erfahrene, intelligente Feldspieler mit Führungsqualitäten. Die Wahl erfolgt entweder demokratisch durch das Team oder diktatorisch durch den Trainer – beide Verfahren haben ihre Vor- und Nachteile.
Trainer Lustrinelli bestätigte, dass Christopher Trimmel, unser langjähriger Kapitän, auch in der kommenden Saison das Amt innehaben wird, mit Rani Khedira als Stellvertreter. Auch wenn Trimmel aufgrund seines Alters weniger Spielzeit erhalten könnte, ist diese Entscheidung sehr gut: Trimmel kennt den Verein wie kaum ein anderer, lebt seine Werte und hat mit seiner dreizehnten Saison bei uns eine beeindruckende Konstanz. Seine Darbietungen, Standards, Einsatzbereitschaft und Führungsqualitäten sind weiterhin vorbildlich.
Es gab Stimmen, die Aljoscha Kemlein als Kapitän favorisierten, doch mit 22 Jahren hat der Eigengewächs noch Zeit. Die zusätzliche Verantwortung wäre momentan vielleicht zu viel. Kemlein ist bereits gut beobachtet, da er aus dem Nachwuchs stammt – was bei uns leider selten ist. Sein Vorgänger als Eigengewächs war Steven Skrzybski, der uns vor acht Jahren verließ. Wir wünschen Christoph Trimmel eine erfolgreiche Saison als Kapitän!
Diese Woche ist noch Urlaub angesagt, bevor nächste Woche zwei Spiele anstehen: Samstag in Dresden, Sonntag zuhause gegen Cagliari Calcio aus der Serie A. In Dresden könnte eine gemischte Aufstellung spielen, während gegen die Italiener wahrscheinlich die Bestbesetzung antritt.
Danach geht es für eine gute Woche ins Trainingslager nach Österreich. In den kommenden Wochen werden sich Personalentscheidungen bei Zu- und Abgängen deutlicher manifestieren, sodass sich im Trainingslager langsam eine Stammelf herausbildet. Bewegung bis zum ersten September ist normal. Viel Erholung für die Mannschaft und spannende Tage für uns alle!
Icke: In den bisherigen Vorbereitungsspielen setzte 1. FC Union 22 Spieler im Alter von 16 bis 23 Jahren ein – ein wahrer Jugendforscher-Tross. Trainer Lustrinelli will möglichst alle Spieler kennenlernen, auch die A-Jugendlichen. Doch wir sind bereits in der zweiten Hälfte der Vorbereitung, und die Zeit bis zum Saisonstart am 29. August wird knapp. Es wird Zeit, eine Stammelf von 15 bis 16 Spielern zu definieren.
Im Tor sieht die Lage klar aus: Klaus, früher Nummer drei, steht im Tor und macht seine Sache exzellent. Raab, die bisherige Nummer zwei, ist verletzt und wird mit anderen Vereinen in Verbindung gebracht. Stammkeeper Rönnow hat einen Großteil der Vorbereitung aus Verletzungsgründen verpasst. Bis jetzt steht Klaus im Tor, was keine Schwächung darstellt.
In der Viererkette wurde viel experimentiert. Aktuell scheint die Formation Juranovic – Marvin Friedrich – van den Bosch – Köhn im Vorteil. Die zweite Reihe mit Trimmel – Querfeld – Nsoki – Rothe ist allerdings dicht dran. Ogbemudia wird regelmäßig eingesetzt und macht seine Sache gut. Mit neun Spielern für vier Positionen sind wir quantitativ gut aufgestellt. Ob wir daraus ein Bollwerk formen, zeigt sich erst in Spielen gegen richtige Gegner.
Das Mittelfeld besteht aus zwei defensiven zentralen Spielern und zwei offensiven Außenpositionen. Khedira (WM-Teilnehmer für Tunesien) fehlt zwar viel wegen Verletzung, dürfte aber zurückkehren und seinen Stammplatz behaupten. Ohne ihn spielen meist Schäfer und Kemlein, Haberer wurde auch schon defensiv ausprobiert, gilt aber als zu leicht. Khedira, Schäfer und Kemlein kämpfen um zwei Plätze. Aufgrund von Khediras Verletzung dürften Schäfer und Kemlein am ersten Spieltag starten.
Auf den offensiven Halbpositionen sind Ansah (rechts) und Burcu (links) erste Wahl. Beide besitzen Technik und Übersicht, müssen aber noch Durchsetzungsvermögen in der Bundesliga beweisen. Dahinter lauert mit 16 Jahren Unions großes Talent Güther, der rechts und links spielen kann. Jeong und Skov (wieder im Kader) stehen ebenfalls zur Verfügung, konnten den Trainer bislang aber nicht überzeugen. Qualität und Quantität sind einigermaßen gegeben, vorausgesetzt Güther, Skov und Jeong steigern sich im Saisonverlauf – bei Güther ist Lustrelli besonders optimistisch.
Im Sturm wird es kritisch. Ilic überzeugt, auch wenn er offenbar wechseln könnte. Neben ihm spielt meist Burke, dessen Leistungen bisher enttäuschend waren. Bedia wurde verkauft. Gelegentlich spielten Skarke und Ljubicic – ohne durchschlagenden Erfolg. Dahinter warten mit Gray, Bogdanovic und Engel (aus der A-Jugend) Talente, die vielleicht bald häufiger zum Zug kommen und derzeit ebenso effektiv sind wie die bisherigen Stürmer.
Hier wird deutlich, wo Union sich verstärken muss: Im Angriff brauchen wir treffsichere Stürmer – und zwar mehrere. Manager Heldt ist seit Sommer 2024 bei Union. In seiner Zeit holte er Skarke, Burke und Ljubicic, die jetzt kaum Abnehmer finden. Vermutlich darf er deshalb derzeit keine neuen Stürmer verpflichten. Das Experiment mit Prtajin schlug fehl, das wurde bereinigt. Bedia und Jordan wurden nicht von ihm verpflichtet.
Wann gelingt es Union wieder, einen guten, treffsicheren Stürmer zu verpflichten? Die letzten Flops reichen für Jahre. Wir hoffen, dass einer der drei Talente den Durchbruch schafft. Aus der eigenen Jugend kommt zudem mit Matjani ein neuer Mittelstürmer, der albanischer U17-Nationalspieler ist und bislang in jedem Spiel trifft. Mit 1,89 Metern bringt er auch die passende Größe mit. Drücken wir die Daumen! Eisern.
Unionfux: Als gebürtiger Ostberliner gilt der Grundsatz: „Haben ist besser als brauchen.“ Jedes Jahr wird man nervös, wenn zum Trainingsstart der Kader nicht steht, Spieler, die keine Rolle mehr spielen, nicht abgegeben wurden, dafür aber spektakuläre Verpflichtungen fehlen, die eine gute Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern versprechen – am besten ablösefrei oder zum kleinen Preis.
Zwei Wochen nach Trainingsstart bricht meist Panik aus: Sind die Verantwortlichen bei Union verrückt? Wo bleiben die neuen Stars?
Doch man sollte nicht auf Wunder hoffen. Für Spieler um die 20 werden oft Ablösesummen von 50 bis 60 Millionen verlangt und bezahlt. Für Union sind solche Summen unrealistisch. Wir sind froh, überhaupt noch geringfügig Geld für abwanderungswillige Spieler zu bekommen. Die geringe Ablöse für Benes (rund 1 Million bei Kauf für 3) und die Ablösefreiheit bei Doekhi und Leite sprechen Bände. Andere potenzielle Einnahmen fehlen.
Das Transferkarussell hat noch nicht richtig Fahrt aufgenommen, kaum Nachrichten von spektakulären Neuzugängen. Auch bei Hertha, die viele Leistungsträger verkauften und ordentlich Geld einnahmen, sind bislang kaum neue Spieler verpflichtet worden. Die WM verzögert vieles, die Bundesliga beginnt erst Ende August, kurz vor dem Transferfenster-Schluss am 1. September.
Über sechs Wochen bleiben also noch Zeit für Bewegung, auch bei Union – doch mit begrenzten finanziellen Mitteln.
Obwohl das Scheitern der meisten großen Namen in der Vergangenheit bekannt ist, muss Union das Optimum aus dem vorhandenen Kader herausholen und Spieler für größere Clubs interessant machen. Lustrinelli kann das vermutlich, auch wenn das eine schwierige Aufgabe bleibt.
Angst macht mir allerdings, dass Stanley Nsoki nach seiner Verpflichtung verletzt ist. Unsere bisherige Verletztenliste ist lang und der Zweifel wächst, ob uns der Spieler wirklich hilft. Geduld ist gefragt – und Optimismus, hoffentlich mit etwas mehr Tatkraft von Heldt, der dringend einen spielstarken Mittelfeldspieler finden muss. Unser Kaderplaner wirkt oft zu entspannt.
Nicht zu vergessen: Wenn ein Spieler aus dem aktuellen Kader seine Form findet, wäre das schon ein Gewinn – das sind quasi Neuzugänge in eigener Sache.
Die ersten vier Spieltage sind fix terminiert: zweimal Samstag 15:30 Uhr (gegen Frankfurt zuhause und Leverkusen auswärts), dann zweimal Freitagabend um 20:30 Uhr (gegen Schalke zuhause und Bayern auswärts). Ein harter Auftakt. Die Liga ist immer hart – das haben wir zuletzt sieben Jahre lang gelernt. Die fast schon traditionelle Sonntag-Heimspiel-Startserie bleibt erhalten, was schön ist.
Unionfux: Unsere Freundschafts- und Testspielbilanz in diesem Sommer ist nicht gerade glorreich. Nach Siegen gegen Oberligisten Rathenow und Grün-Weiß Lübben aus der Landesklasse konnten wir gegen Regionalligisten Chemnitz und Jena sowie die Schweizer Zweitligisten Winterthur und Aarau nicht gewinnen. Die Vielzahl an Testspielen ist fragwürdig – welche Idee steckt dahinter? Lustrinelli ist nicht begeistert, macht aber das Beste.
Am vergangenen Samstag waren wir in Dresden zu Gast – angeblich Teil der Ablöse für Bogdanov. Wir gerieten zwar in Führung, mussten aber schnell ausgleichen lassen. Die erste Hälfte war einigermaßen sehenswert, doch mit einem frühen Gegentor begann die zweite Hälfte. Das Spiel wurde zunehmend zerfahren, letztlich verloren wir knapp vor 25.000 Zuschauern. Dresden startet diese Woche mit dem Punktspielbetrieb, ist fitter, trotzdem konnten wir keinen Klassenunterschied herstellen – das hinterlässt gemischte Gefühle.
Sonntag empfingen wir Cagliari Calcio aus der Serie A in der Alten Försterei. Trotz enttäuschender Kulisse (knapp 9.000 Zuschauer, weniger als halb so viele wie vor einem Jahr gegen Espanyol Barcelona) boten wir ein langsames Spiel mit wenigen Chancen. Die Sarden gingen früh in Führung und bauten aus, bis Ansah kurz vor Schluss per Kopf den Ausgleich erzielte. In der Nachspielzeit hatten beide Teams noch Möglichkeiten zum Sieg, doch es blieb beim Remis.
Insgesamt nicht überzeugend, aber auch nicht schlecht. Die Mannschaft befindet sich im Entwicklungsprozess, der Zeit und neue Spieler benötigt.
Jetzt folgt das Trainingslager in Österreich. Mit dabei ist Emmanuel Latte Lath, ivorischer Stürmer, ausgeliehen von Atlanta United mit Kaufoption. Vor anderthalb Jahren wurde er in den USA auf über 20 Millionen Euro geschätzt. Er traf in der Schweiz (St. Gallen) und in der englischen Championship (Middlesbrough). Ausgebildet wurde er bei Atalanta Bergamo – eine renommierte Fußballschule.
Youtube-Clips zeigen Latte als technisch versierten Spieler mit starkem Abschluss und guter Antrittsschnelligkeit. Ob er das auch bei uns zeigen kann, wird sich zeigen. Lustrinelli kennt ihn aus der Schweiz gut. In der MLS war er nicht so erfolgreich – nur neun Tore in eineinhalb Jahren. Burnley und Middlesbrough wollten ihn, konnten ihn aber wegen Visa-Problemen nicht verpflichten – gut für uns.
Wir zahlen offenbar keine Leihgebühr, übernehmen aber sein hohes Gehalt von etwa 2,8 Millionen Euro. Atlanta United profitiert, spart Gehalt und schafft Platz für einen Designated Player – vermutlich Romelu Lukaku.
Weitere Neuverpflichtungen, vor allem ein kreativer Mittelfeldspieler, sind dringend notwendig, auch um Latte ausreichend zu bedienen. Willkommen Emmanuel! Viel Erfolg in Österreich!
Icke: Emmanuel Latte Lath (27) ist Mittelstürmer. Er bestritt vier Länderspiele für die Elfenbeinküste. Aufgewachsen in Italien bei Atalanta, stand er oft bei Leihen. Seine beste Saison absolvierte er 2022/23 beim FC St. Gallen mit 16 Toren und 4 Vorlagen. Middlesbrough kaufte ihn für 7,1 Millionen Euro, dort traf er in der ersten Saison 18 Mal. Anschließend zahlte Atlanta United aus der MLS über 21 Millionen Euro, doch die Leistungen blieben hinter den Erwartungen zurück.
In der MLS erzielte er in der ersten Saison 7 Tore und 3 Vorlagen in 30 Spielen, aktuell 3 Tore in 16 Spielen. Sein Vertrag läuft bis 2028 mit Option auf ein weiteres Jahr. Die Leihe zu uns ist wahrscheinlich, idealerweise mit niedriger Kaufoption.
Latte ist 1,76 m groß, kein klassischer „harter“ Stürmer, aber kopfballstark und springt sehr hoch – ähnlich wie Karl-Heinz Riedle. Er spielt direkt und ohne Schnörkel, ist technisch solide, schießt gern aus der Drehung und hat einen schnellen Antritt, der ihm viele Zweikämpfe bringt.
Im Sturm ergänzt er sich gut mit Ilic: Latte als dynamischer Vollstrecker, Ilic als robuster Vorbereiter. Ein starkes Duo.
Problematisch ist sein hohes Gehalt von rund 3,74 Millionen Dollar. Wie sich das finanzieren lässt, ist unklar – Atlanta müsste einen Teil tragen oder Latte müsste verzichten. Andere Vereine werden kaum ein solches Gehalt zahlen wollen. Der Spieler ist eine Wundertüte: Ist er fit und wohl, trifft er; sonst blockiert er. Hoffentlich gelingt ihm bei uns das Wohlfühlgefühl – die Chancen stehen gut.
Alternativ könnte es auch Futkeu aus Frankfurt werden, beide sind teuer. Ducksch wäre eine günstigere Option, auch er ist torgefährlich und kann Flanken geben. Die ideale Lösung wäre eine Kombination aus Ducksch plus Futkeu oder Latte, dazu Ilic. Dann hätten wir drei Spitzen für zwei Positionen. Burke, Skarke und Ljubicic könnten dann abgegeben werden. Die Talente Bogdanovic und Gray stünden als Ergänzung bereit. Es wird Zeit, dass Union am Transfermarkt aktiver wird.
Gladbach sucht ebenfalls einen zentralen Mittelfeldspieler. Neuhaus wäre die perfekte Ergänzung. Mit Khedira eventuell bald weg würde Neuhaus mehr Sinn machen. Auch Kevin Schlotterbeck wäre eine wertvolle Verstärkung für die Innenverteidigung, da uns ein linker Innenverteidiger fehlt. Alternativ könnte auch Uduokhai diese Rolle ausfüllen – ein unterschätzter Bundesliga-Spieler. Khedira steht im Fokus von Mainz, Gladbach, New York, Trabzonspor und Besiktas. Sollte er wechseln, wäre Neuhaus noch wichtiger. Dann hätten wir mit Kemlein, Schäfer und Neuhaus drei hochkarätige Spieler für zwei Positionen, während Haberer wohl chancenlos wäre. Die Talente Blaszczak und Sliskovic könnten dann näher an die Profis rücken. Mal sehen, was sich noch tut. Eisern!