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Union-Berlin-Blog: Früher waren es einmal drei Torhüter

Berlin – Bei TAG24 betreiben drei eingefleischte Berliner Union-Fans gemeinsam den Union-Berlin-Blog.

Unsere Autoren:

Icke (Jürgen Heinemann) ist seit Mitte der 1970er Jahre Unioner, von Beruf Betriebswirt und seit über drei Jahrzehnten im Vertrieb tätig. Er lebt mit seiner Familie in Grünheide und ist Gründer dieses Blogs.

Unionfux (Tobias Saalfeld) unterstützt Union seit mehr als 40 Jahren, arbeitet freiberuflich für Bühne, Rundfunk und Fernsehen und ist auch dort als Autor aktiv.

Beecke (Christian Beeck), ehemaliger Bundesliga-Profi (Hansa Rostock, Energie Cottbus), früherer Union-Manager und mit 21 Länderspielen für DDR-Junioren aus dem eigenen Nachwuchs, wirkt im Blog als Berater mit. Er ist Vater von zwei Kindern.

Unionfux: Die Saison mit drei starken Torhütern beim 1. FC Union wirft verständlicherweise die Frage auf, ob der Kampf um die Nummer Eins im Tor eröffnet ist. Matheo Raab und Carl Klaus haben mit guten Leistungen auf sich aufmerksam gemacht, dazu kommt der neue Trainer Mauro Lustrinelli, der frischen Wind und einen unverstellten Blick auf die Lage mitbringt. Zunächst einmal ist es ein großes Glück, über ein derart kräftiges Torhüter-Trio zu verfügen.

Gleichzeitig ist allen bewusst, wie schwierig die Torhüterposition ist: Üblicherweise steht nur ein Schlussmann auf dem Feld, Wechsel sind selten und Versuche, Torhüter im Wechsel einzusetzen, brachten bei Union bisher nichts – angefangen bei Beuckert und Wulnikowski über Höttecke und Glinker bis hin zu Haas und Amsif.

Deshalb praktizieren das auch kaum andere Vereine, abgesehen von garantierten Pokaleinsätzen für den Ersatzkeeper. So bleibt in der Regel die klare Nummer Eins gesetzt, während die beiden anderen im Training alles geben, aber meist nur auf der Bank Platz nehmen, es sei denn, Verletzungen, Sperren oder Leistungseinbrüche zwingen zu Wechseln.

Vor kurzem äußerte sich der ehemalige Nachwuchstorwart Lennart Moser in der Presse darüber, dass er bei Urs Fischer keine Chance hatte, weil dieser erfahrene Keeper bevorzugte und das offen kommunizierte. Deshalb suchte Moser sein Glück anderswo.

Junge Torhüter erhalten jedoch auch anderswo nur dann Einsatz, wenn sich eine Gelegenheit ergibt. Selten werden sie gegenüber älteren Kollegen bevorzugt, es sei denn, sie sind außergewöhnlich talentiert – was bei Moser, der inzwischen immerhin in Japans erster Liga spielt, nicht uneingeschränkt der Fall ist.

Auch Tom Wisbereit, ein unbestrittener Nachwuchshoffnungsträger, musste ähnliche Erfahrungen machen, während Yannic Stein nach Babelsberg weiterzieht. Der Durchbruch in den Profibereich gelingt nur wenigen, aber das ist kein Union-spezifisches Problem, denn es gibt nur eine begrenzte Zahl an Torwart-Positionen mit angemessener Bezahlung.

Es erscheint schwierig, Frederik Rönnow, der seit Jahren herausragende Leistungen bringt, nicht als klare Nummer Eins zu sehen. Er hat uns häufig gerettet und wurde dreimal in Folge zum „Unioner des Jahres“ gewählt. Zwar überzeugten Raab und Klaus mit guten Auftritten zum Saisonende, doch ob das reicht, um sie zu ernsthaften Herausforderern zu erklären, ist fraglich. Klaus ist zudem mit 32 Jahren kein echtes Nachwuchstalent mehr.

Manchmal lässt sich das Publikum schnell von Einzelleistungen beeindrucken – denken wir an Daniel Mesenhöler, der einst als neue Nummer Eins gefeiert wurde, heute aber in Dresden auf der Bank sitzt.

Unklar ist, wie lange Rönnow noch unter Vertrag steht. Im August wird er 34, aber ich traue ihm noch zwei bis drei Jahre auf hohem Niveau zu. Er kennt die Situation der Nummer Zwei aus der Nationalmannschaft und seiner Zeit in Frankfurt, wo er fast ein Jahr auf der Bank saß.

Rönnow ist kein großer mitspielender Torhüter und die letzte Saison war vielleicht nicht seine stärkste, dennoch bleibt er der beste des Trios mit exzellenten Reflexen und stabiler Leistung ohne übertriebene Attitüde. Perfekte Torhüter gibt es kaum, und wenn, dann spielen sie nicht bei uns.

Ich sehe ihn weiterhin an der Spitze, obwohl die Konkurrenz nicht zu unterschätzen ist. Grundsätzlich ist Rönnow in Normalform gesetzt und ein Gewinn – Experimente auf dieser Schlüsselposition sind meist riskant und bringen mehr Unruhe als Erfolg.

Trainer Lustrinelli wird vermutlich für frischen Wind sorgen und auch der Torwarttrainer wechselt, was zusätzlichen Druck erzeugt. So entsteht vielleicht eine Konkurrenzsituation, die es in den letzten Jahren kaum gab – zum Glück.

Ich hoffe, der beste Keeper setzt sich durch, auch wenn ich die Diskussion um die Nummer Eins für fragwürdig und undankbar halte. Leistung sollte zählen, nicht bloße Eindrücke oder Lorbeeren aus der Vergangenheit.

Icke: Am Samstag um 20.30 Uhr bestreitet die deutsche Nationalmannschaft ihr letztes Testspiel vor der WM gegen die USA. Das Spiel dient vor allem dazu, die Startelf zu bewerten. Internationale Experten und Wettanbieter geben dem deutschen Team lediglich sieben Prozent Chancen auf den WM-Titel, was Platz sieben entspricht. Spanien und Frankreich sind die Favoriten, dicht gefolgt von England, Brasilien, Argentinien und Portugal. Frankreich und Spanien verfügen vor allem über eine große Qualität in der Breite. Argentinien lässt sich schwer einschätzen, doch England, Brasilien und Portugal liegen meiner Meinung nach nicht viel vor uns.

Bei den Wettanbietern gibt es niedrige Quoten für ein Weiterkommen Deutschlands ins Achtelfinale – ein Minimalziel, das wir erreichen können. Das Spiel gegen die USA wird zeigen, ob die jüngste Formation gute Leistungen zeigt oder ob die Erfolge gegen vermeintlich schwächere Gegner wie Finnland nicht mehr als ein Zufall waren.

Wahrscheinlich wird Kapitän Neuer im Tor stehen, was uns Sicherheit und Selbstvertrauen geben sollte. Entscheidend wird jedoch unser offensives Mittelfeld-Dreieck mit Karl, Wirtz und Musiala sein. Karl überzeugte zuletzt, Musiala kennen wir von vor seiner Verletzung und Wirtz zeigt in England eine ansteigende Form.

Nagelsmann plante ursprünglich Havertz als Mittelstürmer, doch die starke Form von Undav zwingt ihn zum Umdenken. Undav traf gegen Finnland zweimal und bereitete ein weiteres Tor vor. Mit Undav, Havertz und Woltemade in der Offensive können wir flexibel agieren und Gegner schwer ausrechnen.

Felix Nmecha und Pavlovic haben sich im defensiven Mittelfeld gefunden, wobei Nmecha schon als heimlicher Spielmacher gilt. Für eine offensivere Option steht Goretzka bereit. Leider fehlt uns Ex-Unioner Andrich, der als Absicherung im defensiven Mittelfeld sehr hilfreich gewesen wäre. Groß und Stiller fehlen die Präsenz und Härte.

Das größte Sorgenkind bleibt die Abwehr. Kimmich, Tah, Schlotterbeck und Brown werden wohl starten. Kimmich ist an guten Tagen der beste offensive Rechtsverteidiger der Welt, aber das bedeutet, dass er defensiv fehlt, was die Innenverteidiger bei schnellen Angriffen des Gegners in Bedrängnis bringt. Links soll Brown Raum ersetzen, um mehr Schnelligkeit und Qualität zu bringen, doch Browns fehlende internationale Erfahrung könnte zu Fehlern führen.

Die Innenverteidigung bleibt der Schwachpunkt, den wir nicht auf Top-Niveau besetzen. Früher wünschte man sich Kohler oder Karl-Heinz Förster zurück. Tah zeigte zuletzt Stabilität, aber ohne Weltklasse-Stürmer vor sich. Schlotterbecks Leistung schwankt, doch mit seinem Alter hoffen wir, dass er ein verlässlicher Rückhalt wird. Dahinter steht Rüdiger, unser erfahrener bester Innenverteidiger, der sich aber durch Verletzungen und Eskapaden zunächst ins Abseits gestellt hat. Sollte Tah ausfallen, wird er seine Chance erhalten, seine Bedeutung für die Mannschaft und als Defensivchef zu beweisen.

Die Defensive entscheidet über unseren Erfolg. Wenn wir diesen Bereich stabilisieren, sehe ich uns nicht chancenlos für den WM-Titel. Glück und eine gesunde Mannschaft sind natürlich auch nötig. Wir haben nicht die Tiefe und Qualität eines Frankreichs oder Spaniens. Deshalb fällt der Ausfall von Andrich besonders ins Gewicht. Eisern.

Unionfux: Auch wenn die letzten Auftritte unserer Mannschaft in der abgelaufenen Saison durchaus zufriedenstellend waren, liegen wir nach drei aufeinanderfolgenden anstrengenden Spielzeiten hinter uns. Natürlich ist jeder sichere Klassenerhalt ein Erfolg, jedoch fühlte sich der Verbleib in Liga eins zwischenzeitlich keineswegs sicher an. Die Leistung nach der Winterpause war in großen Teilen katastrophal und kaum zu erklären. Einen Teil der Verantwortung trägt sicherlich der ehemalige Cheftrainer Steffen Baumgart, unter dessen Nachfolgerin Marie-Louise Eta die Situation etwas besser wurde, aber nicht alles lässt sich darauf schieben.

Unabhängig von der Systemfrage stellt sich die Frage: Wer wird Unioner des Jahres 2026? Die meisten, die ich gefragt habe, atmeten erst tief ein und antworteten dann mit einem seufzenden „Schwierig“.

Wirklich herausragend oder dauerhaft konstant war kaum ein Spieler über die gesamte Saison. Auch Rönnow, der zuletzt dreimal in Folge den Titel gewann, hatte keine herausragende Spielzeit. Wer kommt also für die Wahl infrage? Danilho Doekhi etwa – der keine einzige Minute verpasste und fünf Tore erzielte, wirkte gegen Ende der Saison jedoch etwas gedanklich abwesend, auch wenn noch unklar ist, wohin er wechseln wird. Rani Khedira erzielte ebenfalls fünf Tore, darunter wichtige Treffer gegen St. Pauli und Leverkusen, doch auch bei ihm fehlt etwas die Stabilität früherer Jahre. Es wird gemunkelt, dass er wechseln will, vielleicht nach Gladbach, wo sein ehemaliger Teamkollege Marvin Friedrich spielt – eine zweifelhafte Perspektive.

Im Sturm gibt es kaum Kandidaten, nur einzelne gute Leistungen, wie Ansah gegen Stuttgart oder das vielversprechende Duo Ilic/Burke in Frankfurt. Der Shootingstar der letzten Saison, Leo Querfeld, konnte den Höhenflug nicht fortsetzen, und Eigengewächs Kemlein blieb oft unbemerkt.

So läuft es letztlich auf einen Spieler hinaus, der seinen jungen Mitspielern oft zeigt, wo es langgeht, der immer vorangeht und unermüdlich Antreiber ist – mit 39 Jahren ältester Feldspieler der Bundesliga. Christopher Trimmel absolvierte nur sechs Spiele über die volle Distanz, ist aber für mich die Seele der Mannschaft und ein ernstzunehmender Faktor, der sich niemals hängen lässt und immer kämpft. Für mich ist er der „Unioner des Jahres“ 2026. Wir können froh sein, dass er in der kommenden Saison ein weiteres Jahr dabei ist, gerade in einer Zeit des Umbruchs.

Trimmel wird es kaum traurig finden, wenn in Zukunft andere versuchen, ihm den Titel streitig zu machen. Bis dahin: Glückwunsch, Trimmi! Wir freuen uns auf die kommende Saison mit dir!

Icke: Anders als bei vielen Bundesligisten herrscht beim 1. FC Union bislang Ruhe auf dem Transfermarkt. Bisher steht fest, dass Stein, Doekhi, Leite und Kral den Klub verlassen. Die Nachwuchsspieler Prosche, Gray und Blaszczak erhielten Profiverträge und rücken in den Kader auf. Die Leihspieler Ljubicic, Ogbemudia, Bedia und Benes kehren vorerst zurück, wobei für Ljubicic, Bedia und Benes wohl neue Vereine gesucht werden, während Ogbemudia wahrscheinlich bleibt und Führungsspieler unserer neuen U21 wird.

Gerüchte über Zugänge wie Friedrich, Nsoki und van den Bosch verdichten sich, jedoch wurden diese noch nicht offiziell bestätigt. Verträge wurden vielleicht noch nicht unterschrieben oder mit Vorverträgen sind Bedingungen verknüpft.

Unser neuer Trainer hat möglicherweise erkannt, dass wir mehr Qualität und Führungsspieler brauchen, um weitere spannende Saisons zu erleben. Das Experiment, Rothe als linken Innenverteidiger einzusetzen, scheint abgeschrieben. Stattdessen zeigt er zuletzt gute Leistungen auf der linken Außenbahn. Nsoki wird wohl als Backup verpflichtet, mit dem Ziel, die Ablöse niedrig zu halten.

Kevin Schlotterbeck, der schon einmal erfolgreich bei uns spielte, ist als Stamm-Innenverteidiger im Gespräch. Wenn wir hier nicht aktiv werden, braucht es gute Argumente. Die Innenverteidigung könnte dann mit Querfeld, K. Schlotterbeck, Friedrich, van den Bosch und Nsoki besetzt werden, wobei Ogbemudia in die U21 wechseln könnte. Bei Bedarf wäre auch ein Wechsel zur Dreierkette möglich.

Im Angriff wird Bedia nach einer erfolgreichen Leihe wohl problemlos einen neuen Verein finden. Die Young Boys haben ihre Kaufoption nicht gezogen. Ljubicic und Benes werden wohl kaum noch zum Kader gehören, es sei denn, der Trainer sieht Potential.

Plötzlich taucht der Name Ducksch wieder auf dem Markt auf, angeblich ist er ablösefrei für rund eine Million Euro zu haben. Seine Stärken – Technik, Standardsituationen, Positionsvielfalt und Torgefährlichkeit – hat er nicht verloren. Die Fitness ist entscheidend, und daran kann unser Verein mitarbeiten.

Einige Bundesligisten interessieren sich wohl für den Magdeburger Zukowski, der in 21 Spielen 20 Torbeteiligungen hatte. Er wäre eine mögliche Verstärkung, auch als rechter Verteidiger, seine Stammposition. Die Ablösevorstellungen der Magdeburger sind mit etwa 8 Millionen Euro hoch, was für uns schwer finanzierbar ist. Bei etwa der Hälfte der Summe würde man intensiv darüber nachdenken.

Parallel laufen die Planungen für unsere U21, die aus Profis wie Bogdanov, Markgraf und Preu sowie den Neuzugängen aus der A-Jugend besteht. Auch Rückkehrer Ogbemudia wird eine wichtige Rolle spielen. Es wäre sinnvoll, wenn sich unsere Nummer 3 der Profis, Klaus, mit der mutmaßlichen Nummer 2 der A-Jugend, Welsand, abwechseln könnte. Gagzow, U17-Nationaltorhüter, wird vermutlich die Nummer Eins der A-Jugend.

Dieses Gerüst für unsere U21 ist talentiert und vielversprechend. Bis zu vier Profis dürfen in der U21 spielen, der Rest wird mit Jugendspielern aufgefüllt. Das ist gut, denn so bekommen mehr Talente Spielpraxis. Ich blicke der kommenden achten Bundesligasaison des 1. FC Union mit Zuversicht entgegen. Eisern.

Unionfux: Die Bundesliga-Saison 2025/26 ist vorbei. Die Relegation ist abgeschlossen und überraschenderweise steigt der VfL Wolfsburg nach 29 Jahren ab, obwohl sie im Besitz der Volkswagen AG sind. Zusammen mit Heidenheim und St. Pauli müssen sie in die zweite Liga zurück.

Der SC Paderborn ist erst der vierte Zweitligist seit Einführung der Relegation vor 18 Jahren, der einen Bundesligisten besiegt hat – der erste seit 2019, als Union den VfB Stuttgart bezwang. Nach Elversberg ist Paderborn also der zweite „kleine“ Aufsteiger, die von den Versäumnissen anderer Clubs profitieren. Es bleibt spannend, wie sie sich in der Bundesliga schlagen werden.

Das Rückspiel in Wolfsburg begann schlecht. Bereits nach zwei Minuten ging der Favorit durch Pejcinovic in Führung. Doch Däne Maehle wurde vom Platz gestellt, sodass Wolfsburg in Unterzahl geriet. Die Partie erinnerte an unser Heimspiel gegen Werder Bremen: Wolfsburg konnte den Platzverweis trotz Führung nicht kompensieren, verteidigte nur noch und bot kaum Entlastung. Kurz vor der Halbzeit glich Paderborn aus.

In der zweiten Hälfte setzte Paderborn die Gastgeber weiter unter Druck. Kurz vor Schluss traf Michel an den Pfosten. In der Verlängerung gelang schließlich der Siegtreffer nach einer Flanke von Michel. Mit 39 zu 8 Torschüssen und 19 zu 2 Ecken dominierte Paderborn deutlich. Wolfsburg versuchte in den letzten Minuten alles, doch der Abstieg war nicht mehr abzuwenden – und absolut verdient. Glückwunsch an Paderborn und Sven Michel, der noch einmal Bundesliga spielt.

Wolfsburg konnte nach einer durchwachsenen Saison nicht den Schalter umlegen und enttäuschte mit zu wenig Mut und Entschlossenheit. Einige Mannschaften mit Aufstiegsambitionen in Liga zwei werden über die Rückkehr eines etablierten Bundesligisten sicher nicht erfreut sein. Wahrscheinlich sind die großen Jahre von Wolfsburg vorbei – auch aufgrund nachlassender Investitionen durch VW.

Unser erneuter Klassenerhalt darf trotz einer mäßigen Saison hoch eingeschätzt werden. Wir waren nie ernsthaft gefährdet und zehn Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz sind komfortabel. Zudem macht es Spaß, Spiele zu sehen, die für uns relevant sind, aber uns auch nicht übermäßig belasten.

Nun können wir uns ganz entspannt auf die neue Saison mit Trainer Mauro Lustrinelli freuen. Es bleibt spannend, welche Transfers noch kommen und was mit unseren Leihspielern passiert. Für Ungeduldige sind das harte Zeiten, doch für alle Unioner eine aufregende Phase. Eisern!

Icke: Wer ist eigentlich Cömert, von dem gemunkelt wird, dass er ablösefrei zu Union kommt? Er stammt aus Basel und spielte dort und bei Valencia, mit einigen Leihen dazwischen. Mit 28 Jahren und 1,83 Meter ist er für einen Innenverteidiger eher klein, verfügt aber über Schnelligkeit und hat 20 Länderspiele für die Schweiz absolviert. Van den Bosch, Friedrich und Nsoki würden mit Cömert ein neues Quartett in der Innenverteidigung bilden, wobei die ersten drei angeblich bereits fix sind. Der Verein hat jedoch noch keine endgültigen Bestätigungen veröffentlicht.

Das hängt vermutlich mit dem neuen Trainer Lustrinelli zusammen, der erst sein Okay geben muss. Querfeld ist noch da, Ogbemudia wurde nach Mannheim verliehen. Somit hätte Union sechs Innenverteidiger für zwei Positionen, was auf eine erneute Ausleihe Ogbemudias hindeutet, alternativ könnte er ein wichtiger Bestandteil der neuen U21 werden.

Im Angriff gibt es dagegen deutlich weniger konkrete Gerüchte. Jonas Wind von Wolfsburg und der Norweger Lauritsen aus Holland, beide würden ablösefrei kommen und könnten gut passen – auch aufgrund der dänischen Fraktion im Team. Zudem könnte Lustrinelli seinen Torjäger Rastoder mitbringen, der in der vergangenen Saison 15 Tore und 6 Assists erzielte und von vielen Bundesliga-Klubs umworben wird. Durch die Trainerverbindung wären unsere Chancen nicht schlecht.

Zur Nationalmannschaft: Nagelsmann setzt auf Sicherheit mit den nominellen Stammspielern Neuer und Rüdiger – auch wenn ich persönlich Andrich gerne dabei gehabt hätte, da er eine wichtige Rolle als mentaler Führer spielt. Zudem hätte ich El Mala statt Sane mitgenommen, da Sane schon länger nicht mehr die Weltklasse gezeigt hat. Das Spiel hängt von Wirtz und Musiala ab – sind sie in Form, ist vieles möglich.

Finanziell gab es auf der Mitgliederversammlung keine endgültigen Neuigkeiten. Der Schuldenstand liegt etwa bei 62 Millionen Euro und wird durch den Bau des neuen Trainingszentrums sowie die Stadionerweiterung auf insgesamt etwa 240 Millionen Euro steigen. Zwar sind diese Schulden durch Vermögenswerte und Einnahmen abgesichert, dennoch birgt dies Risiken. Die Wahrscheinlichkeit, dass Investoren einsteigen, ist größer denn je. Entscheidend ist jedoch, wer die Partner sind und welche Ziele sie verfolgen.

Die Teilnahme an der neuen U21-Liga wird angestrebt, aber noch nicht offiziell kommuniziert. Für viele auslaufende A-Jugendspieler wäre das essenziell, daher wäre eine klare Stellungnahme des Vereins wünschenswert. Eisern!

Icke: Die Mitgliederversammlung, der neue Trainer und zahlreiche Spielergerüchte beherrschen derzeit die Diskussionen. Beim Trainer Lustrinelli wird besonders viel Druck gemacht, da er die Transfers absegnen muss, die zum offensiveren Spiel passen sollen. Parallel dazu fand die jährliche Mitgliederversammlung statt, die finanzielle Zahlen präsentierte: Trotz Mindereinnahmen aus Europa wurde mit 191,66 Millionen Euro ein Umsatzrekord erzielt und der Gesamtkonzern „Union“ machte einen Gewinn von 450.000 Euro. Das Eigenkapital stieg auf über 8 Millionen Euro, muss aber weiter ausgebaut werden, ist im Bundesligavergleich noch niedrig.

Der Umbau des Stadions soll 2027 beginnen, die erste Männermannschaft zieht dann für die Saison 2027/28 komplett ins Olympiastadion um. Die Frauenmannschaft wird ebenfalls verstärkt, zuletzt wurde die erste deutsche Nationalspielerin von Eintracht Frankfurt verpflichtet, um mehr Zuschauer zu gewinnen. Die Auslastung der Alten Försterei bleibt ein wichtiger Faktor.

Die geplante Kapazität des Stadions liegt bei 40.000, damit erreicht man das Maximum, da die Infrastruktur in Köpenick größere Zuschauerzahlen nicht zulässt. Das neue Trainingszentrum für die Profis wird Ende 2026 fertig, es soll zu den modernsten in Deutschland gehören. Schritt für Schritt entwickelt sich der Verein auch sportlich in eine Richtung, die besseren Fußball zulässt.

Der Präsident Dirk Zingler betonte die Bedeutung finanzieller Stabilität und strategischer Weiterentwicklung von Männer- und Frauenmannschaften als tragende Säulen des Klubs. Trotz limitierten Einnahmen durch die Stadiongröße arbeitet man aktiv daran, durch den Ausbau der Frauenmannschaft und andere Maßnahmen die Einnahmen zu erhöhen.

Unionfux hat bereits ausführlich über Lustrinelli berichtet. Die Vorfreude auf ihn ist groß und man erwartet, dass er die Erwartungen erfüllt. Die Seite der Spielerverpflichtungen ist bisher eher ruhig, da der neue Trainer erst seine Zustimmung geben muss. Die Vielzahl der Gerüchte ist kaum zu überschauen, wahrscheinlich sind nur wenige davon wahr. Wir müssen abwarten. Eisern!

Unionfux: Die Verpflichtung von Mauro Lustrinelli als neuen Cheftrainer des 1. FC Union Berlin ist ein echter Coup. Der 50-jährige Schweizer, der den Überraschungsaufsteiger FC Thun zur Meisterschaft führte, war auch Co-Trainer von Urs Fischer und ist somit eine Wunschlösung. Trotz mehrerer Interessenten aus Bundesliga und Serie A konnte Union den Trainer früh verpflichten, was auf intensive Gespräche bereits seit Wochen hindeutet.

Lustrinelli erhält weitgehende Freiheiten und bringt ein mehrsprachiges Team mit (u.a. Michel Renggli, Sascha Stauch, Enrico Schirinzi). Er steht für einen offensiven, ballbesitzorientierten Spielstil im 4-4-2. Präsident Zingler betont, dass die Verpflichtung datenbasiert erfolgte, um nichts dem Zufall zu überlassen.

Die frühe Planungssicherheit ist ein großer Vorteil, ebenso die mögliche Einbindung in Transferentscheidungen. Die neue Saison hat damit faktisch schon begonnen, etwa 100 Tage vor dem ersten Spiel. Herzlich willkommen, Mauro Lustrinelli, auf eine erfolgreiche Zeit!

Unionfux: Am Ende zählt der Eindruck – das wissen Bühnenautoren sehr genau. Trotz einiger mäßiger Phasen entscheidet oft der letzte Auftritt über die Zufriedenheit des Publikums. So ist es auch bei unserem Team und Trainer. Die Leistung von Interimstrainerin Marie-Louise Eta in den letzten beiden Spielen der Saison war überzeugend, mutig, spielerisch ansprechend und erfolgreich, ohne Druck. Der Abschied von Baumgart war riskant, aber Eta hat das Team wiederbelebt.

Die Diskussionen über ihre Festanstellung oder den Aufstieg von Carl Klaus vom dritten zum möglichen künftigen Stammtorhüter sind verständlich, aber man sollte nicht vorschnell urteilen. Die starken Leistungen fanden ohne echten Druck statt, was oft beflügelt.

Die Bundesliga ist ein hartes Pflaster, gerade für Neulinge wie Eta. Sie ist zwar noch unerfahren, aber lernfähig und bringt frischen Wind. Klaus hat seine Qualitäten gegen Augsburg gezeigt, ist aber noch Ersatzkeeper hinter dem etablierten Frederik Rönnow, der trotz einer etwas schwächeren Saison weiterhin die klare Nummer Eins ist.

Beide sind eine Absicherung, auch wenn Rönnow nicht der modernste Torwart im Spielaufbau ist. Experimente auf dieser Schlüsselposition sind riskant. Es bleibt abzuwarten, ob Lustrinelli Veränderungen bringen will, einschließlich des Torwarttrainers.

Für mich ist es wichtig, dass wir einen erfahrenen Cheftrainer mit ausreichend Erfahrung im Männerfußball bekommen, egal wer es wird. Erfahrung und Geschlecht spielen in der Bundesliga weiterhin eine Rolle. Letztlich geht es immer um den Verein 1. FC Union Berlin, nicht um einzelne Personen. Dass Eta und Klaus in der Hinterhand sind, ist dennoch beruhigend.

Unionfux: Die Entscheidung, Eta als Interimstrainerin einzusetzen, war mutig und hat sich ausgezahlt. Nach schwachen Rückrundenspielen erweckte sie mit nur fünf Begegnungen neues Leben in eine angeschlagene Mannschaft. Die letzten beiden Spiele, wenn auch ohne Druck, zeigten wieder attraktiven Fußball, gepaart mit Kampfgeist und Konzentration. Baumgart war als Trainer keine Lösung mehr.

Eta verlässt den Männerbereich zwar demnächst für eine andere Bundesligamannschaft, bleibt aber bei Union aktiv im Frauenfußball, der weiter gestärkt wird. Die Mannschaft hat erkannt, dass sie das Potenzial hat, in der Liga zu bestehen, wenn sie es abruft.

Die Rückrunde war trotz mancher Highlights von vielen Mängeln geprägt, die in der Sommerpause diskutiert werden können. Eta hat sich den Herausforderungen gestellt, den Druck ausgehalten und eine Reaktion ausgelöst. Die letzten Spiele waren ein versöhnlicher Abschluss einer schwierigen Saison mit einem weiteren Heimsieg – mittlerweile der siebte in Folge, eine wichtige Tradition.

Danke, Loui, für deinen Einsatz und deinen Mut, Geschichte zu schreiben. Wir hoffen auf eine weitere Trainerkarriere im Männerfußball und freuen uns auf die kommende Saison mit dir!

Icke: Beim letzten Saisonspiel zeigte Union endlich wieder ansprechenden Fußball. Gegen Augsburg dominierten wir fast durchgehend, ließen viele Chancen liegen, schossen aber vier Tore – zwei davon durch Ilic. Besonders herausragend war die Passquote von 84 Prozent, ein Rekordwert in der Bundesliga für Union.

Auch Torhüter Carl Klaus überzeugte mit sicheren und präzisen langen Bällen, von denen zwei Tore initiiert wurden. Unsere Abwehr stand gut. Wir brauchen dringend zwei neue Innenverteidiger, wobei Friedrich und Nsoki als Zugänge gelten. Für das Mittelfeld und den Angriff wünschen wir uns mehr technische Qualität und Durchsetzungsvermögen.

Der Saisonabschluss war beeindruckend und stellt eine wichtige Grundlage für die Planung der kommenden Saison dar. Wir blicken optimistisch nach vorn. Eisern!

Unionfux: Toni Leistner erhält bei Hertha BSC nach drei Jahren keinen neuen Vertrag. Das ist wenig überraschend, denn mit 36 Jahren sucht man meist jüngere Spieler. Die Verabschiedung vom Publikum war herzlich, besonders im Vergleich zum empfangenen Hass bei seiner Hertha-Ankunft 2023. Leistner bezeichnete Berlin als „blau-weiß“, was in der Ostkurve wenig Anklang findet – Berlin ist weder blau-weiß noch rot-weiß, sondern deutlich vielfältiger und vielschichtiger.

Sportlich liegt Union aktuell vor Hertha, doch die Hauptstadt ist keine Fan-Uniformstadt, wie man an Berlin keine Tradition wie Karneval oder Oktoberfest findet. Die Berliner zeigen eher eine gewisse Gleichgültigkeit, die auch bei Weltstars spürbar ist. Die Lage bleibt spannend. Leistner sucht weiterhin einen Verein, und wir wünschen ihm alles Gute.

Icke: Aktuell herrscht beim 1. FC Union wieder Ruhe. Nach einem Sieg mit Interimstrainer Eta steht man auf Platz zwölf. Das letzte Heimspiel gegen Augsburg wird entscheidend, um den Vorsprung zu halten. Augsburg will unbedingt gewinnen, um noch Chance auf Europa zu wahren. Union muss defensiv stabil sein und offensiv die besten Spieler aufbieten. Der Trainerwechsel Christian Eichner ist im Gespräch, ebenso Lustrinelli aus der Schweiz. Die Personalgerüchte um van den Bosch, Friedrich, Nsoki und Cömert verdichten sich, aber noch ist nichts bestätigt.

Die Mannschaft muss nun zeigen, dass sie den Druck annimmt und sich weiter stabilisiert. Eisern!

Unionfux: Trotz spürbarer Müdigkeit zeigte Union in Mainz eine engagierte Leistung. Die Mannschaft musste auf einige Verletzte verzichten, überraschte mit einem mutigen Auftritt und bot den Gastgebern Paroli. Mainz führte früh, doch Union kam durch einen Kopfball von Jeong zurück. Die Partie blieb spannend, doch am Ende fehlte die letzte Effektivität, um das Spiel zu drehen. Die Stimmung auf den Rängen war gut, die Mannschaft zeigte Kampfgeist – ein Hoffnungszeichen für die nächste Saison. Eisern.