Aus der Startelf geflogen: Kann Union-Star Querfeld die Gegentor-Flut endlich stoppen?
Berlin – Bei Union läuft es momentan noch nicht rund! Nach einem vielversprechenden Auftaktspiel gegen Eintracht Frankfurt folgte eine deutliche Niederlage. Mit 0:4 unterlag Union Berlin dem Angstgegner Leverkusen klar. Das schwache Auftreten soll nun abgehakt sein, doch um einen kompletten Fehlstart zu verhindern, ist gegen Schalke ein Sieg unbedingt notwendig.
„Für mich zählt, dass wir unsere Spielprinzipien auf dem Platz umsetzen – unabhängig davon, wer unser Gegner ist, ob Schalke oder Bayern“, erklärte Union-Trainer Mauro Lustrinelli (50) vor dem Flutlichtspiel am Freitagabend (20.30 Uhr/Sky) gegen den Aufsteiger. „Wir müssen unser eigenes Spiel durchziehen.“
Das bedeutet: Union will sich anders präsentieren als beim Leverkusen-Spiel, als die Mannschaft praktisch chancenlos war. „Wir wollen Druck machen, den Ball erobern und schnell sowie effektiv nach vorne spielen“, so der 50-Jährige, der jedoch betont, dass Veränderungen Zeit brauchen: „Einen Prozess kann man nicht über Nacht herbeizaubern.“
Damit Union gegen Schalke punkten kann, muss nicht nur die Offensive mehr Durchschlagskraft zeigen. Vor allem gilt es, die für Union untypischen Defensivschwächen in den Griff zu bekommen. In nur zwei Partien haben die Köpenicker bereits sieben Gegentore hinnehmen müssen.
„Wir sind uns bewusst, dass es ein Bereich ist, in dem wir uns steigern wollen“, so Lustrinelli. „Das ist ebenfalls Teil des Prozesses. Entscheidend ist, dass wir Ausdauer und Widerstandskraft beweisen.“
Beim Gegenspiel gegen Bayer Leverkusen setzte der Schweizer überraschend Neuzugang Felix Uduokhai (33) in der Anfangsformation ein. Doch der Innenverteidiger hatte ein Albtraum-Debüt und wirkte bei allen vier Gegentoren unglücklich. Rutscht daher nun Leopold Querfeld (22) wieder in die Startelf?
Gegen Eintracht Frankfurt leistete sich der junge Österreicher noch einen groben Fehler, konnte sich danach jedoch stabilisieren und trug maßgeblich zum 3:3 bei. Lustrinelli wollte sich allerdings noch nicht endgültig festlegen: „Leo hat eine besondere Woche hinter sich und danach wirklich hervorragend trainiert. Ich habe ihn auch in der Kabine, obwohl er nicht zum Einsatz kam, sehr präsent erlebt. Er hat alles getan, um die Mannschaft zu unterstützen.“
Dass es bei Union zuletzt nicht rund lief, zeigte ausgerechnet Schalke im Duell gegen Bayern. Der Aufsteiger verteidigte mit viel Leidenschaft, stellte sich mit einer kompakten Defensive erfolgreich gegen den Rekordmeister und erkämpfte dank eines glänzend aufgelegten Ex-Unioners Loris Karius (33) ein 0:0. Die Knappen reisen daher mit viel Selbstvertrauen an die Alte Försterei.
„Ich denke, es wird ein völlig anderes Spiel, sicherlich offener. Wir kennen die Mentalität unseres nächsten Gegners und werden bereit sein“, betonte Lustrinelli.
Weiterhin nicht zur Verfügung stehen Andrej Ilic (26), Oliver Burke (29), Marvin Friedrich (30) und Stanley Nsoki (27). Bei Last-Minute-Neuzugang Kastriot Imeri (26) gibt es noch ein Fragezeichen.