Union Berlin: Vom Kandidaten für die Kapitänsrolle zum Reservisten
Berlin – Union Berlin zeigt sich wieder in seiner oft unangenehmen Spielweise: Beim torlosen Unentschieden gegen Borussia Dortmund blieb die Mannschaft zum zweiten Mal hintereinander ohne Gegentor – dennoch gibt es einen Verlierer.
Trainer Mauro Lustrinelli (50) ist es gelungen, die früheren Defensivschwächen abzustellen und die vormals offenste Abwehr der Liga wieder stabil zu machen. Dabei hielt er an seiner bevorzugten Viererkette fest und verzichtete auf die langjährig bewährte Fünferabwehr.
Dennoch nahm der Schweizer Trainer eine wichtige Änderung im Team vor. Durch den Einsatz seines Wunschspielers Kastriot Imeri (26) rückte Andras Schäfer (27) eine Position zurück und sorgt nun gemeinsam mit Rani Khedira (32) im defensiven Mittelfeld für Stabilität.
Zu Beginn der Saison hatte Aljoscha Kemlein (22) diese Position noch sicher inne – mittlerweile sitzt das Eigengewächs auf der Bank, da Schäfer nach der Länderspielpause zur festen Größe im Mittelfeld avancierte.
Die Köpenicker hatten ursprünglich große Pläne mit Kemlein, der auch vom neuen Trainer anfangs gefördert wurde. Der 22-Jährige gilt als Nachwuchshoffnung des Klubs und durfte in einigen Testspielen sogar die Kapitänsbinde tragen.
Eine Ablösung der Vereinsikone Christopher Trimmel (39) kam jedoch nicht zustande, obwohl der FCU-Coach gegenüber dem „kicker“ bereits einen Hinweis in diese Richtung gegeben hatte.
„Ich bin überzeugt, dass er diese Aufgabe übernehmen kann. Das haben wir klar mit der Mannschaft besprochen und auch mit Christopher Trimmel, dass Joschi in dieser Saison den nächsten Schritt machen kann“, erklärte der 50-Jährige.
Die Kapitänsbinde war dabei sicherlich ein Zeichen dafür. „Und ich muss sagen, in den Testspielen hat er das sehr gut umgesetzt“, lobte der Trainer seinen Schützling. Doch aktuell ist von dieser Entwicklung wenig zu sehen.
Derzeit muss sich Kemlein erst einmal mit einer Reservistenrolle begnügen, da der Coach auf Kontinuität setzt – dennoch gibt er dem talentierten Nachwuchsspieler Zuversicht.
Bisher verlief seine Karriere nahezu stetig aufwärts, abgesehen von der Fußoperation, die ihn in der Rückrunde 2025 zurückwarf. Doch auch ein Rückschlag könne „manchmal sehr wichtig sein, um den nächsten Schritt zu machen“, betonte Lustrinelli. „Er wird diese Phase überstehen und als besserer Spieler daraus hervorgehen.“
1. Bundesliga Tabelle
Die Tabelle der Bundesliga hat folgende Bedeutung: Der Verein, der am Saisonende den ersten Platz belegt, wird Deutscher Meister. Die Mannschaften auf den Rängen 17 und 18 steigen in die 2. Bundesliga ab. Der Drittletzte (Platz 16) hat die Möglichkeit, in der sogenannten Relegation den Klassenerhalt zu sichern. Dabei trifft er auf den Drittplatzierten der 2. Bundesliga.