1860-Appell soll Zuversicht stärken: Kann der Befreiungskampf gelingen?
Von Christian Kunz
München – Das Präsidium und der Verwaltungsrat des TSV 1860 München wenden sich mit einem Aufruf an die Mitglieder, um Mut zu machen und neue Unterstützer zu gewinnen. Auch der Investor meldet sich zu Wort. Beide Parteien weisen auf juristische Aspekte hin.
„Die kommenden Wochen und Monate werden von uns Einsatzbereitschaft, Geduld und Zusammenhalt fordern. Doch wir sind fest davon überzeugt: Wenn wir geschlossen auftreten, uns gegenseitig den Rücken stärken und den Blick nach vorne richten, können wir den Neuanfang für den TSV 1860 München erfolgreich bewältigen. Zeigen wir gemeinsam, was in uns Löwen steckt!“, heißt es in einer Mitteilung von Präsidium und Verwaltungsrat.
„Unser Verein steht vor einer der größten Herausforderungen seiner jüngeren Geschichte“, betont der Club im „Aufruf: Wir sind der Verein!“.
Die wirtschaftlichen „Erschütterungen“ hätten „tiefe Spuren hinterlassen, für Unsicherheit gesorgt, viele Fragen aufgeworfen und manch Zweifel genährt. Doch eines konnten sie nicht zerstören: die Gemeinschaft der Sechzger.“ Man befinde sich „im Befreiungskampf von der Last der Vergangenheit“. Der Appell richtet sich an alle, den Verein durch eine Mitgliedschaft zu unterstützen.
Am Donnerstagabend hatte der Stammverein des in die Regionalliga abgestiegenen TSV 1860 München den seit 15 Jahren bestehenden Kooperationsvertrag mit Investor Hasan Ismaik (48) gekündigt.
Das Spielrecht verbleibt beim Stammverein, womit der Weg für einen Neuanfang in der Regionalliga Bayern frei werden soll. Ismaik kündigte an, die Kündigung juristisch prüfen zu lassen. Die Mitgliederversammlung am 21. Juni verspricht spannende Diskussionen.
Auch am Tag des Aufrufs äußerte sich Ismaik. „Wenn Menschen sagen: ‚Wir sind der Verein‘, müssen wir uns daran erinnern, dass der TSV 1860 München größer ist als jede einzelne Person, größer als jede Gruppe und größer als jede Partei, die für sich beansprucht, in seinem Namen zu sprechen“, schrieb der Jordanier.
Er habe den Verein 15 Jahre lang unterstützt. „Ich habe dies nicht getan, weil ich selbst der Verein sein wollte, nicht um in seinem Namen zu sprechen oder mich über seine Geschichte und seine Fans zu stellen. Ich habe es gemacht, weil ich dem Verein helfen und Teil seiner Zukunft sein wollte“, erklärte Ismaik.
„Den Verein auf eine einzelne Gruppierung zu reduzieren, schadet ihm. Ebenso wenig fördert es seine Zukunft, eine unterstützende Partei auszuschließen.“
Beide Seiten verwiesen auf rechtliche Maßnahmen und Lösungswege. „Wir als Präsidium versichern euch: Wir setzen alle notwendigen organisatorischen, rechtlichen und formalen Schritte mit größter Sorgfalt, voller Kraft und hohem Verantwortungsbewusstsein um, um einen sportlichen Neuanfang zu ermöglichen“, erklärten Präsidium und Verwaltungsrat.
Ismaik äußerte sich ähnlich: „Die aktuellen Streitigkeiten und jüngsten Entscheidungen werden über die entsprechenden rechtlichen und institutionellen Wege geklärt werden.“