Trauer in der Biathlon-Szene: Olympiasieger Sergej Tschepikow verstorben
Russland – Sergej Tschepikow, einer der erfolgreichsten Biathleten seines Landes, ist im Alter von 59 Jahren verstorben. Der Athlet, der bei sechs Olympischen Winterspielen an den Start ging, krönte seine Laufbahn 1994 in Lillehammer mit Gold im Sprint. Nun herrscht tiefe Betroffenheit in der Biathlon-Gemeinschaft.
Der russische Biathlonverband gab am Donnerstag die traurige Nachricht bekannt: „Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von Sergej Wladimirowitsch Tschepikow, zweifachem Olympiasieger und einer Ikone des russischen Biathlonsports. Er ist nach langer Krankheit von uns gegangen.“
Tschepikow hinterlässt eine beeindruckende Karriere, in der er als erster Russe 1990 den Gesamtweltcup für sich entscheiden konnte. Ein Jahr später wiederholte er diesen Erfolg und feierte in seiner langen Sportkarriere insgesamt zehn Weltcupsiege – darunter vier mit der Staffel.
Bereits bei den Olympischen Spielen 1988 in Calgary sicherte er sich Gold mit der Staffel sowie Bronze im Sprint. Vier Jahre später gewann er in Albertville Silber mit der Staffel. Nach seinen Erfolgen in Lillehammer 1994 wechselte er zum Skilanglauf und trat 1998 in Nagano an, blieb dort jedoch ohne Podestplatz.
Nach einer vorläufigen Karrierepause kehrte Tschepikow 2001 im Alter von 34 Jahren zum Biathlon zurück. Zehn Jahre nach seinem Olympiasieg in Lillehammer gewann er am 24. Januar 2004 das Sprintrennen beim Weltcup in Antholz.
Im Jahr 2005 holte er bei der Weltmeisterschaft in Hochfilzen weitere drei Medaillen und wurde bei seinen sechsten Olympischen Spielen 2006 in Turin mit der russischen Staffel Vize-Olympiasieger.
Er bestritt danach noch eine weitere Saison, bevor er seine sportliche Laufbahn 2007 im Alter von 40 Jahren endgültig beendete.
Der russische Biathlonverband würdigte Tschepikow als „mehr als nur einen erfolgreichen Sportler – er war ein Hüter der Traditionen, ein Mentor und ein Vorbild, der viele begeisterte. Sein Einfluss auf die Entwicklung des Biathlons in Russland ist von unschätzbarem Wert.“
Nach dem Ende seiner aktiven Zeit arbeitete er als Berater und Vizepräsident seines Landes, bevor er ab 2016 als Abgeordneter im russischen Parlament tätig war.
Über die genaue Ursache seiner Erkrankung vor seinem Tod machte der Verband keine Angaben.