Räume schließen statt Ballbesitz: Schlägt Dynamo jetzt einen neuen Kurs ein?
Dresden – Im Personal keine Veränderungen, aber in der Spielweise eine neue Ausrichtung! Bei Dynamos 2:0 (1:0)-Sieg gegen den 1. FC Magdeburg setzte Trainer Thomas Stamm (43) zum ersten Mal in dieser Saison auf die identische Startelf wie im vorherigen Spiel. Taktisch präsentierte sich die Mannschaft jedoch anders.
„Wer mich kennt, weiß, dass ich von den Spielern und unserer Spielweise überzeugt bin. Daran werde ich nichts ändern. Manchmal sind es kleine Details, die helfen, fokussiert zu bleiben und an die eigene Idee zu glauben. Manchmal braucht man eben auch schmutzige Siege“, widersprach Dresdens Coach der Annahme einer großen taktischen Umstellung: „Wir haben in den entscheidenden Momenten konsequent verteidigt, Räume eng gemacht und dennoch am Ende einige Situationen sehr gut gelöst.“
Ähnlich wie der VfL Osnabrück vor einer Woche überließ die SGD den Gästen zunächst den Ball, zog sich zurück, wartete auf Ballgewinne und setzte dann auf schnelle Gegenangriffe.
Zwischenzeitlich hatte der FCM nahezu 80 Prozent Ballbesitz, doch echte Torgefahr entstand selten. Emmanuel Iyoha (29) und Baris Atik (31) versuchten es meist nur aus der Distanz – ohne große Chancen. Könnte dies Dynamos taktischer Weg für die Zukunft sein?
„Für mich war es keine bewusste Entscheidung, tiefer zu stehen. Nicht immer gerät man sofort unter Druck. Wir haben auch hohe Bälle gewonnen. Man muss den Mix betrachten. Entscheidend ist, schnell in den Defensivverbund zu kommen, wenn die Wege zu lang sind. Spielstarke Teams werden immer mal wieder Druck machen. Vielleicht fehlt uns da manchmal noch die nötige Geduld“, erläuterte Stamm.
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Im Gegensatz zur Partie gegen Osnabrück gab dem Team diesmal die Führung mehr Sicherheit. „Es ist schließlich ein Derby, daher war die Marschroute klar. Ich finde, das haben wir sehr gut umgesetzt. So schmutzig wie manche meinen, war der Sieg heute gar nicht“, betonte Elfmeterschütze Niklas Hauptmann (30).
Der Kapitän räumte ein: „Es ist verständlich, dass uns in dieser Phase die Lockerheit fehlt und wir im Spiel mit dem Ball nicht immer die richtigen Entscheidungen treffen. Doch heute war das nicht ausschlaggebend, sondern die Einstellung und das Ausbügeln von Fehlern. Dafür kann man der Mannschaft heute nur ein großes Lob aussprechen.“
Mit acht Punkten und Tabellenplatz elf ist die Belohnung da. Stamm kommentierte: „Wenn wir die Balance finden, könnte es richtig spannend werden!“
Tabelle der 2. Bundesliga
Die Tabelle der 2. Bundesliga hat folgende Bedeutung: Wer am Saisonende auf dem ersten Platz steht, wird Meister der Zweiten Liga und steigt direkt in die Bundesliga auf. Dasselbe gilt für den zweiten Rang. Der Drittplatzierte kämpft in der Relegation gegen den Drittletzten der Bundesliga um den Aufstieg oder den Klassenerhalt in Deutschlands höchster Spielklasse.