Nach Roter Karte und Auseinandersetzung mit Fans: Fußball-Ikone tritt nach peinlichem Scheitern zurück
Belgrad (Serbien) – Dejan Stanković (47) hat nach dem blamablen Ausscheiden von Roter Stern Belgrad in der drittletzten Qualifikationsrunde zur Champions League die Konsequenzen gezogen und seinen Posten als Cheftrainer niedergelegt. Was bereits von mehreren Medien berichtet wurde, bestätigte der serbische Spitzenverein am Mittwoch offiziell. War es eine spontane Entscheidung? So unerwartet kam der Rücktritt jedoch nicht.
Bereits beim Heimspiel gegen den aktuellen israelischen Meister am Dienstagabend kochten die Emotionen bei dem 47-Jährigen hoch. Immer wieder ließ er seinen Gefühlen freien Lauf. Besonders eine Szene mit Belgrads Mohammed Abu Fani (28) sorgte für den ersten größeren Wirbel.
Im Strafraum sah Stanković, der sein Traineramt erst im Dezember 2025 übernommen hatte, ein Foul an seinem Mittelfeldspieler, doch der schwedische Unparteiische Glenn Nyberg (37) entschied ohne Pfiff. Diese Entscheidung wollte Stanković nicht hinnehmen.
Er protestierte lautstark und wurde dafür in der 57. Minute mit der Roten Karte vom Platz gestellt. Beim Spielstand von 0:0 war der Abend für die Inter-Mailand-Legende damit vorzeitig beendet.
Unter Buhrufen der Zuschauer verließ Stanković den Platz in Richtung Spielertunnel. Ganz kommentarlos wollte er die Situation aber nicht hinnehmen: Er wandte sich zu den Tribünen, zeigte provozierende Gesten und forderte die Fans spöttisch auf, lauter zu pfeifen. Erst danach verschwand er in den Katakomben.
Belgrad musste folglich ohne seinen Trainer weiterspielen. Ein Vorteil war das keineswegs. Im Gegenteil: Igor Zlatanović (28, 61.) brachte die Israelis mit 1:0 in Führung, bevor Javon East (31, 79.) kurz vor Schluss alles klar machte. Mit einem Gesamtergebnis von 3:0 zogen die Israelis in die Play-offs ein.
Der aus serbischer Sicht insgesamt enttäuschende Champions-League-Abend war jedoch mit dem Schlusspfiff noch nicht vorbei.
Der Hauptstadt-Klub sagte die üblicherweise stattfindende Pressekonferenz nach dem Spiel ab. Wie Medien berichteten, kam diese Information nicht vom Verein selbst, sondern von einem Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes im Stadion.
„Mir wurde aufgetragen, mitzuteilen, dass die Spieler von Zvezda keine Stellungnahmen abgeben werden und es keine übliche Mixed Zone für die Medien geben wird“, erklärte der Sicherheitsmann den anwesenden Journalisten.
Am Folgetag folgte schließlich der große Paukenschlag: Stanković legte sein Traineramt nieder.
Erstmeldung von 13:33 Uhr, zuletzt aktualisiert um 15:52 Uhr