Fan (†52) verstirbt bei Dynamo-Spiel in Braunschweig: Familie bittet Zuschauer um Rücksicht
Braunschweig – Ein Tag voller Trauer und Betroffenheit! Das 2:2-Unentschieden zwischen Braunschweig und Dresden rückte nach Spielende völlig in den Hintergrund. Im Mittelpunkt stand der 52-jährige Anhänger von Eintracht, der vor Anpfiff auf der Haupttribüne zusammenbrach und auf dem Weg ins Krankenhaus verstarb.
Dynamo-Kapitän Niklas Hauptmann sprach sein tief empfundenes Mitgefühl aus: „Mein aufrichtiges Beileid gilt der Familie und der gesamten Eintracht.“
Mit leiser Stimme und sichtlich bewegt kommentierte Hauptmann: „Das ist einfach nur tragisch. Alles andere tritt dabei in den Hintergrund.“ Rund 25 Minuten vor Spielbeginn wurden die Sanitäter zur Tribüne gerufen, wo der Mann zunächst mit Schutzdecken bedeckt und später in einen Rettungswagen gebracht wurde. Im gesamten Stadion herrschte Stille, die Musik wurde abgeschaltet und die Fanblöcke stellten ihre Gesänge ein.
Wegen des Vorfalls verzögerte sich der Anpfiff um 15 Minuten. Während der Pause erreichte dann die traurige Nachricht, dass der Fan nicht überlebt hatte.
Die Angehörigen baten in der zweiten Spielhälfte ausdrücklich darum, dass beide Fangruppen ihre Mannschaften weiterhin anfeuern sollen. Daraufhin kehrte die Lautstärke auf den Rängen zurück.
Dennoch blieb die Atmosphäre beklemmend – was völlig nachvollziehbar ist.
Die Spieler wurden erst nach dem Schlusspfiff über den Tod des 52-Jährigen informiert. Zwar war ihnen ein Vorfall bekannt, doch die genaue Tragödie blieb ihnen zunächst verborgen.
Die bedrückte Stimmung auf den Tribünen nahmen sie jedoch deutlich wahr.
„Wir wussten, dass etwas passiert ist, aber nicht genau, was. Deshalb waren wir auch darauf eingestellt, dass die erste Halbzeit akustisch eher ruhig verlaufen würde. Aber natürlich rückt das Sportliche in so einem Moment komplett in den Hintergrund“, erklärte Hauptmann.
Auch Thomas Stamm bekundete nach Spielende sein Mitgefühl: „Ich spreche der gesamten Eintracht-Familie und den Hinterbliebenen mein herzliches Beileid aus.“
„Heute stand der Fußball nicht im Vordergrund, das Resultat war nebensächlich. Es war bemerkenswert, wie sensibel die Zuschauer auf die Situation reagierten“, lobte Stamm zudem die Fans beider Teams.
Die Solidarität wurde umgehend von Eintracht Braunschweig gewürdigt: „Im Namen von Eintracht Braunschweig bedanken wir uns herzlich bei allen Dynamo-Anhängern für das Mitgefühl und die gezeigte Anteilnahme im Stadion. Es war ein sehr würdevoller Moment“, sagte Braunschweigs Pressesprecher Luca Podlech. Getrennt durch die Farben, vereint in der Anteilnahme.
Erstmeldung 14:30 Uhr, zuletzt aktualisiert um 16:17 Uhr