zurück

Martin Männel startet in seine 19. Saison bei den Veilchen

Aue-Bad Schlema – „Wir haben noch lange nicht genug“ – dieser bekannte Song der Böhsen Onkelz trifft auch perfekt auf Martin Männel (38) zu. Der Torwart des FC Erzgebirge hat noch große Pläne und bleibt den Veilchen treu. Er hat seinen Vertrag verlängert und setzt alles daran, den unerwarteten Abstieg aus der dritten Liga wieder wettzumachen.

Sein erklärtes Ziel für die kommende Spielzeit ist es, den Verein zurück in die dritte Liga und somit in den professionellen Fußball zu führen.

„Obwohl der Abstieg noch tief nachwirkt, habe ich bereits zwei bedeutende Umbrüche in meiner Zeit hier miterlebt. Solche Veränderungen bieten immer auch neue Chancen. Es ist eine spannende Herausforderung, in dieser für mich neuen Situation wieder einen wichtigen Beitrag zu leisten. Ich fühle mich fit und freue mich besonders auf die vielen Ostderbys in der nächsten Saison“, sagte Männel bei der Vertragsverlängerung.

Als er 2008 aus Cottbus nach Aue wechselte, war er erst 20 Jahre alt. Nun, 18 Jahre später, prägt er eine ganze Ära bei den Schachtern. Über 600 Pflichtspiele hat er bereits absolviert, und es werden sicherlich noch weitere hinzukommen.

„Damals hatte ich nicht geplant, so lange in Aue zu bleiben“, erzählte der Torhüter kürzlich in einem Interview über seine Zeit beim FC Erzgebirge. „Ich sah Aue zunächst als Sprungbrett. Aber mit der Zeit habe ich mich hier sehr wohlgefühlt, deshalb bin ich geblieben“, so Männel – trotz zahlreicher Angebote, die ihn über die Jahre erreichten.

In seine 19. Saison bei den Veilchen zu gehen, ist im deutschen Fußball nahezu einmalig.

Nur Heidenheims Trainer Frank Schmidt (52) bringt es auf noch eine weitere Spielzeit bei ein und demselben Klub.

Die Karriere von Männel spricht für sich: Die Aufstiege in die 2. Bundesliga 2011 und 2016 zählen bestimmt zu den Höhepunkten, doch stehen ihnen auch drei Abstiege gegenüber, zuletzt der Abstieg in die Regionalliga.

Besonders in Erinnerung bleibt sein Tor am letzten Spieltag der Saison 2014/2015 beim 2:2 in Heidenheim. Zwar reichte das nicht zum Klassenerhalt, doch unmittelbar danach gelang Aue mit ihm als neuem Kapitän der direkte Wiederaufstieg.

In der neuen Saison wartet eine veränderte Rolle auf Männel. Er muss sich mit dem jungen Torwart Max Uhlig (19) um den Platz zwischen den Pfosten streiten und kann sich nicht mehr auf eine feste Nummer eins verlassen.

„Für die Spielzeit 2026/27 ist Martin Männel nicht als unumstrittene Nummer eins vorgesehen. Dennoch wird er, wenn die Mannschaft seine Erfahrung benötigt, genauso zuverlässig zur Verfügung stehen wie in den vergangenen 18 Jahren“, so Kaderplaner Steffen Ziffert (61). Zudem wurde für Männel bereits eine berufliche Perspektive innerhalb des Vereins erarbeitet, um den Übergang in eine neue Phase vorzubereiten.

Gemeinsam mit den erfahrenen Spielern wie Marcel Bär (34) und Simon Skarlatidis (35) wird Männel nun daran arbeiten, die neue Mannschaft zu formen und auf Kurs zu bringen.