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Top-Spieler würde am liebsten sofort aufhören, doch „Darts zahlt nun mal die Rechnungen“

Bradford (England) – Steht der „Rockstar“ kurz vor dem Abschied? Joe Cullen (37) zählt seit fast zwei Jahrzehnten zur Elite der Darts-Spieler, doch nun gab er offen zu, dass seine Begeisterung für den Pfeilsport längst erloschen ist – oder eigentlich nie richtig vorhanden war.

Drei Achtelfinal-Teilnahmen bei Weltmeisterschaften, ein packendes Finale in der Premier League, der Masters-Titel 2022 sowie viele denkwürdige Duelle an der Dartscheibe, die viele Fans nicht vergessen werden: All das hat der Engländer bereits in seiner Karriere erreicht. Trotzdem würde er am liebsten sofort seine Flights an den Nagel hängen.

„Es gibt hundert Dinge, die ich lieber tun würde als Darts spielen, aber es ist eben das, womit ich meine Rechnungen begleichen kann“, gestand der 37-Jährige im Podcast „Tops & Tales“ mit Caller Huw Ware (32). „Wenn ich eine andere Arbeit finden würde, die genauso gut bezahlt, würde ich wechseln.“

Gleichzeitig ist Cullen sich sehr wohl bewusst, in welch privilegierter Position er sich befindet. In den letzten zwei Jahren verdiente der „Rockstar“ über 300.000 Euro, aktuell rangiert er weiterhin auf Platz 31 der Weltrangliste.

Als junger Vater mit gerade 18 Jahren hatte er es dagegen deutlich schwerer. Damals versuchte er, seinen Job als Postbote mit den Turnierteilnahmen zu verbinden, während er gemeinsam mit seiner Frau und der kleinen Familie kaum über die Runden kam.

Sein Ehrgeiz am Oche war schon immer begrenzt: „Ich war nie ein großer Fan des Sports. Ich bin nie nach Hause gerannt, um mir ein Spiel anzusehen. Erst als ich selbst besser wurde, habe ich mich intensiver damit beschäftigt. Darts habe ich aber bis heute nie gern geschaut“, ließ der Profi kein Geheimnis daraus.

„Ich war auch nie ein besonders hart arbeitender Spieler. Vielleicht hätte ich es fünf Jahre früher in die Top-16 schaffen können, wie Michael Smith und Michael van Gerwen, die mit mir angefangen haben und deutlich mehr Einsatz gezeigt haben“, erinnerte sich Cullen zurück.

Seitdem stand der Brite bei zahllosen Turnieren auf der Bühne, weshalb sich sein Engagement inzwischen „auserzählt“ anfühlt.

„Ich habe oft mit meiner Frau darüber gesprochen. Sie meint: Dann hör doch einfach auf. Doch so leicht ist das nicht. Ich habe Sponsoren und Verpflichtungen – und man verdient eben gut, wenn man gut darin ist“, erklärte der 37-Jährige offen und ehrlich.