zurück

Französische Spitzenbiathletin distanziert sich vom Nationalteam

Frankreich – Für Justine Braisaz-Bouchet verliefen die Olympischen Winterspiele enttäuschend, zudem hatte die französische Ausnahmesportlerin in letzter Zeit mit einigen Turbulenzen zu kämpfen. Nun zieht die 29-Jährige Konsequenzen und verabschiedet sich zumindest in einem Bereich vom Verband.

Wie der französische Skiverband (FFS) am Mittwoch mitteilte, wird die Massenstart-Olympiasiegerin von Peking ihr Training zur Vorbereitung auf die kommende Saison nicht mehr im Rahmen des Nationalteams absolvieren.

Diese Entscheidung wurde jedoch „in enger Absprache mit dem Trainerstab“ und den Verantwortlichen getroffen. Als Grund gab Braisaz-Bouchet vor allem das von ihr gewünschte Gleichgewicht zwischen Beruf und Privatleben an, wobei ihre Familie eine wichtige Rolle einnimmt.

Dennoch bleibt die Top-Biathletin weiterhin Mitglied der Nationalmannschaft und Teil des „gemeinsamen Projekts“, so die offizielle Erklärung. Ihr individuelles Trainingsprogramm wird speziell auf ihre Bedürfnisse abgestimmt und soll ihr dennoch ermöglichen, bei Wettkämpfen „auf höchstem Niveau“ anzutreten.

Der FFS betonte, dass der Verband sowie das gesamte Betreuungsteam diesen Weg mit Vertrauen und Gelassenheit begleiten, da die Überzeugung besteht, dass Leistung nur durch ein harmonisches Gleichgewicht im persönlichen Bereich und Stabilität erzielt werden kann.

Bereits im vergangenen November hatte die Französin phasenweise außerhalb der Nationalmannschaft trainiert, bei den Wettkämpfen in Mailand und Cortina fielen die Ergebnisse mit den Plätzen 80, 62 und 27 allerdings ernüchternd aus.

Zuvor hatte die Kreditkarten-Affäre um Julia Simon (29) das Frauen-Team des FFS stark belastet. Braisaz-Bouchet geriet dabei in die Opferrolle der zehnfachen Weltmeisterin, versuchte jedoch, sich dennoch voll und ganz auf ihren Sport zu fokussieren.

Die Ruhe in der Mannschaft hielt nur kurz an: Gegen Ende des Jahres rückte Jeanne Richard (24) in die Schlagzeilen, da sie verdächtigt wird, die Waffe ihrer Teamkollegin Océane Michelon (24) manipuliert zu haben.