Toni Leistner eliminiert Landespokal-Champion und lädt zu 100 Litern Freibier ein
Potsdam – Seit knapp einer Woche spielt Toni Leistner (36) im Amateurbereich für Viktoria Potsdam – und sorgt mit seinem neuen Verein gleich für eine Überraschung, indem er den Titelverteidiger des Brandenburger Landespokals, VfB Krieschow, mit 2:0 (1:0) aus dem Wettbewerb wirft.
Vor allem dank des ehemaligen Profis (unter anderem Hertha, Union, Dynamo) ist die Tribüne im Sportpark Luftschiffhafen bis auf den letzten Platz gefüllt.
Weder auf Seiten der Gastgeber noch der Gäste gibt es organisierte Fanclubs, stattdessen prangt ein großes Banner mit der Aufschrift „Viktoria. Zusammen. Wachsen.“
Das Stadion gehört der Stadt Potsdam und wird zudem von den Frauenmannschaften von Turbine Potsdam für Spiele und Training genutzt.
An diesem sonnigen Samstagnachmittag bilden sich lange Warteschlangen am Einlass, über 1000 Zuschauer sind vor Ort. Neben Bier und Bratwurst wird auf der einzigen Tribüne, bestehend aus Holzfachwerk, auch Aperol serviert – und das sorgt für reichlich Gesprächsstoff.
Das sportliche Geschehen tritt dabei etwas in den Hintergrund. Als Potsdams Julian Bache in der 37. Minute zum 1:0 trifft, erklingt kurz Jubel, begleitet von eingespielter Partymusik.
Kurz vor der Halbzeit verpasst Viktoria die Gelegenheit auf das zweite Tor.
Nach dem Seitenwechsel hat Viktoria mehrere Chancen auf das 2:0 in einer Drangphase, während Krieschow kaum gefährlich wird. Torwart Firchau beweist in der 81. Minute seine Klasse, als er einen Versuch von Tesche abwehrt.
Stattdessen verwandelt der ehemalige Regionalliga-Stürmer Tom Nattermann in der 87. Minute einen Handelfmeter zum zweiten Treffer – damit ist die Entscheidung gefallen.
Der Erfolg des aufstrebenden Potsdamer Sechstligisten gegen den Lausitzer Fünftligisten ist durchaus verdient.
Leistner zeigt über die gesamten 90 Minuten eine ruhige und besonnene Leistung, ganz wie ein erfahrener Profi. Nach dem Spiel steht der Ex-Profi an der Seitenlinie für Autogramme bereit und spendiert zum Einstand 100 Liter Freibier.
Der zweite Sieg im zweiten Spiel für Viktoria Potsdam ist ein großer Erfolg – aber nicht der bedeutendste in Leistners Laufbahn.