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Tierisches Wahrsagen: Stinktiere, Papagei und Bakterien prognostizieren WM-Ergebnisse

Von Anika von Greve-Dierfeld

Karlsruhe – Während einige Tiere eine einzelne Walnuss auswählen, entscheiden sich andere für bestimmte Futternäpfe, Eimer oder besetzen einen Strafraum – in Baden-Württemberg übernehmen tierische Orakel sowie Bakterienkulturen die fachkundige Vorhersage der Resultate bei den Fußball-WM-Spielen mit deutscher Beteiligung.

Aktuell sind im Südwesten zum Beispiel zwei Stinktiere, ein Papagei, eine Pinguin-Gruppe, ein Kamerunschaf und zahlreiche Darmbakterien als Prognostiker im Einsatz. Das nächste Match findet an diesem Samstag gegen die Mannschaft der Elfenbeinküste statt. So werden die Prognosen erstellt:

Im Luisenpark in Mannheim bewegen sich 29 Pinguine nach und nach innerhalb ihrer Anlage auf zwei mit Flaggen markierte Metalleimer zu.

In diesen befinden sich köstliche Heringe, auf die sich die an Land recht putzig wirkenden Tiere zubewegen. Für die Vorhersage des Spiels Deutschland gegen Elfenbeinküste war die Beteiligung zu Beginn allerdings noch recht uneinheitlich und keiner der beiden Eimer wurde klar favorisiert.

Schließlich aber war das mit schwarz-rot-gold gekennzeichnete Gefäß als erstes leer, berichtet die Leiterin der zoologischen Abteilung. Demnach prognostizieren die schwarz-weißen Gefährten einen Sieg für Deutschland! Man darf gespannt sein, ob diese Vorhersage zutrifft.

Der Papagei Nobby aus dem Karlsruher Zoo setzt sich auf einen dicken Ast, auf dem in kleinen, einige Zentimeter auseinanderliegenden Vertiefungen je eine Walnuss liegt. Unter einer Nuss befindet sich die deutsche Flagge, unter der anderen die des Gegners.

Beim Vorrundenspiel Deutschland gegen Curaçao am vergangenen Samstag griff der Hyazinth-Ara zur deutschen Nuss und lag damit richtig.

Für das kommende Spiel ließ er sich zwischen den Walnussnestern nieder, betrachtete beide Seiten aufmerksam und knabberte schließlich die Nuss mit der Flagge der Elfenbeinküste. Zoodirektor Matthias Reinschmidt nahm die Prognose mit Humor.

„Nobby ist eben eher Analyst als Fan“, meinte er. Deutschland muss sich also wohl anstrengen, um das Nobby-Nuss-Orakel zu widerlegen.

Die beiden Stinktiere Yves und Prada erhalten im Heidelberger Zoo Futternäpfe, die jeweils mit den Flaggen versehen sind. Die nach Parfümmarken benannten Weibchen lagen in der vergangenen Woche ebenfalls richtig. Zunächst fraß Prada zielstrebig aus dem Curaçao-Napf und Yves aus dem Deutschland-Napf, doch schließlich steckten beide Weibchen ihre Nasen tief in die mit Leckereien gefüllte Schale mit der deutschen Flagge.

Ob auch beim zweiten Vorrundenspiel alles so gut für uns läuft? Laut den Stinktieren: Ja! Zwar wurde zuerst der Napf der Elfenbeinküste bevorzugt, danach konzentrierten sich die beiden lange auf den mit der deutschen Flagge versehenen Futternapf. Eine klare Ansage, oder?

Die Hochschule Furtwangen hat sich eine ganz besondere Methode ausgedacht: Darmbakterien werden dort in eine Petrischale mit speziellem Nährboden gegeben und gleichmäßig verteilt, um die Spielergebnisse vorherzusagen. Nach ein bis zwei Tagen im Brutschrank sind die Kolonien sichtbar.

Unter dem durchsichtigen Boden der Schale befindet sich die Grafik eines Fußballfeldes mit Toren in den Farben beider Nationen. Nach der Logik dieses Orakels fallen mehr Tore dort, wo nach zwei bis drei Tagen mehr Kolonien im Torraum wachsen. Laut einem Sprecher der Hochschule entwickelten sich die meisten Kolonien im Strafraum der Elfenbeinküste, was einen Sieg der deutschen Mannschaft prognostiziert. Bereits beim Spiel gegen Curaçao lagen die Mikroorganismen richtig – da kann nichts mehr schiefgehen.

Auch Kamerunschaf Zimba vom Tiergehege Mundenhof in Freiburg entscheidet sich zwischen zwei mit Flaggen versehenen Futternäpfen. Für die bevorstehende Partie am Samstag konnte es sich jedoch nicht festlegen, sondern wechselte nach Angaben des Mundenhofs mehrfach zwischen den Napfstationen hin und her – ein Unentschieden! Das wäre zumindest besser als eine Niederlage.