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Ticketpreise in der 2. Liga explodieren – bleiben die Fans trotzdem treu?

Die Volkswagen Arena in Wolfsburg bietet Platz für 28.917 Zuschauer. In der vergangenen Saison war sie allerdings nur bei fünf von 17 Heimspielen ausverkauft. Mit dem Abstieg in die 2. Liga dürfte sich daran vermutlich wenig ändern. Eine mögliche Lösung gegen den Zuschauermangel wären günstigere Eintrittspreise, doch der neue Tarifkatalog wirft einige Fragen auf.

Fast wie bei „Booking.com“: Auch in der Saison 2026/27 dürfen die VfL-Fans beim Ticketerwerb wieder zwischen vier verschiedenen Kategorien wählen – ein Konzept, das man eher von Hotelbuchungsplattformen kennt. Gleichzeitig gibt der Verein so einen Einblick, wie er die Gegner bewertet.

Neu ist das Prinzip allerdings nicht, wie der VfL auf Anfrage von TAG24 erklärte: „Unsere Preisgestaltung basiert seit Jahren auf einer Einstufung der Gegner in unterschiedliche Preisklassen, die sich an mehreren Kriterien orientieren.“

Die Einordnung erfolgt demnach unter Berücksichtigung der Attraktivität der jeweiligen Mannschaft, möglicher Rivalitäten sowie der Entfernung zwischen den beiden Standorten. Außerdem fließen die Entwicklungen der letzten Jahre sowie die erwartete Reiselust und Nachfrage der Fangesellschaft mit ein.

„Auf Grundlage dieser Aspekte bewerten wir die einzelnen Begegnungen und ordnen sie den passenden Preiskategorien zu.“ Laut Verein ermöglicht dieses System eine „differenzierte und nachvollziehbare Tarifgestaltung“ über die gesamte Saison hinweg.

Welche Konsequenzen die Kategorisierung – besonders die höchste Stufe – für die eigenen Anhänger hat, wird an den Tageskartenpreisen sehr deutlich und mitunter erschreckend sichtbar.

Die Niedersachsen-Derbys gegen Hannover 96 und Eintracht Braunschweig zählen zur höchsten Preisstufe, was für die Fans einen erheblichen Kostenanstieg bedeutet. Ein Sitzplatz auf der Geraden kostet für Erwachsene 80 Euro – derselbe Preis wie letzte Saison bei Spielen gegen den FC Bayern München oder Borussia Dortmund.

Für vermeintlich „weniger attraktive“ Begegnungen (Kategorie vier) wie gegen die SpVgg Greuther Fürth, den SV Darmstadt 98 oder Holstein Kiel werden hingegen über 60 Prozent weniger verlangt – hier kostet die Karte lediglich 30 Euro.

Zum Vergleich: Der Zweitliga-Aufsteiger Energie Cottbus verlangt für einen Sitzplatz mit bester Sicht auf der Mittellinie im Vorverkauf ebenfalls 30 Euro.

Der 1. FC Magdeburg liegt für denselben Platz zwar etwas höher, bleibt aber mit seinen Preisen noch deutlich unter dem Niveau des VfL. Dort gibt es einen Aufschlag für Topspiele – für Kracher oder Derbys fallen 46 Euro an, alle anderen Partien kosten 41 Euro im Heinz-Krügel-Stadion.

Angesichts dieser Preisgestaltung muss Wolfsburg mit spärlich gefüllten Rängen rechnen.

Von echter Fanfreundlichkeit kann kaum die Rede sein – einzig für Kinder bis einschließlich sechs Jahren im Familienblock gilt mit drei Euro (Kategorie vier) ein erschwinglicher Tarif.