Nur Minuten nach dem WM-Aus: Nationaltrainer legt Amt nieder
Die schottische Nationalmannschaft durchlebt derzeit äußerst schmerzhafte Tage. Bereits in den frühen Morgenstunden des Donnerstags absolvierten die Bravehearts ihr abschließendes Gruppenspiel. Seitdem herrschte als Drittplatzierter große Ungewissheit bezüglich des Einzugs in die K.-o.-Phase. Erst in der Nacht zum Sonntag wurde das Ausscheiden endgültig besiegelt – was Schottland sofort den Rücktritt des Nationaltrainers kostete.
Steve Clarke (62), der seit 2019 die Mannschaft trainierte, reichte nur wenige Minuten nach dem 2:1-Erfolg Kroatiens gegen Ghana seinen Rücktritt ein. Dieses Ergebnis bedeutete zugleich das endgültige Aus für die Schotten, die keine Chance mehr hatten, sich unter die besten acht Gruppendritten zu qualifizieren.
In einem offenen Schreiben blickte der 62-Jährige auf seine sieben Jahre als Cheftrainer der Tartan Army zurück und sprach seinen Dank an alle Beteiligten aus, insbesondere an die Anhänger.
„Der emotionalste Moment dieses Abschieds gilt meinen Spielern, ohne die wir die Erinnerungen, die wir von 2019 bis heute gesammelt haben, nicht hätten“, schrieb Clarke. „Sie verdienen all das Lob und die Anerkennung, die ihnen zuteilwerden, und es war mir eine große Ehre, ihr ‚Gaffer‘ genannt zu werden. Vielen Dank, dass ich Teil dieses Weges sein durfte, und alles Gute für meinen Nachfolger.“
Vor sieben Jahren hatte Clarke die schottische Mannschaft übernommen und führte sie direkt zur EM 2021. Auch bei der EM 2024 war das Team vertreten. Im Jahr 2025 erreichten sie dann den vorläufigen Höhepunkt: Schottland gewann seine WM-Qualifikationsgruppe und sicherte sich damit erstmals seit 28 Jahren wieder die Teilnahme an der Weltmeisterschaft.
Die Endrunde begann für die Bravehearts vielversprechend mit einem 1:0-Sieg gegen Haiti – dem ersten WM-Erfolg seit 36 Jahren. Anschließend folgten jedoch zwei Niederlagen gegen Marokko und Brasilien.
Mit nur drei Punkten bei einem negativen Torverhältnis reichte es letztlich nicht für Schottland, um den Traum vom Weiterkommen in die K.-o.-Runde zu erfüllen.
Der schottische Verband verabschiedete sich mit schwerem Herzen von seinem bislang erfolgreichsten Nationaltrainer: „Obwohl wir alle enttäuscht sind, dass wir bereits in der Gruppenphase aus der Weltmeisterschaft ausgeschieden sind, dürfen wir die unbestreitbaren Fortschritte nicht vergessen, die während Steves siebenjähriger Amtszeit erzielt wurden“, erklärte Verbandspräsident Ian Maxwell (51).
„Wir sind Steve dankbar für seinen beispiellosen Einsatz und sind sicher, dass die schottischen Fans, sobald die Enttäuschung über das WM-Aus nachlässt, die Erinnerungen daran schätzen werden, endlich wieder bei großen Turnieren dabei gewesen zu sein.“