Leitl zieht Bilanz: So soll Herthas neuer Fußball aussehen
Kitzbühel – Das Trainingslager in Österreich ist vorbei: Hertha BSC beendet seinen Aufenthalt in Kitzbühel und reist mit einem positiven Eindruck zurück nach Berlin. Die Mannschaft fühlt sich gut vorbereitet für den Ligastart in knapp zwei Wochen.
„Im Großen und Ganzen bin ich sehr zufrieden mit dem Trainingslager, da wir unser komplettes Programm absolvieren konnten. Bis auf Gustav Christensen, der zum Schluss ausfiel, hatten wir keine Verletzungen. Das ist natürlich ärgerlich, aber insgesamt stand der komplette Kader durchgehend zur Verfügung, was eine hervorragende Grundlage für unsere Arbeit war“, zieht Stefan Leitl (48) sein Fazit.
Ein letzter Härtetest steht noch bevor: Am 31. Juli trifft die Alte Dame erneut in Österreich auf Köln. „Wir befinden uns auf einem guten Weg. Was uns noch fehlt, ist, einen klaren Rhythmus zu finden – aus der intensiven Spielweise heraus vielleicht auch einmal in einem tieferen Block zu regenerieren. Das wird in den kommenden Tagen unsere Aufgabe sein, um dort gut hineinzufinden“, erklärt Leitl.
Was die Spielweise betrifft, plant Hertha für die neue Saison Veränderungen. Das Team soll offensiver auftreten, höher stehen und mit einem aggressiveren Pressing agieren – dabei wird auch ein gewisses Risiko in Kauf genommen. „Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit unserem Stil. Wir erzielen viele Tore und werden sicherlich auch das eine oder andere Gegentor hinnehmen müssen, aber grundsätzlich gefällt uns dieser offensive Ansatz sehr gut. So wollen wir weitermachen“, kündigt Leitl an.
Die Umstellung auf eine neue Spielweise kommt der vergleichsweise jungen Mannschaft entgegen und rückt den Berliner Weg nach den zahlreichen Abgängen noch stärker in den Vordergrund. Schon im Trainingslager waren acht Talente aus dem Nachwuchs mit dabei, die sich durchaus empfehlen konnten.
Leitl weiß jedoch auch, dass am Ende entscheidend sein wird, was Hertha am 7. August beim Auftakt in Bochum (20.30 Uhr/Sky) auf dem Platz zeigt. „Hohes Pressing birgt immer Risiken. Momentan fühlt sich das aber sehr gut an. Nun gilt es, diese Spielweise in die Liga zu übertragen. Mit Erfolgen wächst das Vertrauen der Mannschaft, und dann läuft es irgendwann wie von selbst.“
Der Trainer freut sich nicht nur über den ersten Neuzugang Oluwaseun Adewumi (21), sondern auch über die Rückkehr von Deyovaisio Zeefuik (28) und Luca Schuler (27). Im internen Testspiel konnten beide jeweils 45 Minuten auf dem Feld stehen, nachdem sie zuvor nur teilweise am Mannschaftstraining teilnehmen konnten.
Schuler belohnte sich mit einem Doppelpack, während Zeefuik gewohnt kompromisslos verteidigte – was jedoch Folgen für Christensen hatte. „Ihr kennt Deyo und wisst, dass er immer spielen will. Er ist emotional extrem wichtig für die Mannschaft“, betont Leitl.
Der Publikumsliebling könnte die Lücke auf der linken Abwehrseite schließen, auch wenn der erst 17-jährige Mayson Grothe zu den positiven Überraschungen gehört.
Fest steht aber auch: Adewumi wird nicht der einzige Neuzugang bleiben. Das Team wird sich weiterhin verändern. Die Priorität liegt nach wie vor auf der Verpflichtung eines Stürmers und eines Linksverteidigers. Der Start in die Zweitliga-Saison kann dennoch kommen.